Mai 2026 : DIE WICHTIGSTEN NEWS DES MONATS

by Vanessa Rieser on 7. Mai 2026 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats:

56 Länder trafen sich in Kolumbien, um das Ende der fossilen Brennstoffe zu planen

Zum ersten Mal kamen Vertretungen von 56 Regierungen in Santa Marta, Kolumbien, zusammen, um mit der Planung eines Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen zu beginnen – ausserhalb des üblichen UN-Prozesses. Bemerkenswert ist, dass auch Forderungen nach einer Reduzierung von Petrochemikalien auf der Tagesordnung standen, wobei GAIA und andere darauf drängten, im Rahmen des Übergangs die Obergrenzen für die Kunststoffproduktion zu senken. Eine zweite Konferenz in Tuvalu ist bereits geplant.

 

Die Müllkrise im Gazastreifen: illegale Mülldeponien und kein Ende in Sicht

Da die Abfallinfrastruktur in Gaza zerstört ist, sammeln sich täglich 2’000 Tonnen verrottender Müll neben den Lagern der vertriebenen Familien an. Die Vereinten Nationen warnen vor der Krise im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der Umwelt, die durch die weitreichende Verschmutzung aufgrund von Abfällen im Gazastreifen verursacht wird.

 

 

KI-Rechenzentren verursachen Wärmeinseln, von denen 340 Millionen Menschen betroffen sind

Eine weltweite Umfrage unter 6’000 Rechenzentren ergab, dass diese die Umgebung um bis zu 9 °C erwärmen und das Problem wird weitgehend unterschätzt, obwohl ihre Zahl rasant zunimmt.

 

Von Brustimplantaten bis hin zu Babyspielzeug: die überraschenden Quellen von Mikroplastik

Ein neuer Bericht beleuchtet die Belastung durch Mikroplastik in fünf Bereichen des täglichen Lebens – von Kinderspielzeug und Haushaltsfarben bis hin zu Krankenhausausrüstung und Brustimplantaten. Frühgeborene in Neugeborenenstationen nehmen Schätzungen zufolge innerhalb von nur 72 Stunden bis zu 115 Mikroplastikpartikel auf. Wenn du deine eigene Belastung zu Hause verringern möchtest, bietet die BBC einen praktischen Leitfaden, der dir zeigt, wo du ansetzen kannst.

 

Plastik gelangt in Weizen- und Tomatenpflanzen und hemmt deren Wachstum

Mikroplastik im Boden wird von den Wurzeln aufgenommen und in der Pflanze verteilt; Polyesterfasern aus der Wäsche erwiesen sich als besonders schädlich und waren zudem in dem als Dünger verwendeten Klärschlamm am häufigsten anzutreffen.

 

Der Meeresspiegel ist höher als gedacht und das Land sinkt zudem schneller

Zwei gross angelegte neue Studien haben ergeben, dass bereits 80 Millionen Menschen in Küstengebieten unterhalb des Meeresspiegels leben und in vielen Flussdeltas sinkt das Land schneller ab, als der Meeresspiegel steigt.

 

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

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Vanessa RieserMai 2026 : DIE WICHTIGSTEN NEWS DES MONATS

Wenn das System versagt, bricht Feuer aus

by Fayrouz on 1. Mai 2026 No comments

Was würdest du tun, wenn der Abfall in deiner Gegend nicht rechtzeitig abgeholt würde?

Ein Tag vergeht und es fängt an zu stinken. Eine Woche vergeht und es zieht Ungeziefer und streunende Tiere an. Wenn es regnet, verstopft er die Abflüsse und verbreitet Krankheiten. Man kann Abfall nicht unbegrenzt lagern und ihn nicht einfach ignorieren.

Was würdest du also tun?

Für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt ist dies keine hypothetische Frage. Es ist die tägliche Realität, mit der sie konfrontiert sind und angesichts all der Einschränkungen des Systems, das sie umgibt, ist die einfachste Antwort, den Abfall zu verbrennen.


Den Abfall verschwinden lassen

In vielen Gegenden gehört das Verbrennen von Abfall zum Alltag, so selbstverständlich wie das Kochen oder das Staubsaugen. Weltweit haben rund 2.7 Milliarden Menschen überhaupt keinen Abfallentsorgungsdienst. Wenn es keine Mülltonnen gibt, die man befüllen kann, wenn kein Müllwagen kommt, wenn es kein System gibt, welches das Problem beseitigt, sammelt sich der Abfall schnell an und dieser Abfallberg bringt ganz konkrete, sehr gravierende Folgen mit sich: verfaulende Lebensmittel, Insekten, verstopfte Abflüsse, die Ausbreitung von Krankheiten. Das Verbrennen löst diese Probleme schnell, zumindest oberflächlich betrachtet. Das ist kein leichtsinniges Verhalten oder Unwissenheit. Es ist die Realität, aus einer sehr kurzen Liste die am wenigsten schlechte Option wählen zu müssen.


Ein globales Problem

Das Verbrennen von Müll im Freien ist nicht auf eine bestimmte Region oder Gesellschaft beschränkt. Es ist eine weltweite Reaktion auf ein weltweites Problem: zu viel Plastik, grösstenteils Einwegartikel, ohne dass klar ist, wo sie letztendlich landen.

Laut der „World Risk Poll 2024“ der Lloyd’s Register Foundation ist die offene Verbrennung in Ostafrika am weitesten verbreitet, wo 41 % der Haushalte diese Methode als primäre Form der Abfallentsorgung nutzen, gefolgt von Zentral- und Westafrika mit 34 % und Südostasien mit 32 %. In Indonesien liegt dieser Wert mit 48 % sogar noch über all diesen regionalen Durchschnittswerten. Fast die Hälfte der Haushalte gaben an, ihren Abfall zu verbrennen, obwohl das Verbrennen im Freien gesetzlich verboten ist. In ländlichen Gemeinden in Nigeria, Kenia, Äthiopien, Ghana, Nepal und Thailand ist das Verbrennen im Freien als gängige Praxis in den Haushalten dokumentiert und in den ländlichen Gebieten Thailands wird sogar mehr als die Hälfte des gesamten Hausmülls verbrannt.

Das geschieht auch an Orten, an denen wir es nicht erwarten würden. Offene Verbrennungen wurde in Ungarn, Südkorea und den Vereinigten Staaten dokumentiert, was daran erinnert, dass dies nicht ein Problem der Entwicklungsländer ist. Tatsächlich haben auch die reichsten Länder der Welt dieses Problem nicht gelöst – sie haben es grösstenteils exportiert.
Einkommensstarke Länder wie Deutschland, Grossbritannien, die Niederlande, Frankreich, die USA, Japan und Australien verschiffen seit Jahren Plastikmüll ins Ausland unter dem Vorwand, dass er dort recycelt werde. Im Jahr 2023 war Deutschland mit über 693’000 Tonnen der weltweite grösste Exporteur von Plastikabfall, dicht gefolgt von Grossbritannien mit rund 615’000 Tonnen. Ein Grossteil dieser Abfälle landet in Ländern, denen die Infrastruktur für eine sichere Verarbeitung fehlt, wo sie auf Haushaltsebene und in den Gemeinden deponiert oder verbrannt werden. Die Durchsetzung von Vorschriften bleibt ein grosses Problem, da viele Abfallexporteure die unzureichende Überwachung und die mangelhaften Grenzkontrollen ausnutzen. Die Länder, die am meisten Plastik produzieren, haben das geringste Interesse daran, sich damit zu befassen, wo es letztendlich landet.

