Warum Recycling von Plastik nicht funktioniert

by Seema on 7. November 2024 No comments

Ja, du hast richtig gelesen: Mehr Recycling wird das Problem der Verschmutzung durch Plastik leider nicht lösen. Hier sind die Gründe:

In diesem Gespräch wurden viele verschiedene Punkte angesprochen. Schauen wir sie uns genauer an.

Plastik ist schwierig und teuer zu recyceln

Recycling von Plastik ist schwierig, denn es gibt Tausende von verschiedenen Arten, Farben und Zusatzstoffen – man denke nur an das durchschnittliche Supermarktregal! All die verschiedenen Plastikarten werden normalerweise zusammen gesammelt, und das Aussortieren in der Fabrik ist teuer und nicht immer effektiv. Eine ungenaue Sortierung führt zu Verunreinigungen, so dass unter Umständen eine ganze Produktionseinheit weggeworfen werden muss. Das bedeutet auch, dass recycelte Produkte von geringerer Qualität sind und neues Plastik (aus fossilen Rohstoffen) beigemischt werden muss, damit sie funktionieren. Die für die Herstellung von recyceltem Plastik erforderlichen Sortier- und Behandlungsverfahren machen den Verkauf von recyceltem Plastik teuer – es kostet in der Regel mehr als neues Plastik. Das bedeutet, dass es für Unternehmen oft nicht kosteneffizient ist, auf die Verwendung von recyceltem Plastik umzustellen.

Recycling-Pfeile sind bedeutungslos

Die kleinen Symbole mit den Pfeilen auf Plastikverpackungen geben uns vielleicht ein gutes Gefühl, aber sie sind keine Garantie dafür, dass das Plastik recycelt werden kann oder wird.

Wenn die Pfeile, die du siehst, eine Zahl enthalten, ist dies das Symbol für die jeweilige Art von Plastik, aus dem es hergestellt ist. Es gibt 6 Grundarten 1. PET (Polyethylenterephthalat)
2. HDPE (Hart-Polyethylen)
3. PVC (Polyvinylchlorid)
4. LDPE (Low-Density Polyethylene)
5. PP (Polypropylen)
6. PS (Polystyrol)
Der siebte Typ ist „Sonstige“, was „alles andere“ bedeutet – Tausende von Varianten! Nur zwei dieser Arten, nämlich die Nr. 1 (PET) und die Nr. 2 (HDPE), können tatsächlich recycelt werden, aber alle Nummern sind mit Pfeilen versehen. Wie irreführend ist das?!?

Plastik-Recycling funktioniert nicht unendlich

Im Gegensatz zu anderen Materialien wie Glas oder Metall kann Plastik nur ein- oder zweimal recycelt werden, bevor es zu sehr zerfällt, um noch nützlich zu sein. Es handelt sich also nicht um einen endlosen Kreislauf, wie wir vielleicht hoffen.

Nein, das dreht sich immer noch nicht im Kreis…

Aufgrund der spezifischen Eigenschaften von Plastik und des hohen Verunreinigungsrisikos wird es – wenn es überhaupt recycelt werden kann – in der Regel downgecycelt. In other words, it gets turned into a different kind of product from its original use. For example, plastic bottles (made from PET) are often downcycled into clothing or carpets. Plastic bags (made from LDPE) can get downcycled into waste bins or garden furniture. These new products can’t be recycled further so they eventually end up in landfill, incinerated or in nature. Around 2% of plastic is effectively recycled, which means it gets turned into something similar to its original use, so a plastic bottle to a plastic bottle. But this only adds 1 or 2 extra „loops“ to its life – after that this plastic too will degrade and get thrown away.

Recycling von Plastik ist nicht sicher

Wie wir wissen, enthält Plastik viele chemische Zusatzstoffe – manchmal die Hälfte oder sogar mehr des Gesamtgewichts des Materials. In Kunststoffen wurden etwa 16’000 verschiedene Substanzen nachgewiesen, aber über kaum eine ist etwas bekannt – geschweige denn darüber, was passiert, wenn sie im Recyclingprozess mit anderen vermischt werden.

Wissenschaftler*innen sind besorgt, weil sie gefährliche Chemikalien wie Flammschutzmittel in recycelten Kunststoff-Kochutensilien gefunden haben. Das ist problematisch, da diese direkt mit unserer Nahrung in Kontakt kommen.

Plastik zu recyceln bedeutet ausserdem, dass das Material zerkleinert, geschreddert und erhitzt wird. Dadurch sind die Arbeiter*innen einem höheren Risiko ausgesetzt, diese schädlichen Chemikalien über Hautkontakt sowie das Einatmen von Dämpfen und Mikroplastik aufzunehmen. In vielen Ländern erhalten sie weder angemessenen Schutz, um sich zu sichern, noch medizinische Versorgung, die ihnen hilft, die Folgen zu bewältigen.

