Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats:
Sieg! Fidschi stoppt den Plan eines Milliardärs für den «Aschenbecher des Pazifiks»

Der kleine Inselstaat hat einen Vorschlag abgelehnt, jährlich 900’000 Tonnen Abfall aus der gesamten Pazifikregion zu importieren und in einer riesigen Müllverbrennungsanlage nahe Nadi, dem wichtigsten internationalen Tourismus-Drehkreuz des Landes, zu verbrennen.
Lokale Dorfgemeinschaften bezeichneten das Vorhaben als „Abfallkolonialismus“. Der Entscheid erinnert eindrücklich daran, dass die Verbrennung von Abfällen zur Energiegewinnung (Waste-to-Energy) nicht die saubere Lösung ist, als die sie oft dargestellt wird – und dass sich immer mehr Gemeinschaften dagegen wehren, solche Anlagen in ihrer Nachbarschaft zu akzeptieren.
Nikes WM-Trikots aus recyceltem Material halten nicht, was sie versprechen

Die Trikots wurden mithilfe des sogenannten „fortschrittlichen chemischen Recyclings“ von Textilien hergestellt – einer Technologie, die oft als Zukunft der Kreislaufwirtschaft in der Mode gefeiert wird. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass die Realität deutlich komplizierter ist.
Chemisches Recycling ist teuer, schwer zu skalieren und funktioniert bislang vor allem mit sauberen Produktionsresten – nicht mit der Realität gebrauchter Kleidung aus Mischmaterialien, mit Farbstoffen, Reissverschlüssen und Etiketten. Selbst die optimistischsten Prognosen der Branche fallen angesichts der 169 Millionen Tonnen Polyester, die jedes Jahr neu produziert werden, kaum ins Gewicht. Kritiker*innen sehen darin deshalb eher eine Rechtfertigung, weiterhin Kunststoffkleidung zu produzieren, als eine echte Lösung für die weltweite Textilabfallkrise.
Schwedische Fussballfans pinkeln fürs Klima

Im Stadion des schwedischen Fussballclubs Malmö FF wird der Urin der Fans gesammelt, aufbereitet und zu Dünger verarbeitet. Er soll synthetische Düngemittel ersetzen, die auf fossilen Rohstoffen basieren. Das Ziel ist, die Abhängigkeit von fossilen Düngern zu verringern. Deren Herstellung verursacht weltweit rund 1,13 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr – mehr als der gesamte Flugverkehr.
Forschende schätzen, dass menschlicher Urin in Schweden theoretisch bis zu 30 % der synthetischen Düngemittel ersetzen könnte. So wird aus etwas, das normalerweise weggespült wird, eine wertvolle Ressource für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.
Freiwilligem droht Gefängnis, weil er einen verschmutzten Fluss aufgeräumt hat

Der britische Umweltanwalt Paul Powlesland wurde angeklagt, weil er ohne Bewilligung Abfall aus einem Fluss entfernt haben soll – ausgerechnet von der Behörde, die eigentlich für dessen Sauberkeit zuständig ist. Gemeinsam mit weiteren Freiwilligen säuberte er einen stark verschmutzten Abschnitt des River Roding im Osten Londons. Dabei sammelten sie über 200 Säcke Abfall, darunter Verpackungen, Spritzen, Haushaltsgeräte und sogar Waffen. Kurz darauf leitete die Umweltbehörde ein Verfahren gegen ihn ein. Der Vorwurf: Er habe die Aufräumaktion ohne die erforderliche Bewilligung durchgeführt. Im schlimmsten Fall drohen ihm dafür bis zu zwei Jahre Gefängnis.
Dieser Einwegbecher ist Australiens grösster Verpackungs-Flop

Ein völlig unnötiger Einwegbecher aus Plastik und Metall, wie er in trendigen Cafés für Eiskaffee verwendet wird, wurde zur schlechtesten Verpackung Australiens gekürt. Weil die Materialien fest miteinander verbunden sind, wird der Becher weder von Pfandsystemen akzeptiert noch lässt er sich einfach recyceln.
Den Preis für die beste Verpackung erhielt dagegen ein wiederverwendbares Milchfass-System, das seit 2021 schätzungsweise 4,5 Millionen Einweg-Plastikflaschen ersetzt hat. Ein gutes Beispiel dafür, dass Mehrweg bereits heute funktioniert, wenn Unternehmen sich dafür entscheiden.
Klimaanlagen: Lösung gegen Hitze oder Teil des Problems?

In Frankreich wird derzeit heftig darüber diskutiert, ob Klimaanlagen die richtige Antwort auf immer häufigere Hitzewellen sind oder ob sie das vom Menschen verursachte Problem langfristig sogar verschärfen. Nur 25 % der französischen Haushalte verfügen über eine Klimaanlage. Zum Vergleich: In Spanien und Italien sind es rund 50 %, in den USA und Japan sogar 90 %. Umweltschützende argumentieren, dass Klimaanlagen zwar die Folgen der Klimakrise lindern, aber durch ihren Energieverbrauch und ihre Emissionen zu deren Ursachen beitragen. Gleichzeitig führen extreme Temperaturen bereits zu Schulschliessungen und belasten Spitäler. Deshalb räumen inzwischen selbst Frankreichs Grüne ein, dass Klimaanlagen in manchen Situationen unvermeidbar sein könnten.
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