 

Was passiert, wenn Abfall verbrannt wird?

Bildnachweis: Abhinay Tharu/Unsplash

Abfälle zu verbrennen bedeutet nicht, dass sie verschwinden. Es macht sie lediglich weniger sichtbar und „aus den Augen“ ist nicht dasselbe wie „weg“.

Durch die Verbrennung von Abfall, insbesondere von Kunststoff, gelangt eine giftige Mischung aus Schadstoffen über die Asche in die Luft und dann in den Boden: Schwermetalle, Styrolgas, Dioxine und Furane – Chemikalien, die noch lange nach dem Erlöschen des Feuers im Körper und in der Umwelt verbleiben. Eine 2014 in „Environmental Science & Technology“ veröffentlichte Studie ergab, dass die offene Verbrennung von Hausmüll weltweit eine der grössten Quellen für bestimmte gefährliche Luftschadstoffe, darunter polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Feinstaub, ist.

Dieser letzte Punkt verdient besondere Beachtung. Feinstaubpartikel, bekann als PM2.5, sind so klein, dass sie die Nase und den Rachen passieren und tief in die Lunge und den Blutkreislauf gelangen können. Die WHO stuft die Luftverschmutzung im Freien, zu der offene Verbrennung erheblich beiträgt, als eine der weltweit führenden umweltbedingten Todesursachen ein, die jährlich für rund 3,2 Millionen vorzeitige Todesfälle verantwortlich sind.

 

Die gesundheitliche Auswirkung in Zahlen

Die Gesundheitsdaten zum Thema offenes Verbrennen sind schwer zu deuten, aber noch schwerer zu ignorieren.

Einer Studie zufolge ist die offene Verbrennung von Abfällen weltweit für schätzungsweise 270’000 bis 920’000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Ausserdem ist das Verbrennen von Kunststoffen im Freien mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen und neurologischen Störungen verbunden, während Emissionen wie Dioxine mit Hautveränderungen, Krebs, Immunstörungen und Geburtsfehlern in Verbindung gebracht werden.

Leider verteilt sich diese Belastung nicht gleichmässig. Ältere Menschen, Schwangere und Kinder gehören zu den am stärksten gefährdeten Gruppen. Das Gleiche gilt für die Menschen, die die Feuer bewachen und die Nachbarn*innen, die in Windrichtung wohnen. Schäden entstehen auch über die Nahrungskette: Wenn sich Giftstoffe aus Verbrennungsprozessen im Boden und im Wasser ablagern, gelangen sie in lokal angebaute Lebensmittel und in den Körper von Menschen, die sich noch nie in der Nähe eines Müllverbrennungs-Feuers aufgehalten haben.

Die Belastung sieht nicht dramatisch aus, aber sie tritt immer wieder auf

Es handelt sich hierbei nicht um gross angelegte Verbrennungsprozesse, wie man sie aus Fabriken oder industriellen Verbrennungsanlagen kennt. Es gibt keinen hoch aufragenden Schornstein, kein Warnschild, kein offensichtliches Anzeichen dafür, dass etwas Schädliches vor sich geht. Es gibt nur kleine Feuer, die in unmittelbarer Nähe der Orte brennen, an denen Menschen schlafen, essen und spielen – jeden Tag.

Diese Lücke ist nicht einfach nur eine Frage fehlender Müllabfuhr oder unterfinanzierter Kommunalverwaltungen. Sie ist das direkte Ergebnis eines Produktionssystems, das immer mehr Plastik herstellt, als die Welt verkraften kann und dessen Folgen sich auf jene Orte konzentrieren, die am wenigsten in der Lage sind, sich dagegen zu wehren. Weltweit haben mindestens zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu Abfallsammlung oder -entsorgung. Für diese Gemeinschaften ist das Verbrennen keine Wahl. Es ist ein Vermächtnis.

Das Verpackungsproblem verschlimmert die Lage noch. Während des grössten Teils der Menschheitsgeschichte bestand kein Bedarf an einer gross angelegten Müllabfuhr. Der Grossteil des Abfalls war organischer Natur und was wiederverwendet werden konnte, wurde auch wiederverwendet. Doch Einwegverpackungen aus Kunststoff überschwemmten die Märkte weitaus schneller, als die Infrastruktur damit Schritt halten könnte, vor allem auf Inseln und ländlichen Gebieten, wo der Aufbau von Abfallsystemen kostspielig und deren Unterhalt noch teurer ist. Das weltweite Aufkommen von Siedlungsabfällen wird voraussichtlich von 2.3 Milliarden Tonnen im Jahr 2023 auf 3.8 Milliarden Tonnen bis zum Jahr 2050 ansteigen, wobei dieser Anstieg fast ausschliesslich darauf zurückzuführen ist, dass Verpackungen und Einwegartikel an Orten landen, an denen es keine entsprechende Entsorgungssysteme gibt.

Und die Unternehmen, die diese Verpackungen herstellen? Sie wissen schon seit langem um das Problem, das sie verursachen, doch die Last, sich damit auseinanderzusetzen, wurde immer wieder weitergereicht – zuerst an öffentliche Stellen, dann an die Haushalte: Kümmert euch selbst darum, findet einen Weg, es verschwinden zu lassen.


Was im Moment helfen kann

Es gibt kleine Massnahmen, mit denen sich die Schäden verringern lassen, während das Gesamtsystem erst einmal in Ordnung gebracht wird. Durch die Trennung von organischen Abfällen zur Kompostierung und den vollständigen Verzicht auf die Verbrennung von Plastik lässt sich die Belastung durch Dioxine, Furane und Schwermetalle deutlich senken.

Das ist zwar keine vollständige Lösung, aber besser als nichts. Die Reduzierung der giftigsten Emissionen ist ein kleiner, aber konkreter Beitrag zur Bekämpfung der Schäden, auch wenn damit das System, das sie verursacht, nicht beseitigt werden kann. Für jemanden, der vor einem Müllberg steht, ohne dass er einen Mülleimer hat, den er füllen könnte und ohne dass Müllwagen kommen, ist es gut zu wissen.

 

Das Gesamtbild

Menschen, die Müll verbrennen, entscheiden sich nicht bewusst für Umweltverschmutzung. Sie wollen ihren Nachbarn, ihren Kindern oder sich selbst keinen Schaden zufügen. Sie sind in einem System gefangen, das nie für sie gedacht war, einem System, das mit billigen Plastikverpackungen überschwemmt wurde, ohne dass deren Sicherheit oder die dafür erforderliche Infrastruktur berücksichtigt wurden.

Abfälle sollten nicht erst an der Verbrennungsstelle entsorgt werden. Sie sollten bereits bei der Planung vermieden werden. Bessere Sammelsysteme können zwar die unmittelbaren Schäden mindern, sind jedoch nur eine vorübergehende Lösung für ein dauerhaftes Problem. Die einzig wirkliche Lösung besteht darin, von vornherein weniger Plastik herzustellen und die Hersteller für jedes einzelne Stück, das sie auf den Markt bringen, zur Verantwortung zu ziehen.

Solange sich Produkte und Systeme nicht ändern, wird die Last weiterhin auf diejenigen abgewälzt, die am wenigsten Auswahl haben – und sie tragen sie bereits lange genug.