Es gibt viel zu viel Plastik zum Recyceln

Vergessen wir nicht das eigentliche Problem mit Plastik: Wir produzieren es in einem alarmierenden Tempo, viel schneller, als wir es überhaupt recyceln könnten. Und meistens wollen wir es gar nicht recyceln, weil Recycling kompliziert und teuer ist. Ein Grossteil des Plastiks landet daher in ärmeren Ländern, die damit umgehen müssen. Dieser Handel wird als internationaler Müllhandel bezeichnet. Aber warum sollten diese Länder den Abfall anderer Leute überhaupt wollen? Manchmal wird ihnen dafür Geld versprochen, manchmal wird er (fälschlicherweise) als nützliche Ware deklariert.

So oder so, wenn der Abfall dort ankommt, wird er in der Regel von den Unternehmen, die das Geld dafür bekommen haben, entsorgt oder verbrannt, selbst wenn sie versprochen haben, ihn zu recyceln. Dieses ungerechte System belastet die Entwicklungsländer, die oft nicht über die nötigen Einrichtungen verfügen, um ihre eigenen Abfälle zu entsorgen, ganz zu schweigen von den Abfällen aus dem Ausland.

Zusammengefasst: Wenn wir sagen, dass das Plastikrecycling nicht funktioniert, meinen wir, dass es sowohl zu viel Plastik als auch zu viele verschiedene Arten davon gibt, um sie durch Recycling zu bewältigen. Das Material selbst ist nicht dafür ausgelegt, recycelt zu werden, weshalb das Recycling teuer, unsicher ist und die Qualität bei jedem Durchgang abnimmt. Das bedeutet, dass immer mehr neues Plastik produziert werden muss, um das alte zu ersetzen – und genau das untergräbt den Zweck des Recyclings.

Wenn du mehr über das Recycling von Plastik und seine Funktionsweise erfahren willst, schau dir schau dir die Informationen in der untenstehenden Liste mit Artikeln und Videos an. Nimm dir Zeit alles zu erkunden, was dich interessiert. Du kannst dein Wissen auch im Quiz testen. Wenn du über Plastik und dessen Recycling nachdenkst oder die Frage unten beantworten möchtest, hinterlasse uns einen Kommentar!

❗ PROBIER DAS AUS

Recherchiere online oder offline: Welche Arten von Plastik (und anderen Materialien) können in deiner Gegend recycelt werden? Weisst du, was mit dem Material passiert, nachdem es die Recyclinganlage erreicht hat?

War es einfach, diese Informationen herauszufinden? Glaubst du, dass es transparenter sein könnte?


Möchtest du dein Wissen über das Recycling von Plastik testen?

MACH DAS QUIZ

❓ DU BIST DRAN

Recycling von Plastik ist nicht dasselbe wie Recycling anderer Materialien wie Metall oder Glas. Kannst du erklären, warum?

💡 Berücksichtige die wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Gründe.

Schreib uns deine Gedanken in die Kommentare!
Hinweis: Die Kommentare werden moderiert und erscheinen nicht sofort.

read more
SeemaWarum Recycling von Plastik nicht funktioniert

Wie Plastik den Klimawandel beeinflusst

by Seema on 7. November 2024 No comments

Plastik ist nicht nur ein Problem der Umweltverschmutzung und der Gesundheit der Menschen, sondern auch die am schnellsten wachsende industrielle Quelle von Treibhausgasemissionen auf unserem Planeten!

https://youtube.com/shorts/DcvsYvcgfNA

Igitt. Es ist wahr: Die Herstellung, Verwendung und Entsorgung von Plastik trägt heute schätzungsweise bis zu 8 % zu den weltweiten Treibhausgasemissionen pro Jahr bei (verglichen mit der gesamten Luftfahrtindustrie, schätzungsweise 3,5 % der Emissionen). Das bedeutet nicht, dass es in Ordnung ist, das Flugzeug zu nehmen, wenn es eine Alternative gibt! Es soll dir nur eine Vorstellung von der Grössenordnung des Problems geben. Aber wie ist diese Menge an Emissionen überhaupt möglich? Inzwischen wissen wir, dass Plastik aus fossilen Rohstoffen und Chemikalien hergestellt wird. In den 1950er Jahren, als Plastik zum ersten Mal in grösserem Umfang verwendet wurde, machte es weniger als 1 % des weltweiten Ölverbrauchs aus. Heute liegt der Anteil bei etwa 7 % und wird bis 2050 voraussichtlich auf 20 % ansteigen. Der Grund dafür ist, dass die grossen Ölgesellschaften glauben, dass die Herstellung von mehr Plastik ihre Gewinne sichern wird, wenn die Welt sich von fossilen Brennstoffen weg und hin zu erneuerbaren Energiequellen bewegt.