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FayrouzWenn das System versagt, bricht Feuer aus

Die Plastikkrise ist auch eine Gesundheitskrise für Frauen

by Fayrouz on 14. April 2026 No comments

Wir sprechen oft von Plastikverschmutzung, als handle es sich dabei lediglich um ein Umweltproblem oder um ein Abfallproblem, etwas das erst am Ende der Lebensdauer eines Produkts eine Rolle spielt. Nicht gesammelter oder schlecht entsorgter Abfall verschmutzt Luft, Boden und Wasserquellen. Plastikmüll, ob klein oder gross, findet sich in den Körpern von Meeresschildkröten und verschiedenen Meerestieren. Im Kern sind all dies reale und dringende Probleme, doch manchmal vergessen wir, dass es noch eine andere Geschichte gibt, die uns viel näher ist als andere Plastikprobleme: das Problem des Abfalls, der still und leise in unseren Körpern schlummert.

Jeden Tag ist unser Körper Zehntausenden von Petrochemikalien ausgesetzt – synthetische Chemikalien, die aus Erdöl und Erdgas gewonnen werden und zur Herstellung von Kunststoffen, Verpackungen, Kosmetika, Reinigungsmitteln und vielem mehr verwendet werden. Wir kommen mit ihnen über die Produkte, die wir verwenden, die Lebensmittel, die wir essen und die Luft, die wir atmen, in Kontakt. Das gilt für alle, doch leider sind die Auswirkungen nicht für alle gleich.

Tatsache ist, dass der weibliche Körper diese Chemikalien anders verarbeitet. Frauen haben in der Regel eine dünnere Haut, sodass Chemikalien aus Produkten, die mit ihrer Haut in Kontakt kommen, leichter aufgenommen werden. Frauen haben zudem einen höheren Körperfettanteil, sodass mehr fettlösliche Kunststoffchemikalien wie Phtalate und BPA letztendlich in ihren Körpern aufgenommen und dort gespeichert werden. Frauen sind durchschnittlich kleiner, was dazu führt, dass die Konzentration dieser Chemikalien höher ist. Ein langsamerer Stoffwechsel bedeutet, dass der weibliche Körper länger braucht, um sie auszuscheiden.

Diese Fakten sind nicht bloss biologische Randnotizen, die wir ignorieren können, weil sie zu banal klingen. Sie müssen unsere Sichtweise darauf verändern, wer die wahren Kosten der Plastikkrise trägt.

 

Der Körper speichert alles, was wir erleben

Plastik enthält zahlreiche hormonaktive Chemikalien – Substanzen, die unseren Hormonhaushalt stören. Für Frauen, deren Gesundheit ihr ganzes Leben lang so eng mit dem Hormonhaushalt verbunden ist, kann diese Störung schwerwiegende Folgen haben.

Während der Pubertät, der Schwangerschaft und in der Perimenopause befindet sich der weibliche Körper in einem Umbruch, was bedeutet, dass selbst die geringste Belastung durch Schadstoffe in diesen entscheidenen Phasen nicht nur das Risiko erhöht, sondern auch deren Auswirkungen verstärkt. Diese Chemikalien stehen im Zusammenhang mit Fruchtbarkeitsproblemen, bestimmten Krebsarten und Diabetes. Letztendlich können sie eine vorzeitige Menopause auslösen und Symptome wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen verschlimmern.

Leider beschränkt sich diese Auswirkung nicht auf eine Generation. Frauen geben während der Schwangerschaft und Stillzeit unwissendlich Giftstoffe aus ihrem Körper an ihre Kinder weiter: Eine Zeit, an die sich Frauen ihr Leben lang erinnern, wird so zu einer stillen Weitergabe von Giftstoffen, noch bevor die Babys ausserhalb des Mutterleibs Luft atmen.

 

Das eigene Zuhause ist kein sicherer Ort mehr

Durch traditionelle Rollenverteilung im Haushalt kommen Frauen häufiger und intensiver mit Chemikalien in Kontakt, die in verschiedenen Haushaltsartikeln enthalten sind, wie beispielsweise Reinigungsmitteln, Verpackungen und Handschuhen aus synthetischem Gummi, die ironischerweise als „Schutz“ verkauft werden, aber tatsächlich eine Belastung darstellen.

Plastikchemikalien werden in Produktformeln verwendet, um Duft, Farbe, Textur und eine längere Haltbarkeit zu erzielen und werden selten auf ihre Sicherheit geprüft, bevor sie in unseren Händen landen.

Dann ist da noch die Kosmetikbranche. Der Marketingdruck richtet sich gezielt an Frauen und drängt sie unaufhörlich dazu, Kosmetika, Körperpflegeprodukte, Parfüms und Hygieneartikel zu kaufen, die fast alle petrochemische Stoffe enthalten und in Plastik verpackt sind. Selbst die grundlegendsten Hygieneartikel bleiben von dieser Gefahr nicht verschont: Die meisten Damenbinden und Tampons, die für die breite Öffentlichkeit erschwinglich und leicht erhältlich sind, enthalten Plastik, das für den Körper schädlich ist.

In Kunststoffen wurden mehr als 16’000 Chemikalien nachgewiesen, und die meisten dieser Stoffe wurden noch nie auf ihre Sicherheit bei direkter und indirekter Exposition für Menschen – insbesondere für Frauen – geprüft. Von diesen gelten bereits ein Viertel als gefährlich, doch nur 6 % unterliegen einer Regulierung. Der Rest? Niemand kontrolliert das.

Da es keine strengen Vorschriften und keine klare Kennzeichnung der Inhaltsstoffe auf Produkten und Verpackungen gibt, haben Frauen keine Möglichkeit, die mit ihren täglichen Routinen verbunden Risiken zu erkennen oder zu verstehen.

 

Die gesundheitlichen Kosten des Broterwerbs

Bildnachweis: Mumtahina Tanni

Frauen sind in der Überzahl Beschäftige in Branchen mit hoher chemischer Belastung: Reinigungsgewerbe, Abfallwirtschaft, Textilindustrie und Landwirtschaft. Viele dieser Tätigkeiten fallen in den informellen Sektor, was bedeutet, dass es keine Vorschriften gibt, die die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigen gewähleisten.

Diese Jobs werden meistens ohne angemessene persönliche Schutzausrüstung ausgeübt, fallen nicht unter den Arbeitsschutz, bieten keinen Anspruch auf Krankengeld und es fehlen Informationen über die Risiken, denen die Beschäftigten ausgesetzt sind oder sein werden. Lange Arbeitszeiten bedeuten eine ständige und intensive Belastung durch verschiedene Giftstoffe. Da diese Tätigkeiten zudem meist schlecht bezahlt sind, haben die Beschäftigten kaum Möglichkeiten, die Situation zu ändern.

Weltweit sind die meisten Müllsammler*innen, die auf offenen Mülldeponien arbeiten, Frauen. Die WECF berichtet, dass viele von ihnen das 30. Lebensjahr nicht überschreitet; und das ist keine Statistik aus längst vergangenen Zeit: das geschieht auch heute noch.

 

Dasselbe Plastik, unterschiedliche Auswirkungen

Bildnachweis: MART Production

Die Plastikkrise macht keine Unterschiede, wen sie betrifft, doch leider ist sie sehr selektiv darin, wie hart sie zuschlägt.

Frauen sind einer unverhältnismässig hohen chemischen Belastung ausgesetzt – durch ihre biologischen Körperfunktionen, ihre Rolle im Haushalt, die Arbeitsbedingungen, denen sie ausgesetzt sind und die überflüssigen Produkte, von denen ihnen eingeredet wird, dass sie sie brauchen. Trotz dieser zahlreichen negativen Auswirkungen werden Frauen nach wie vor viel zu selten in die Diskussionen einbezogen, in denen entschieden wird, was produziert, was reguliert und was gekeinnzeichnet wird.