Um die Auswirkungen von Plastik auf das Klima zu verstehen, reicht es jedoch nicht aus, nur seine Inhaltsstoffe zu betrachten. Wir müssen den gesamten Weg des Kunststoffs betrachten, von seiner Herstellung bis zu dem, was nach dem Wegwerfen passiert – auch bekannt als Lebenszyklus. So erhalten wir ein viel umfassenderes Bild. Schauen wir uns die versteckten Emissionen während des Lebenszyklus von Plastik an.

EMISSIONEN AUS GEWINNUNG UND HERSTELLUNG

Die Reise des Plastiks beginnt mit der Gewinnung fossiler Rohstoffe aus der Erde, wobei Treibhausgase wie Kohlendioxid und Methan freigesetzt werden. Die Raffinations- und Herstellungsprozesse (das Cracken und die Polymerisation, die wir in Teil 1 kennengelernt haben) setzen dann weiteres CO2 und andere Schadstoffe in die Atmosphäre frei. Etwa 90 % der mit Plastik verbundenen Treibhausgasemissionen entstehen in dieser Produktionsphase.

Ausserdem wird Plastik in jeder Phase seines Lebenszyklus transportiert, wodurch mehr fossile Brennstoffe verbraucht werden.

EMISSIONEN AUS DER ENTSORGUNG

Der endlose Strom von Plastikverpackungen und -produkten, mit denen wir täglich zu tun haben, landet in der Regel entweder auf einer Mülldeponie oder wird verbrannt. Ein kleiner Teil wird recycelt. Und eine Menge Plastik gelangt auch in die Umwelt – dazu unten mehr. Die Lagerung von Plastik auf Deponien, insbesondere wenn es mit Lebensmittelabfällen und anderem organischen Material vermischt wird, schafft Bedingungen, unter denen Methan erzeugt wird. Methan – das du vielleicht aus Kuhfürzen kennst – ist ein Treibhausgas, das Wärme viel besser als CO2 in der Atmosphäre bindet. Es trägt dazu bei, dass der Klimawandel viel schneller voranschreitet. Mülldeponien sind weltweit die drittgrösste Quelle von Methanemissionen (Kühe und andere landwirtschaftliche Betriebe liegen – passenderweise – auf Platz 2, wobei die Energieerzeugung den ersten Platz einnimmt). Wenn wir dafür sorgen, dass Lebensmittelabfälle nicht zusammen mit Plastik und anderen nicht-organischen Materialien auf der Deponie landen, könnte dies erheblich reduziert werden.

Die Verbrennung von Plastik ist ein grosses Problem. Da es aus fossilen Rohstoffen hergestellt wird, hat es die gleichen Auswirkungen auf das Klima wie die Verbrennung von Öl und Gas, wobei zusätzlich giftige Chemikalien freigesetzt werden – oft in der Nähe von Wohnorten. Ein kleiner Teil des Plastiks wird recycelt, und bei diesem Prozess entstehen zwar einige Treibhausgasemissionen, aber weit weniger als bei der Herstellung von neuem Plastik. Theoretisch ist das Recycling von Plastik daher eine gute Option, um den Klimawandel zu bremsen. Aber es gibt noch andere Probleme mit dem Recycling von Plastik, die wir später sehen werden und die bedeuten, dass Recycling nicht so hilfreich ist, wie wir vielleicht denken.

EMISSIONEN VON PLASTIK IN DER UMWELT

Wissenschaftlich wurde festgestellt, dass Plastik in der Umwelt mit Sonnenlicht reagiert und Methan und andere Treibhausgase freisetzt. Mikroplastik ist auch ein Klimaproblem in der Atmosphäre und in den Ozeanen. In der Atmosphäre kann Mikroplastik, genau wie andere Arten der Luftverschmutzung, Wärme binden. Im Ozean hat es eine andere Wirkung. Meeresökosysteme tragen dazu bei, etwa die Hälfte des Kohlendioxids auf unserem Planeten zu absorbieren und zu speichern, was sie zu den grössten Kohlenstoffspeichern der Welt macht. Ein grosser Teil dieses CO2 wird von Plankton und anderen Mikroorganismen im Wasser aufgenommen und dann mit ihren Ausscheidungen in die Tiefsee transportiert. Doch die Zunahme von Mikroplastik in ihrer Nahrung stört diesen Prozess. Je stärker das Wasser verschmutzt wird, desto weniger Kohlendioxid kann aufgenommen werden. Dies bedroht nicht nur das Klima, sondern auch das Gleichgewicht und sogar das Überleben dieser schönen und wichtigen Ökosysteme.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Plastik in jeder Phase seines Lebens erhebliche und oft unerwartete negative Auswirkungen auf das Klima hat. Der grösste Teil der Auswirkungen entsteht bei der Herstellung von neuem Plastik, aber auch nachdem es weggeworfen wurde, verursacht es weiterhin Emissionen. Es kann sogar die natürlichen Prozesse des Planeten zur CO2-Bindung im Meer beeinträchtigen.