Um dies zu ändern, brauchen wir mehr rechtlichen Schutz für Arbeitnehmende in Risikoberufen. Wir brauchen eine ehrliche Produktkennzeichnung. Wir brauchen Gesundheits- und Sicherheitsstandards, die auch im informellen Sektor gelten. Und wir brauchen mehr Frauen in den Gremien, in denen Entscheidungen und Vorschriften zu Chemikalien und zur Produktion getroffen werden.

Die Plastikkrise ist eine Krise für die Gesundheit von Frauen – das war schon immer so. Die Frage ist nur: Wie lange wollen wir noch so tun, als wäre das nicht der Fall?

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FayrouzDie Plastikkrise ist auch eine Gesundheitskrise für Frauen

APRIL 2026 : DIE WICHTIGSTEN NEWS DES MONATS

by Seema on 7. April 2026 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats:

Die durch den Krieg in Westasien verursachte toxische Verschmutzung wird sich ausbreiten und noch Jahrzehnte andauern

Saurer Regen, Luftverschmutzung, Ölkatastrophen und die Rückkehr zahlreicher Länder zu umweltschädlichen Brennstoffen sind nur einige der katastrophalen gesundheitlichen und ökologischen Folgen des Konflikts – Folgen, die noch lange zu spüren sein werden, nachdem sich die Finanzmärkte wieder stabilisiert haben und das Medieninteresse sich anderen Themen zugewandt hat. 

 

Nestlé muss sich wegen illegaler Entsorgung von Plastikflaschen in französischen Wäldern vor Gericht verantworten

Die Staatsanwaltschaft der Region Vosges wirft dem weltweit grössten Mineralwasserhersteller vor, jahrzehntelang Böden und Gewässer illegal mit Plastikabfällen aus seinen Werken verschmutzt zu haben, wodurch Ökosysteme und Millionen von Anwohnenden einer beispiellosen und unermesslichen Mikroplastikbelastung ausgesetzt wurden. 

 

 

Könnte der Verzicht auf Plastik die Chancen auf ein Baby erhöhen?

Eine neue Netflix-Dokumentation mit dem Titel „The Plastic Detox“ begleitet sechs Paare mit unklarer Unfruchtbarkeit über einen Zeitraum von sechs Monaten dabei, wie sie ihren Kontakt mit Kunststoffen reduzieren: Wird es ihnen helfen, endlich ein Kind zu bekommen? 

Achtung Spoiler: Netflix hat zudem einen Artikel veröffentlicht, in dem gezeigt wird, was geschah, nachdem die Kameras ausgeschaltet wurden. 

 

Tödlicher Erdrutsch auf Jakartas grösster Mülldeponie: Sieben Menschen unter Abfall begraben

Die zweite tödliche Müllkatastrophe in diesem Jahr in Südostasien, auf der Bantar Gebang – Indonesiens grösster Mülldeponie-, führt zu Forderungen nach einer Reform des Systems und einem besseren Schutz für Abfallsammler*innen.

 

„Klimagaslighting“ ist das neue Greenwashing

Ein neuer Bericht von Clean Creatives, in dem über 1800 Werbeanzeigen analysiert wurden, belegt, dass die grossen Ölkonzerne nicht mehr nur grüne Versprechen machen, sondern fossile Brennstoffe als unverzichtbar für die Gesellschaft darstellen und ihre Pläne für eine Energiewende stillschweigend aufgeben.

 

Erwachsene nehmen jedes Jahr 250 g Mikroplastik zu sich: eine Zeitbombe für unsere Gesundheit

Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift Molecular and Cellular Biochemistry veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass Erwachsene jährlich eine Menge an Mikroplastik in der Grösse eines Esstellers zu sich nehmen, und identifiziert fünf zentrale biologische Wege, über die die Kunststoffpartikel das Gehirn schädigen und das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson erhöhen können. 

 

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SeemaAPRIL 2026 : DIE WICHTIGSTEN NEWS DES MONATS

Frauen gestalten unsere Zero Waste Zukunft

by Seema on 11. März 2026 No comments

Zum Internationalen Frauentag stellen wir fünf Freiwillige in den Mittelpunkt, die die Art und Weise verändern, wie ihre Gemeinschaften über Abfall denken.

Vom Klassenzimmer in Indonesien über Restaurants in Thailand und Insel-Cleanups in Malaysia bis zur Buchhandlung in der Schweiz – diese Frauen warten nicht auf Erlaubnis oder den perfekten Moment, um zu handeln. Sie kompostieren, richten Nachfüllsysteme ein, hinterfragen Verpackungsnormen, verwandeln Küchenabfälle in neue Produkte und setzen Mülltrennung dort um, wo es sie zuvor nicht gab. Gleichzeitig inspirieren sie andere, das scheinbar „Normale“ neu zu überdenken.

Ihre Geschichten beweisen, dass Zero Waste kein abstraktes Ideal ist, sondern etwas, das bereits durch alltägliche, praktische Entscheidungen umgesetzt wird.

Ining, Trash Hero Yogyakarta, Indonesien

Als Ining ein Kind war, konnte sie den Plastikmüll, den sie am Strassenrand sah, nicht ignorieren. Auf dem Heimweg von der Schule hob sie ihn auf und trug ihn nach Hause, um ihn da wegzuwerfen. Niemand hatte sie darum gebeten, aber für sie fühlte es sich falsch an, daran vorbeizugehen.

Dieser Instinkt blieb ihr erhalten. Als sie älter wurde, entwickelte sie ein stärkeres Bewusstsein für ihren eigenen Konsum. Sie begann, nur noch das zu kaufen, was sie wirklich brauchte, verzichtete auf Einwegplastik und ignorierte Modetrends. 2017 nahm ihre Schule gemeinsam mit Trash Hero am Clean Up Jakarta Day teil. Dort lerne sie unsere Freiwillige Amelia kennen und beschloss, sich zu engagieren.

Heute unterrichtet Ining Naturwissenschaften an einer Montessori-Mittelschule in Yogyakarta und sie integriert Umweltaktivitäten bei jeder Gelegenheit in den Schulalltag. Sie hat dazu beigetragen, ein Wasserauffüllsystem einzuführen, die Schüler*innen dazu ermutigt, wiederverwendbare Flaschen und Brotdosen mitzubringen, Ausflüge zum Pflanzen von Bäumen und Mangroven organisiert und die Einrichtung einer Zero Waste Kantine unterstützt. Ausserhalb der Schule nimmt sie regelmässig an Cleanups teil, hält Vorträge bei Veranstaltungen in der Gemeinschaft und Hochschulen und leitet Workshops, in denen organische Abfälle wie Speiseöl, Kaffeesatz und Öko-Enzyme zu nützlichen Produkten wie Seife und Kerzen verarbeitet werden. Zu Hause kompostiert sie und nutzt die Erde für ihren Garten.

Der Weg dorthin war nicht einfach. Als die Schule erstmals ihre Zero Waste Richtlinien einführte, protestierten einige Eltern und Mitarbeiter, dass dies viel zu kompliziert sei. Zu Hause teilen nicht alle das gleiche Bewusstsein. Nachbarn empfinden ihr Kompostieren und die Zucht von Maden als „schmutzig“, obwohl die üblichen lokalen Abfallpraktiken darin bestehen, Abfall zu verbrennen oder in den Fluss zu werfen.

Für Ining ist diese Arbeit jedoch keine Belastung. „Freiwilligenarbeit ist keine Verpflichtung. Es ist meine Identität. Und vor allem macht es mich glücklich.”