Wenn du mehr über die Auswirkungen von Plastik auf den Klimawandel erfahren möchtest, schau dir die Informationen in der untenstehenden Liste mit Artikeln und Videos an. Nimm dir Zeit alles zu erkunden, was dich interessiert. Du kannst dein Wissen auch im Quiz testen. Wenn du über Plastik und unser Klima nachdenkst oder die Frage unten beantworten möchtest, hinterlasse uns einen Kommentar!

❗ PROBIER DAS AUS

Kannst du ein Diagramm über den Lebenszyklus von Plastik zeichnen? Denkt daran, alle Phasen von der Gewinnung der Rohstoffe über die Produktion und Verwendung bis hin zur Entsorgung einzubeziehen – und alle weiteren, die dir einfallen. Vielleicht ist es hilfreich, jede Phase mit den verschiedenen Auswirkungen zu beschriften, über die wir bisher etwas gelernt haben.

Würdest du dein Diagramm in Form einer Linie oder eines Kreises erstellen? Weshalb?


Willst du dein Wissen über Plastik und Klima testen?

MACH DAS QUIZ

❓ DU BIST DRAN

Den Ölgesellschaften wird oft vorgeworfen, dass sie ihre Gewinne über die Menschen und den Planeten stellen. Stimmst du dieser Aussage zu?

💡 Überlege, was von diesen 3 Dingen für dich wichtig wäre.

Schreib uns deine Gedanken in die Kommentare!
Hinweis: Die Kommentare werden moderiert und erscheinen nicht sofort.

read more
SeemaWie Plastik den Klimawandel beeinflusst

Wie Plastik in deinen Körper gelangt

by Seema on 4. November 2024 No comments

Wenn du die beiden vorherigen Teile dieser Serie gelesen hast, hast du schon von Mikroplastik gehört.
Mikroplastik – und seine noch winzigeren Verwandten, die Nanoplastik – mögen zwar klein sein, aber sie sind eine wirklich grosse Sache!

In dieser Folge werden wir herausfinden, warum das so ist, woher sie kommen und wie sie überhaupt in unseren Körper gelangen.

Wissenschaftler*innen definieren Mikroplastik in der Regel als jedes Stück Plastik, das weniger als 5 mm (oder einen halben Zentimeter) lang ist. Einige davon sind sichtbar, aber die meisten sind zu winzig, um gesehen zu werden, da sie nur 1 Mikrometer (oder ein Tausendstel eines Millimeters) gross sind. Wenn sie diese Grösse unterschreiten, werden sie gewöhnlich als Nanoplastik bezeichnet. Der Einfachheit halber nennen wir sie aber vorerst alle „Mikroplastik“.

WOHER KOMMT MIKROPLASTIK?

Das meiste Mikroplastik beginnt sein Leben als Teil von etwas Grösserem. Wenn diese Gegenstände hergestellt, verwendet und weggeworfen werden, wird Mikroplastik freigesetzt. Dies geschieht in der Regel auf 3 Arten:

Reibung: Zwei der grössten Quellen von Mikroplastik sind Textilien und Autoreifen. Beim Herstellen, Waschen und Tragen von Kleidung aus synthetischen Fasern wie Polyester oder Acryl werden winzige Mikrofasern freigesetzt. Das Gleiche gilt für die Herstellung von synthetischen Teppichen und Möbeln sowie für das Gehen und Sitzen auf ihnen. Und beim Autofahren entstehen durch die Reibung zwischen Reifen und Fahrbahn winzige Partikel aus Mikroplastikstaub (wenn du dachtest, dass Reifen nur aus Gummi bestehen, irrst du dich – sie bestehen zu etwa 1/4 aus Plastik). In einer Studie aus dem Jahr 2020 wurde festgestellt, dass 78 % des Mikroplastiks in den Ozeanen von Reifen stammen!

Wenn Plastik heiss wird und mit anderen Dingen in Berührung kommt, zersetzt sich die Oberfläche viel leichter, z. B. wenn man mit Plastikgeschirr kocht, ein Fertiggericht in der Mikrowelle zubereitet oder sein Kleidungsstück in den Trockner steckt.

Zersplitterung: Wenn Plastik alt wird oder Dingen wie Sonnenlicht oder Wellen ausgesetzt ist, kann es spröde werden und in immer kleinere Stücke zerfallen. Dies geschieht sehr häufig im Meer oder auf offenen Mülldeponien, aber auch auf landwirtschaftlichen Flächen, wo Plastik zum Abdecken von Pflanzen verwendet wird.

Verbrennung: Die Verbrennung von Plastik zusammen mit anderen Abfällen ist eine gängige Methode zur Beseitigung des von uns produzierten Mülls. Dabei entsteht sowohl in den Emissionen als auch in der zurückbleibenden Asche eine Menge Mikroplastik.

Anderes Mikroplastik, wie z. B. Glitzer, fängt klein an – und wird mit der Zeit immer kleiner. Flüssiges Plastik ist häufig Bestandteil von Toilettenartikeln wie Lotionen, Make-up, Haarspülungen und Zahnpasta, wo es verwendet wird, um das Produkt zu verdichten und Haar und Körper glatt und glänzend zu machen. Sie alle werden nach dem Gebrauch als Mikroplastik in das Wassersystem gespült.

Granulat sind kleine Plastikkügelchen, die zur Herstellung von Plastikprodukten verwendet werden. Jedes Jahr werden Millionen von Tonnen hergestellt und in die ganze Welt transportiert, aber durch versehentliches Verschütten oder unvorsichtigen Umgang gelangen viele von ihnen in die Umwelt, wo sie sich dann wiederum in immer kleinere Teile zersetzen.

WIE GELANGT MIKROPLASTIK IN UNSEREN KÖRPER?

Sehr kleine Mikroplastikteile, wie Reifenstaub oder Textilfasern, können unsichtbar in der Luft schweben. Einige setzen sich zwar irgendwann ab, aber es kommt so viel neues Material dazu und wird herumgeweht, dass die gesamte Atmosphäre voll davon ist – sowohl in Innenräumen als auch im Freien. Du atmest im Moment definitiv Plastik ein!

Mikroplastik jeglicher Grösse kann in den Boden und ins Wasser gelangen, entweder direkt oder über die Kanalisation. Das bedeutet, dass sowohl Pflanzen als auch Tiere dem Mikroplastik ausgesetzt sind, und da wir Pflanzen und Tiere essen, gelangt das Mikroplastik auch auf diesem Weg in unseren Körper. Da Mikroplastik so weit verbreitet und so winzig ist, können wir es weder sehen noch kontrollieren.

Ausserdem verteilen wir Mikroplastik auf unserer Haut, unseren Haaren und Nägeln und nehmen noch mehr davon auf, wenn wir in Plastik verpackte Lebensmittel und Getränke kaufen, kochen und essen.

WELCHE AUSWIRKUNGEN HAT MIKROPLASTIK IN DEINEM KÖRPER?

Die Wissenschaft untersucht noch immer die Auswirkungen, die Mikroplastik auf unsere Gesundheit haben kann. Das Hauptproblem sind die chemischen Zusatzstoffe, die zur Herstellung von Plastik verwendet werden. Diese Zusatzstoffe können mehr als die Hälfte des Plastiks ausmachen!

Viele Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Chemikalien giftig sein können und auch die Funktionsweise unserer Hormone beeinflussen. Dies kann zu einem erhöhten Risiko für Diabetes, Fettleibigkeit, Herzkrankheiten, einige Krebsarten, Geburtsfehler, Frühgeburten, Gehirnstörungen und Unfruchtbarkeit führen.

Die Plastikteile selbst können zu Entzündungen oder Schäden an unseren Organen führen, vor allem, wenn wir über einen längeren Zeitraum einer grossen Menge von ihnen ausgesetzt sind. Sie können auch die ordnungsgemässe Aufnahme von Nährstoffen aus unserer Nahrung verhindern.

Da Plastik synthetisch und nicht natürlich ist, weiss unser Körper nicht, wie er es abbauen soll. Wenn es also einmal in unsere Lungen, unser Blut oder unser Gewebe gelangt ist, bleibt es einfach dort. Je mehr davon in die Umwelt gelangt, desto höher wird die Konzentration. Dies nennt man Bioakkumulation.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Mikroplastik in der Regel aus grösseren Plastikteilen entsteht, die sich zersetzen, und dass sie über die Nahrung, die wir essen, das Wasser, das wir trinken, und die Luft, die wir atmen, in unseren Körper gelangen können. Wenn sie erst einmal dort sind, können wir sie nicht so leicht wieder loswerden, und sie können unsere Gesundheit auf chemische und physikalische Weise beeinträchtigen.

Dies ist ein sehr umfangreiches Thema. Du findest viele Informationen und Erklärungen in der untenstehenden Liste mit Artikeln und Videos. Nimm dir Zeit und schau dir an, was dich interessiert. Du kannst dein Wissen auch direkt anwenden und im Quiz testen. Wenn du dir über Plastik und unsere Gesundheit Gedanken machst oder die untenstehende Frage beantworten möchtest, hinterlasse uns einen Kommentar!

❗ PROBIER DAS AUS

Mikroplastik setzt uns giftigen Chemikalien aus. Eine Möglichkeit, diese Belastung zu verringern, besteht darin, zu prüfen, ob die von dir verwendeten Kosmetik- oder Hygieneprodukte Mikroplastik enthalten. Eine Liste findest du hier.
Wenn dies der Fall ist, solltest du nach dem Aufbrauchen des Produkts nach natürlicheren Alternativen suchen.

Fallen dir noch andere Möglichkeiten ein, deine Belastung durch Mikroplastik zu verringern?


Möchtest du dein Wissen über Plastik und Gesundheit testen?