Aleks, Trash Hero Liestal, Schweiz

Für Aleks begann alles mit einem Foto. Als sie 2011 in Montenegro Urlaub machte, wollte sie ein Foto an einem wunderschönen Strand machen, aber der Sand war mit angespültem Abfall übersät. Also räumte sie ihn weg. Das Überraschende daran war, dass ihr das Aufräumen des Strandes mehr Freude bereitete als das Fotografieren.

Von diesem Moment an entwickelte sie die einfache Gewohnheit, überall, wo sie hinging, den Abfall aufzuheben, egal ob am Strand, in den Bergen oder in der Stadt. Aber diese Gewohnheit führte zu grösseren Fragen. Warum gibt es so viel Verpackungsmüll? Warum sind unverpackte Produkte selten und teuer? Warum sind Bio-Lebensmittel teuer, während mit Pestiziden belastete Lebensmittel billig sind? Wer profitiert von diesem System?

Diese Fragen veranlassten sie schliesslich dazu, 2024 ein Trash Hero Chapter in Liestal zu gründen. Ihr Ziel war es nicht nur aufzuräumen, sondern auch andere zu inspirieren und das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Veränderungen zu schärfen. Seitdem haben sich viele Menschen angeschlossen und lokale Unternehmen haben angeboten, Hilfsmittel, Materialien und sogar Schaufensterflächen zur Verfügung zu stellen, um die Botschaft zu verbreiten.

Sie hat etwas Bemerkenswertes festgestellt: eine auffallend grosse Zahl von Frauen engagiert sich sowohl als aktive Teilnehmerinnen als auch als Unterstützerinnen. Ihr Engagement spiegelt ein starkes Verantwortungsbewusstsein für die Gesundheit ihrer Gesellschaft und Umwelt wider.

„Jeder noch so kleine Beitrag macht einen Unterschied“ ist das Motto von Aleks. Veränderung kann mit einem einzigen Stück Müll beginnen und sich zu einer Infragestellung der Systeme ausweiten, die ihn verursacht haben.

Zurainee, Trash Hero Kota Kinabalu, Malaysia

Zurainee wuchs an der Küste von Kota Kinabalu, Sabah, Malaysia auf. Als Kind war der Strand ihr Spielplatz. Im Laufe der Jahre beobachtete sie, wie er sich veränderte. Was einst sauber und unberührt war, wurde langsam mit Müll übersät.

„Es ist herzzerreissend, zu sehen, wie sich die Umweltverschmutzung in unsere Umwelt eingeschlichen hat.“

Ein viraler Beitrag in den sozialen Medien inspirierte sie zum Handeln. Es handelte sich dabei nicht um eine Kampagne oder eine Rede, sondern um ein Video eines Mannes, der beim Aufsammeln von Müll gefilmt worden war, ohne zu wissen, dass er aufgenommen wurde. Seine stille Aufrichtigkeit bewegte sie zutiefst. Wenn er versucht, Dinge zu verändern, ohne Anerkennung zu erwarten, dann kann sie das auch.

Sie trat einem lokalen Trash Hero Chapter bei und leitet dieses nun. Ihre Beachcleanups spiegeln einfache Werte wider und sind naturverbunden. Die Freiwilligen verwenden Stoffhandschuhe und wiederverwendbare Jutesäcke anstelle von Einwegmaterialien, um keine neuen Abfälle zu verursachen. Erfrischungen werden im Zero Waste-Stil serviert – Wasser zum Nachfüllen, Essen auf Bananenblättern. Sie hat diesen Ansatz mit anderen lokalen Organisationen geteilt, damit diese ihn bei ihren eigenen Veranstaltungen anwenden können.

Zu Hause trennt Zurainee organische Abfälle und kompostiert sie. Gebrauchtes Speiseöl und Aluminiumdosen werden zum Recycling gebracht. Ihre Familie verwendet wiederverwendbare Flaschen und vermeidet Einwegplastik. Sie kaufen lieber gebrauchte Kleidung als neue.

Im Laufe der Jahre hat sie beobachtet, wie das Bewusstsein gewachsen ist und Freund*innen und Nachbar*innen umweltfreundlichere Gewohnheiten angenommen haben. Ihre Botschaft an Frauen ist klar: Perfektion ist nicht das Ziel. „Bei Zero Waste geht es um kleine, bewusste Entscheidung im Alltag. Was wir praktizieren, sehen unsere Kinder und was wir wertschätzen, übernehmen unsere Familien.“

Resa, Trash Hero Ende, Indonesien

Die Umweltkarriere von Resa begann während ihres Studiums bei einem Praktikum in einer Stiftung für ökologischen Landbau in Bogor, Indonesien. Dort lernte sie, was es bedeutet, wenn Menschen im Einklang mit der Natur leben – nicht indem sie sie beherrschen, sondern indem sie mit ihr zusammenarbeiten.

Als sie Jahre später den Raja City Beach besuchte, war sie überrascht, wie sauber er war. Sie erfuhr, dass Trash Hero Ende dort kürzlich einen Cleanup organisiert hatte. Das bewegte sie, denn sie spürte den Schweiss, die Anstrengung und das Engagement, das dahintersteckt. Im September 2019 nahm sie an ihrem ersten Cleanup teil und ist seitdem als aktive Freiwillige dabei.

In ihrem Alltag arbeitet Resa im Bereich Monitoring und Evaluation für eine humanitäre NGO. Ausserhalb ihrer Arbeit konzentriert sie sich darauf, Einwegplastik zu Hause und in ihrer Gemeinschaft zu reduzieren. Derzeit gründet sie ein Unternehmen für nachfüllbare Wasch- und Spülmittel, um das Problem der Verpackungsabfälle anzugehen – eine der hartnäckigsten Formen der Plastikverschmutzung in Indonesien.

Das Konzept des Nachfüllens an sich ist nicht neu. Beispielweise kaufen Menschen traditionell fossile Brennstoffe, indem sie ihre eigenen Behälter zum Befüllen mitbringen. Nachfüllbare Reinigungsprodukte sind jedoch nicht weit verbreitet und Resa hat festgestellt, dass Gewohnheiten und Denkweisen nur schwer zu ändern sind. Selbst auf dem Markt bestehen einige Verkäufer*innen immer noch darauf, ihr Plastikverpackungen zu geben, weil sie glauben, dass dies höflicher ist, anstatt sie ihre eigenen Taschen und Behälter verwenden zu lassen.

Aber sie gibt nicht auf. Sie weiss, dass Veränderungen Geduld erfordern. „Auch wenn ich mit meinem Beitrag nicht den gesamten Plastikabfall weltweit kontrollieren kann, so möchte ich alles tun, was ich kann, egal wie klein es auch sein mag.“

Roj, Trash Hero Koh Mak, Thailand

Rojs Bewusstsein für Abfall begann weit weg von der Heimat. Während eines Praktikums in einem Restaurant in Deutschland sah sie, wie Abfall sorgfältig in verschiedene Kategorien sortiert wurde – etwas, das in dieser Zeit in Thailand nicht üblich war. Diese Erfahrung hinterliess einen bleibenden Eindruck.

Später, als sie ihr eigenes Restaurant auf der Insel Koh Mak eröffnete, beschloss sie, von Anfang an eine ordnungsgemässe Mülltrennung einzuführen. Das Ergebnis war beeindruckend: nach der Trennung blieb nur noch sehr wenig für die öffentliche Müllabfuhr übrig.

Heute hat ihr Restaurant auch den Verbrauch von Einwegplastik deutlich reduziert. Plastikstrohhalme wurden durch Glasstrohhalme ersetzt. Anstelle von Wasserflaschen werden wiederbefüllbare Glasflaschen angeboten. Gebrauchtes Speiseöl wird zur Reinigungsseife verarbeitet. Limettenschalen und Küchenabfälle werden zu natürlichem Spülmittel.

Sie sind nicht ganz Zero Waste, beispielsweise stellen Takeaway-Verpackungen nach wie vor eine Herausforderung dar, aber Perfektion steht dem Fortschritt nicht im Weg. Das Leben auf einer kleinen Insel und in unmittelbarer Nähe zur Natur macht jede Entscheidung sichtbar. So hat Roj gelernt, das zu tun, was sie kann, jeden Gegenstand zu überdenken und ihn bewusster zu nutzen.

Es habe zwar einige Kosteneinsparungen gegeben, aber wichtiger sei das Gefühl des Stolzes. „Wir sind stolz darauf, ein Restaurant zu sein, das sich um die Umwelt kümmert. Unsere Mitarbeitenden und die Menschen um uns herum unterstützen uns dabei und das motiviert uns, uns weiter zu verbessern.“

Roj schloss sich 2018 Trash Hero Koh Mak an, nachdem sie erkannt hatte, wie wichtig es ist, die Insel sauber zu halten. Zunächst backte sie jede Woche Brownies für die Freiwilligen – heute leitet sie das Chapter.

Ihren Rat an andere, die ebenfalls Abfall reduzieren möchten, ist praxisnah: Fange klein an, eine Veränderung nach der anderen.

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SeemaFrauen gestalten unsere Zero Waste Zukunft

MÄRZ 2026 : DIE WICHTIGSTEN NEWS DES MONATS

by Seema on 25. Februar 2026 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats:

Grosser Erfolg: Kanada erlaubt die gesetzliche Einstufung von Plastik als giftig

Die Initiative, alle hergestellten Kunststoffartikel als giftig einzustufen, begann 2021, als die liberale Regierung diese Erklärung in das kanadische Umweltschutzgesetz aufnahm. Nach lautstarken Protesten der Kunststoffindustrie wurde die Formulierung 2023 von einem Bundesrichter gestrichen.

Nun hat aber ein einstimmiges Urteil des Bundesberufungsgerichts diese Entscheidung aufgehoben und damit den Weg für Verbote von Einwegplastik in Ottawa und darüber hinaus geebnet.

 

Neue Erkenntnis: wissenschaftlich fundierte Methode, um Mikroplastik aus dem Körper zu entfernen

Erste Forschungen an Ratten in Japan deuten darauf hin, dass ein gewöhnlicher Bestandteil der Ernährung – Ballaststoffe – dazu beitragen könnte, dass aufgenommene Mikroplastikpartikel nicht in den Blutkreislauf gelangen und vollständig aus dem Darm entfernt werden.

Wissenschaftler*innen arbeiten derzeit daran, die genaue Art der Ballaststoffe zu identifizieren, welche diese Auswirkung hat. Für den Moment ist es trotzdem immer noch das beste, Mikroplastik möglichst zu meiden.

 

Durchbruch bei den Verhandlungen über das UN-Plastikabkommen: neuer Vorsitzender gewählt

Am 7. Februar wählten die Länder in Genf Julio Cordano, Chiles Chefunterhändler für Klimaverhandlungen, um die seit August 2025 ins Stocken geratenen Gespräche wiederzubeleben. Obwohl sich die Diskussionen bei diesem Meeting auf Verfahrensfragen beschränkten, zeigt das Ergebnis, dass Fortschritte möglich sind, wenn die beteiligten Staaten über das Konsensprinzip hinausgehen und alle verfügbaren Entscheidungsinstrumente nutzen.

 

In allen getesteten Kopfhörern wurden hormonell wirksame Chemikalien gefunden

Das Projekt Tox Free Life For All (giftfreies Leben für alle) stellte fest, dass alle 81 Modelle (In-Ear aber auch Over-Ear-Kopfhörer), darunter auch grosse Marken wie Bose, Samsung und Panasonic, giftige Zusatzstoffe enthielten. Ausserdem wurde festgestellt, dass die Migration von Plastik auf die Haut durch Hitze, Schweiss und täglichen Gebrauch zunimmt. 

Der Cocktail aus Chemikalien in Kunststoffen wird mit dem weltweiten Anstieg der Krebs-, Adipositas und Unfruchtbarkeitsraten in Verbindung gebracht.

 

Was wäre, wenn jede*r Zehnte die Ess-, Fahr-, Heiz- und Einkaufsgewohnheiten ändern würde?

Ein neuer AP-Bericht konzentriert sich auf amerikanische Verbraucher, der zeigt, dass 90 Millionen Tonnen weniger Treibhausgasemissionen in den USA ausgestossen würden, wenn nur 10 % der Bevölkerung ihren Lebensstil ändern. Eine wirklich bemerkenswerte Reduzierung.

Nun stellen wir uns vor, welche Auswirkung es hätte, wenn 1 von 10 umweltverschmutzende Unternehmen ihre Vorgehensweise ändern würde! Das hätte wahrscheinlich noch grössere Auswirkungen.

 

Es ist an der Zeit, die politische Macht der Umweltverschmutzer ins Visier zu nehmen


 

Ein Ansatz zum Nachdenken: um den Klimawandel und die Umweltverschmutzung wirksam zu bekämpfen, sollten wir weniger Zeit damit verbringen, uns um die Emissionen zu sorgen, sondern viel mehr darauf zu konzentrieren, das Machtgefälle zwischen den Eigentümern grüner und fossiler Vermögenswerte zu beseitigen. Hier geht es zur vollständigen Analyse.

 

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Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

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SeemaMÄRZ 2026 : DIE WICHTIGSTEN NEWS DES MONATS

Februar 2026 : Die wichtigsten News des Monats

by Seema on 4. Februar 2026 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats

Plastikemissionen könnten die Gesundheitsschäden bis 2040 verdoppeln

Eine grosse neue Studie im Fachjournal The Lancet prognostiziert zunehmende Schäden, welche uns immer mehr Lebensjahre kosten werden, durch die Neuproduktion von Plastik – verursacht durch Treibhausgasemissionen, Luftverschmutzung und die Freisetzung giftiger Chemikalien.

Die Forschenden identifizierten Risiken in jeder Phase des Lebenszyklus von Plastik und kommen zum Schluss, dass nur ein grundlegender Systemwandel, einschliesslich Begrenzungen der Produktion, die erwarteten gesundheitlichen Belastungen verringern kann.

 

Mülldeponie in Cebu City, Philippinen, stürzt ein und begräbt dutzende Menschen

Eine als vermeidbar bezeichnete Tragödie kostete beim Einsturz einer Deponie 36 Abfallarbeiter*innen das Leben, weitere 18 Menschen wurden verletzt. Das Unglück hat Forderungen nach einer unabhängigen Untersuchung und einem grundlegenden Systemwandel ausgelöst.

Der Englische Artikel „living and dying on the edge of the dump“ gibt einen Einblick hinter die Kulissen des Lebens am Rand der Deponie.

 

Ölindustrie verkauft fossiles Plastik als „grün“

Eine umfangreiche neue Untersuchung zeigt, dass die weltweit grössten Kunststoffhersteller überwiegend neuen Plastik fälschlicherweise als „recycelt“ kennzeichnen und an Marken verkaufen, die ihn nutzen, um ihre Nachhaltigkeitsbilanz gegenüber der Kundschaft zu präsentieren.