MACH DAS QUIZ

❓ DU BIST DRAN

Unser Körper ist nicht darauf ausgelegt, synthetische Chemikalien zu verarbeiten. Hältst du es für richtig, dass Unternehmen sie weiterhin in Produkten verwenden, obwohl wir ihre Auswirkungen noch nicht kennen?

💡 Überleg dir, ob der Nutzen die Risiken überwiegt. Was ist, wenn der mögliche Schaden nicht rückgängig zu machen ist?

Einige Wissenschaftler*innen sagen, wir sollten das „Vorsorgeprinzip“ anwenden, d. h. wenn die Gefahr eines irreversiblen Schadens besteht, sollten wir die Sache vermeiden. Andere wiederum argumentieren, dass zu grosse Vorsicht Innovationen verhindert.

Lass uns deine Meinung in den Kommentaren wissen!
Hinweis: Die Kommentare werden moderiert und erscheinen nicht sofort.

read more
SeemaWie Plastik in deinen Körper gelangt

Wie schadet Plastik dem lebendigen Planeten?

by Seema on 31. Oktober 2024 No comments

Schau dir das an:

Hat dich irgendetwas von dem Gespräch im Video überrascht? Die meisten Menschen wissen nur, dass Meereslebewesen durch Plastik gefährdet sind, aber die Realität ist viel schlimmer. Werfen wir einen Blick darauf.

WIE GENAU SCHADET PLASTIK DER NATUR?

Wie wir im ersten Teil unserer Serie gelernt haben, wird Plastik aus fossilen Rohstoffen und Chemikalien hergestellt – und es ist unter natürlichen Bedingungen praktisch unzerstörbar. Genau diese Eigenschaften machen es so gefährlich für natürliche Ökosysteme und das Leben in ihnen. Hier sind die fünf wichtigsten Arten, auf die Plastik die Tierwelt schädigen kann:

1. Verfangen: Plastik-Fischernetze, Sixpack-Ringe und Einkaufstüten sind häufige Gegenstände, in denen sich Tiere verfangen können – und es gibt noch viel mehr Gefahren. Für die Tiere ist es oft schwer sich zu befreien, und abgesehen davon, dass dies Stress verursacht, kann es für sie schwierig oder unmöglich sein, zu schwimmen, zu fliegen oder Raubtieren zu entkommen. Ausserdem kann es zu Verletzungen oder sogar zum Tod führen.

2. Verschlucken: Viele Tiere, z. B. Meeresschildkröten, Vögel und Fische, halten Plastikmüll für Nahrung, weil er aussieht oder riecht wie das, was sie normalerweise fressen. Eine Plastiktüte, die unter Wasser schwimmt, kann zum Beispiel wie eine Qualle aussehen. Und im Meer werden Plastikteile von Algen bedeckt und fangen an, wie kleine Fische, Krill genannt, zu riechen. An Land, vor allem in städtischen Gebieten, gibt es andere Tiere, die auf Nahrungssuche gehen, wie streunende Hunde, Füchse, Affen und sogar Elefanten oder Kamele. Die Nahrung, die sie finden, wird oft zusammen mit den Plastiktüten oder -verpackungen gefressen, in denen sie verpackt sind. Wenn Tiere Plastik jeglicher Art fressen, kann ihr Verdauungssystem blockiert werden, was zu einem langsamen Verhungern führt. Es kann auch zu inneren Verletzungen und Infektionen führen.

3. Chemische Belastung: Die schädlichen Chemikalien in Plastik können mit der Zeit in die Umwelt gelangen, wenn sie Sonnenlicht, Wasser und anderen Substanzen ausgesetzt sind. Diese Chemikalien verunreinigen das Wasser und den Boden. Sie können sich sogar im Gewebe von Tieren ablagern, die das Plastik fressen oder damit in Berührung kommen. Dies kann schliesslich zu Gesundheits- oder Fortpflanzungsproblemen führen, da viele der Chemikalien im Plastik die Funktion der Hormone beeinträchtigen.

4. Zerstörung von Lebensräumen: Die Verschmutzung durch Plastik kontaminiert nicht nur Boden und Wasser, sondern kann auch Lebensräume wie Korallenriffe, Seegraswiesen und Feuchtgebiete zerstören. Dadurch wird die Pflanzenwelt erstickt, was wiederum die Nahrung und den Schutz für die verschiedenen dort lebenden Arten verringert, was zu einem Ungleichgewicht im Ökosystem und einem Verlust an biologischer Vielfalt führt. Gesunde Ökosysteme sind für die Lebensgrundlage des Menschen und die Eindämmung des Klimawandels von entscheidender Bedeutung, aber auch einfach nur wunderbare und schöne Teile unseres Planeten.

5. Aufnahme von Mikroplastik: In der Umwelt angekommen, zerfallen grössere Plastikteile in kleinere Fragmente, die als Mikroplastik bezeichnet werden. Diese gelangen in die Luft, den Boden und das Wasser und werden leichter von einer Vielzahl von Organismen, vom Plankton bis zu den Walen, gefressen und eingeatmet. Mikroplastik kann sich in der Nahrungskette anreichern und möglicherweise ein Ausmass erreichen, das Tieren und Menschen schaden kann.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Plastik eine Gefahr für die Tierwelt darstellt, weil es sowohl synthetisch (nicht in der Natur vorkommend) als auch giftig (mit schädlichen Chemikalien) ist. Es kann nicht durch natürliche Prozesse abgebaut werden.

Grosse Plastikteile können Lebewesen und Ökosysteme von aussen beeinträchtigen, indem sie sich in ihnen verfangen oder an ihnen ersticken. Grosse und kleine Plastikteile können auch von innen heraus Schaden anrichten, indem sie das Verdauungssystem von Tieren blockieren oder verletzen oder Boden, Wasser, Luft und lebendes Gewebe chemisch verunreinigen.

Wenn du mehr über die Auswirkungen von Plastik auf die Natur erfahren möchtest und darüber, wie es überhaupt in die Umwelt gelangt, findest du viele Informationen in der untenstehenden Liste mit Artikeln und Videos. Nimm dir Zeit und schau dir an, was dich interessiert. Einige der Videos können sich etwas überwältigend anfühlen, also nimm dir die Zeit, deine Gedanken in einem Tagebuch oder Videotagebuch festzuhalten – das hilft, starke Gefühle zu verarbeiten. Du kannst dein Wissen auch im Quiz testen. Und vergiss nicht, uns deine Gedanken zu diesem Thema in den Kommentaren mitzuteilen.

❗ PROBIER DAS AUS

Schreibe deine Gedanken und Gefühle auf, nachdem du die Videos in der Watchlist gesehen hast.

Du möchtest vielleicht etwas unternehmen. Vielleicht fühlst du dich traurig, wütend oder überwältigt. Sei ehrlich – alle Gefühle sind normal und in Ordnung.


Kannst du dein neues Wissen einer anderen Person erklären?

MACH DAS QUIZ!

❓ DU BIST DRAN

Die Vermeidung von Littering kann einige Tiere vor Schaden bewahren, aber Plastik gelangt auf viele andere Arten in die Natur (siehe unsere Watchlist). Kannst du erklären, welche das sind?

💡 Denk daran, dass alles in der Natur miteinander verbunden ist und man nicht alles sehen kann.

Schreib uns deine Zusammenfassung unten in die Kommentare!
Hinweis: Die Kommentare werden moderiert und erscheinen nicht sofort.

read more
SeemaWie schadet Plastik dem lebendigen Planeten?

Was ist das Problem mit Plastik?

by Seema on 31. Oktober 2024 No comments

Bevor du anfängst zu lesen, nimm dir ein paar Minuten Zeit zum Nachdenken: Wie würdest DU diese Frage beantworten? Die meisten Menschen haben die Nachrichten über das Plastik in unseren Ozeanen gesehen, das den Tieren schadet. Aber gibt es noch andere Probleme? Vielleicht siehst du das Problem nicht im Plastik selbst, sondern in der Tatsache, dass die Menschen es nicht richtig entsorgen oder nicht genug recyceln. Betrachten wir doch einmal das Material selbst, um darüber nachzudenken.

WAS GENAU IST PLASTIK?

Plastik ist ein Gemisch aus fossilen Rohstoffen und Chemikalien. Zunächst wird raffiniertes Rohöl oder Gas bei hoher Hitze unter Druck gesetzt, um die Kohlenwasserstoffmoleküle in einfachere Versionen, so genannte Monomere(mono = einzig) zu spalten. Beispiele für Monomere aus fossilen Rohstoffen sind Styrol oder Ethylen. Diese werden dann miteinander verschmolzen, um Polymere (poly = viele) zu bilden, mit Namen wie Polystyrol oder Polyethylen. Diese Polymere werden schliesslich mit verschiedenen Chemikalien zu Plastik zusammengeschmolzen. Jedes Plastikprodukt hat eine spezielle Rezeptur aus Polymeren und Chemikalien, die es mehr oder weniger glänzend, transparent, hart, flexibel, hitzebeständig usw. macht. Plastik kann auch mit anderen Materialien wie Aluminiumfolie oder Papier gemischt werden. Wissenschaftler haben mehr als 16’000 verschiedene Chemikalien in den von uns verwendeten Plastikprodukten identifiziert, von denen nur sehr wenige als für den Menschen unbedenklich bekannt sind. Die Unternehmen müssen derzeit niemandem sagen, was in dem von ihnen hergestellten Plastik enthalten ist.

Mehr Informationen über diesen Prozess und die Erfindung des Plastiks findest du in den untenstehenden Lese- und Watchlisten.

WOFÜR WIRD PLASTIK VERWENDET?