Doch damit nicht genug: Die EU scheint dem Druck nachzugeben, diese irreführende Praxis sowohl zu legalisieren als auch zu subventionieren.

 

Warum Plastikverbote nicht funktionieren und was sich ändern muss

Die EU hat 2021 mehrere Einwegplastikprodukte verboten. Warum sind sie trotzdem noch im Umlauf?

Globale Märkte, schwache Kontrollen und rechtliche Schlupflöcher sind laut einem neuen Bericht der Deutschen Welle dafür verantwortlich.

 

Plastikabfall als Brennstoff im Haushalt gefährdet Millionen von Menschen

Laut neuer Forschung führen die weltweiten Trends von übermässiger Plastikproduktion, Abfallexporten (Müllverschiffung ins Ausland) und städtischer Armut dazu, dass Familien mit giftigem Müll Essen kochen und heizen müssen.

Die Studie untersuchte einkommensschwache Haushalte in 26 Ländern des Globalen Südens und stellte überall dieselben besorgniserregenden Muster fest. Die Forschenden fordern daher mehr Aufmerksamkeit für dieses versteckte Problem.

 

Über Cleanups hinaus: Ein Sonntag mit Trash Hero Jakarta

Die Jakarta Post berichtet über die Arbeit unserer indonesischen Freiwilligen und darüber, wie sie dazu beiträgt, die ursprünglichen Probleme an der Quelle anzugehen.

„Wissen aus der Praxis, verwurzelt in gelebter Erfahrung, hat die Kraft, politische Entscheidungen zu beeinflussen,“ schliesst die Reporterin.

 

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SeemaFebruar 2026 : Die wichtigsten News des Monats

Das erreicht man mit Menschen, die da sind

by Seema on 3. Februar 2026 No comments

Veränderung passiert, wenn Menschen handeln – und wir sind da, um genau das zu tun!

Jede Woche packen Trash Hero Freiwillige in ihren Gemeinschaften an. Wir sind da, um aufzuräumen, aufzuklären und Abfall zu verhindern. Dieses Jahr waren wir in 95 Orten in 14 Ländern aktiv (Kambodscha, Tschechien, Deutschland, Indonesien, Japan, Kuwait, Malaysia, Myanmar, Serbien, Südkorea, Schweiz, Thailand, USA und Vietnam).

Mit den weltweit erfassten Daten aus 2025 zeigen wir in diesem kurzen Video, was wir zusammen geschafft haben:

Im Folgenden zeigen wir die Wirkung unserer Kernprogramme im Detail.

Handeln und Bewusstsein (wöchentliche Cleanups)

Alleine im Jahr 2025 haben die Freiwilligen von Trash Hero 2’071 Aufräumaktionen organisiert und 37’089 Freiwillige mobilisiert, davon waren 10’992 unter 16 Jahre alt! Zusammen haben sie über 115,1 Tonnen Abfall gesammelt!

Damit kommen wir von Dezember 2013 bis Dezember 2025 auf:

  • 25’378 Aufräumaktionen organisiert
  • 599’248 Freiwillige, darunter 165’842 Kinder mobilisiert
  • 2’716’807 kg gesammelter Abfall

Trash Hero Communities

Dank ihres konsequenten und zuverlässigen Engagements erhalten unsere Freiwilligen oft die Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Sichtweisen zum Thema Abfall weiterzugeben. Dazu gehören Bildungsvorträge, die Unterstützung von Zero Waste-Veranstaltungen oder die Teilnahme an politischen Diskussionen. Im Jahr 2025 organisierten die Freiwilligen von Trash Hero 237 Community-Veranstaltungen oder nahmen daran teil und brachten 14’425 Menschen die Problematik der Plastikverschmutzung und die erforderlichen Massnahmen zur Lösung des Problems näher.

Seit 2022 haben die Freiwilligen von Trash Hero 40’110 Menschen an 700 solchen Veranstaltungen erreicht und motiviert.

Unser Trash Hero Communities Programm umfasst unser kostenloses Wassernachfüllnetzwerk, das derzeit aus 584 Partnerunternehmen besteht. Allein im Jahr 2025 haben diese Unternehmen dazu beigetragen, die Verwendung von 1,8 Millionen Einweg-Plastikflaschen zu verhindern und 98 Tonnen CO2-Emissionen zu vermeiden! Seit Projektbeginn haben wir:

Trash Hero Kids Programm

Unser Trash Hero Kids Programm bezieht Grundschulkinder in den Schutz ihrer Umwelt ein und nutzt dabei ein Geschichten- und Aktivitätsbuch, um langfristige Verhaltensänderungen zu fördern. Im Jahr 2025 nahmen 629 neue Kinder an dem Programm teil. Ausserdem haben wir 59 Veranstaltungen für Kinder durchgeführt und 6’856 Kinder unter 16 Jahren für die kritischen Themen der Plastikverschmutzung sensibilisiert. Wir haben 2022 begonnen, diese Veranstaltungen zu protokollieren. Seitdem haben wir insgesamt 298 Kinderveranstaltungen mit 21’366 Kindern durchgeführt.

Vielen Dank an alle, die sich im Laufe der Jahre beteiligt, organisiert, gespendetund an u ns geglaubt haben. Ihr seid ein wichtiger Teil unserer Bewegung!

Wir hoffen, dass ihr 2026 wieder dabei seid.

 

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SeemaDas erreicht man mit Menschen, die da sind

Januar 2026 : Die wichtigsten News des Monats

by Seema on 16. Januar 2026 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats

Wiederverwendungssysteme könnten einen Grossteil der Plastikverschmutzung stoppen

97 % der Verschmutzung durch Verpackungen könnten bis 2040 verhindert werden. Durch Investitionen in Wiederverwendungs­infrastruktur und den Ersatz von Plastik durch sicherere alternative Materialien wäre dies möglich, so die Pew Foundation. Ihr Bericht Breaking the Plastic Wave 2025 prognostiziert ausserdem, dass sich die Plastikverschmutzung im gleichen Zeitraum verdoppeln wird, wenn nichts unternommen wird.

 

Werbung von Nike, Lacoste und Superdry wegen Greenwashing verboten

Im Rahmen des Vorgehenes gegen Greenwashing hat die britische Werbeaufsichtsbehörde Advertising Standards Agency festgestellt, dass die grossen Marken Nike, Superdry und Lacoste in diesem Jahr in Google-Anzeigen übertriebene und nicht belegte Aussagen zu den angeblichen Umweltvorteilen ihrer Kleidung gemacht haben.

 

„Upgecycelte“ Kleidung verschärft das Mikroplastikproblem

Recyceltes Polyester, das von grossen Marken wie Patagonia, Zara und H&M als „upgecyceltes“ und nachhaltiges Material beworben wird, hat in Labortests der Changing Markets Foundation 55 % mehr Mikroplastikfasern freigesetzt als herkömmliches Polyester. Sein zunehmender Einsatz verschärft damit die Verschmutzung, die es eigentlich reduzieren sollte.

 

Erfahrene Aktivistin nimmt weiteren Chemieriesen ins Visier

Die renommierte Goldman-Preisträgerin Diane Wilson hat die Absicht erklärt, den Petrochemie-Giganten Dow zu verklagen, weil ihre Organisation unzählige Mengen an Nurdles (Plastikpellets) und andere Schadstoffe festgestellt hat, die aus dem Werk in Seadrift, Texas, in die umliegenden Gewässer und Gebiete gelangen.

 

Dörfer rund um Hanoi recyceln den Müll der Welt – und bezahlen mit ihrer Gesundheit

Übermässige Einfuhr und Lagerung von Abfällen sowie nur geringe Regulierung haben die Bevölkerung der Vororte von Hanoi gefährlichen Giftstoffen ausgesetzt, was laut einer Untersuchung von AFP zu einer um ein ganzes Jahrzehnt geringeren Lebenserwartung im Vergleich zum nationalen Durchschnitt in Vietnam führt.

 

Warum globale Umweltverhandlungen immer wieder scheitern – und was wir dagegen können

„Wir müssen ein System modernisieren, das für eine andere Zeit und andere Probleme geschaffen wurde als die komplexen, vernetzten Herausforderungen, denen wir heute gegenüberstehen“, sagt Professorin Catalina Turcu von der UCL in einem interessanten Beitrag über globale Umweltpolitik-Verhandlungen.

 

Lissabon erweitert Pfandbechersystem

Der 2025 in Lissabon getestete Pfandbecher-Service CopoMais wird im ersten Quartal dieses Jahres im gesamten Stadtzentrum eingeführt. Damit gehört Lissabon zu den ersten europäischen Städten, die grossflächig Mehrweg ermöglichen. So werden Millionen Einwegbecher für To-go-Getränke eingespart. Die Initiative ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung, einem Unternehmen für Kreislaufwirtschaft und dem Verband der portugiesischen Hotel- und Gastronomiebranche.

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

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SeemaJanuar 2026 : Die wichtigsten News des Monats

Welcher Volunteer-Leader-Typ bist du?

by Seema on 14. Januar 2026 No comments

Zu Beginn des Jahres 2026 blicken viele von uns nach vorn – auf der Suche nach Vorsätzen, die wirklich zählen: solche, die etwas in der Welt bewirken, die Gemeinschaft stärken und langfristig Bestand haben. Wenn du schon einmal den Wunsch hattest, etwas Positives in deiner Nachbarschaft zu starten, aber nicht genau wusstest, wie, bist du damit nicht allein.

Trash Hero Chapters (ehrenamtliche Gruppen) entstehen nach einer einfachen Formel: engagierte Menschen aus der Region treffen sich regelmässig, um gemeinsam aufzuräumen, sich zu vernetzen und dabei ihre Gemeinschaft wachsen zu lassen. Hintergrundwissen, Planung und Kampagnenfähigkeiten kann man sich unterwegs aneignen. Was sich nicht lernen lässt, ist deine eigene Beziehung zu dem Ort, an dem du lebst.

Bevor du dich zu etwas verpflichtest, ist ein wichtiger erster Schritt, deine eigenen Fähigkeiten zu erkennen und wertzuschätzen. Führung im Ehrenamt hat viele Gesichter, und die stärksten Teams entstehen, wenn unterschiedliche Stärken zusammenpassen. Unser kurzer Quiz unten kann dir helfen, deinen natürlichen Führungsstil zu erkennen – und die Art von Gründungsteam, das du eines Tages um dich herum aufbauen könntest.

Meistens A – Netzwerker*in
Du kennst Menschen aus unterschiedlichen Bereichen – Eltern, Vereine, lokale Cafés, Wochenmärkte, Facebook-Gruppen – und stellst von Natur aus Verbindungen her. Du baust Vertrauen auf, weil du genau weisst, wen du ansprechen und wem du jemanden vorstellen solltest.

Bewegungen beginnen mit Verbindung – und genau das bringst du bereits mit. Ein Chapter, das von dir gestartet wird, wird sich von Tag eins wie ein Gemeinschaftsprojekt anfühlen, nicht wie eine Einzelmission.

Meistens B – Organisator*in
Du setzt Ideen in die Tat um, indem du den Ablauf planst, den Ort prüfst, die Ausrüstung sortierst und die Rollen klar verteilst, sodass andere leicht mitmachen können. Deine Führung ist nicht laut, aber effektiv – alle wissen immer, wo sie sein müssen und was als Nächstes zu tun ist.

Zuverlässigkeit und die Fähigkeit, Komplexes einfach zu machen, geben den Freiwilligen Sicherheit. Ein Chapter, das du startest, wird eine klare Struktur haben, sodass andere unkompliziert einsteigen können.

Meistens C – Motivator*in
Du inspirierst andere zum Mitmachen, indem du es persönlich und machbar wirken lässt. Du kannst Menschen motivieren, ohne Druck auszuüben, und ein zögerliches „Vielleicht“ mit wenigen Worten in ein begeistertes „Warum nicht?“ verwandeln. Das ist mehr als blosses Anfeuern – du hilfst den Menschen zu glauben, dass sie gemeinsam wirklich etwas bewirken können.

Besonders gut bist du darin, kleine Erfolge zu feiern, was die Motivation langfristig aufrechterhält. Ein Chapter, das du gründest, wird sinnvoll, hoffnungsvoll und energiegeladen wirken – selbst an regnerischen Tagen.

Meistens D – Teamgestalter*in
Du verwandelst einmalige Aktionen in etwas Beständiges. Du hörst gut zu, merkst dir, was Menschen brauchen, und sorgst dafür, dass alle Freiwilligen sich wertgeschätzt und unterstützt fühlen. Du hilfst Teams, zusammenzuhalten, nachhaltig zu wachsen und Überlastung zu vermeiden.

Ausserdem bist du die Person, die ruhigere oder neue Mitglieder bemerkt und sanft einbindet, ohne dass es auffällt. Ein Chapter, das du startest, wird beständig, freundlich und mit echter Nachhaltigkeit wachsen.

Erkennst du dich wieder?
Wenn dich einer dieser Führungsstile angesprochen hat, ist das grossartig. Wichtig ist jedoch, daran zu denken, dass kein Stil von Natur aus „besser“ ist als ein anderer. Starke Volunteer-Gruppen entstehen nur selten um eine einzige perfekte Führungspersönlichkeit. Sie werden von Teams aufgebaut, deren Mitglieder sich mit unterschiedlichen, sich ergänzenden Fähigkeiten einbringen, die sich für dieselben Themen interessieren und gemeinsam die Motivation teilen, etwas zu bewegen.

Und genau so entstehen Trash Hero Chapters. Ob du nun Netzwerker*in, Organisator*in, Motivator*in oder Teamgestalter*in bist – du bringst bereits eine der wichtigsten Zutaten mit, und dein Gründungsteam ist vielleicht näher, als du denkst (hol einfach deine Freund*innen dazu, dieses Quiz zu machen!). Und egal, welche Mischung ihr am Ende habt – wir unterstützen euch dabei.

Wenn 2026 für dich das Jahr ist, in dem aus dem Gedanken „Jemand sollte etwas gegen Plastikverschmutzung tun“ ein gemeinsames „Lasst uns zusammen etwas tun“ wird, dann musst du nur deine Leute zusammentrommeln und auf unsere Seite „neue Gruppe gründen“ gehen oder uns direkt kontaktieren. Wenn du dich entscheidest, loszulegen, begleiten wir dich beim Start deiner ersten Cleanup-Aktion – und darüber hinaus.

So haben wir unsere globale Bewegung aufgebaut – mit Freiwilligen, die unterwegs lernen und wachsen. Es ist keine Perfektion nötig, keine einsamen Held*innen, einfach Menschen, die sich für ihren Ort einsetzen und aktiv werden. Könnte das auf dich zutreffen?

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SeemaWelcher Volunteer-Leader-Typ bist du?