Die Frage, die sich wahrscheinlich leichter beantworten lässt, lautet: Wofür wird Plastik nicht verwendet? Innerhalb weniger Jahrzehnte hat es die Welt erobert. Abgesehen von offensichtlichen Verwendungszwecken wie Getränkeflaschen oder Trinkhalmen findet man Plastik in allem, von Kleidung bis hin zu Farben und sogar in Produkten, die wir für unser Gesicht und unseren Körper verwenden. Einige Dinge aus Plastik können lange Zeit verwendet werden, z. B. Autotüren. Die meisten Plastikgegenstände verwenden wir jedoch nur einmal, oft nur für ein paar Sekunden, wie z. B. einen Kaffeerührer.

WAS PASSIERT MIT DEM PLASTIK, WENN WIR ES NICHT MEHR BRAUCHEN?

Da Plastik von Menschen künstlich hergestellt wird, verhält es sich nicht wie andere Materialien, wenn es weggeworfen wird. Die Polymere sind fest miteinander verschmolzen und mit vielen verschiedenen Chemikalien vermischt, sodass sie sich nicht auf natürliche Weise abbauen können. Das Recycling ist schwierig – wie wir später noch sehen werden. Bei der Verbrennung werden diese Chemikalien in die Atmosphäre freigesetzt, ebenso wie die üblichen Treibhausgase aus den fossilen Brennstoffen, aus denen es hergestellt wird. Im Grunde genommen existiert jedes Stück Plastik, das jemals hergestellt wurde, in irgendeiner Form noch heute auf der Erde. Deine Zahnbürste wird deine Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel locker überleben 😀

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Problem mit Plastik darin besteht, dass viel zu viel davon produziert wird.
Das liegt daran, woraus es hergestellt wird – fossile Rohstoffe und giftige Chemikalien – und wie es sich verhält.

Hier sind die Zwillinge mit mehr Informationen: https://youtube.com/shorts/dwKDV1Vt2hk

In dem Video erfahren wir, dass es drei Hauptauswirkungen von Plastik gibt – und dass sie sich alle in irgendeiner Weise auf uns auswirken.

  • Plastik zerstört die Ökosysteme
  • Plastik schadet deiner Gesundheit
  • Plastik beschleunigt den Klimawandel

In den nächsten Teilen der Serie werden wir uns diese Themen genauer ansehen. Bis dahin findest du in der untenstehenden Liste eine Menge guter Informationen. Nimm dir Zeit und schau dir an, was dich interessiert. Du kannst dein neues Wissen auch direkt anwenden oder es im Quiz testen. Vergiss nicht, uns unten deine Meinung zu diesem Thema mitzuteilen.

❗ PROBIER DAS AUS

Schau dich um, wo siehst du Plastik? Es ist nicht immer offensichtlich! Aber wenn du erst einmal anfängst zu suchen, wirst du es bald überall sehen… Du trägst es wahrscheinlich, trinkst oder isst davon, arbeitest, spielst und wäschst sogar damit. Kannst du 100+ Dinge an einem Tag finden?

Welche Dinge kaufst du / deine Familie in Plastik oder enthalten Plastik? Wie viele dieser Dinge sind Einwegartikel? Fang an, eine Liste zu führen, wenn du möchtest. Sie könnte sich später als nützlich erweisen.


Fühlst du dich sicher mit deinem neuen Wissen?

MACH DAS QUIZ!

❓ DU BIST DRAN

Plastik ist in unserem Leben allgegenwärtig, aber es verursacht eine Menge Probleme. Was können wir deiner Meinung nach dagegen tun?

💡 Denk darüber nach, wofür Plastik verwendet wird. Sind all diese Dinge notwendig?

Lass es uns in den Kommentaren unten wissen!
Hinweis: Die Kommentare werden moderiert und erscheinen nicht sofort.

read more
SeemaWas ist das Problem mit Plastik?

Mehr als nur Cleanups: Trash Hero Communities

by Lydia on 11. Oktober 2024 No comments

Regelmässige Cleanups schaffen Vertrauen und Engagement in der Gemeinschaft. Sobald das Vertrauen aufgebaut ist, können Freiwillige unsere Mission durch unser Programm „Trash Hero Communities“ einen Schritt weiter bringen.

Trash Hero Communities zielt darauf ab, einen Konsens für abfallfreie Systeme und Lebensstile zu schaffen, mit denen die Plastikkrise bewältigt werden kann. Die Veranstaltungen reichen von Präsentationen bis hin zur Einführung von Wiederverwendungssystemen bei Veranstaltungen.

Wir stellen nun einige Beispiele von unseren Chaptern in aller Welt vor.

Trash Hero Tuaran, Malaysia

Trash Hero Tuaran engagiert sich seit mehreren Jahren aktiv in den örtlichen Schulen, hält Vorträge und hilft ihnen, Plastikmüll zu reduzieren. Ihre Bemühungen haben zu einer engen Beziehung mit der Schulgemeinschaft geführt. Nun wurden sie im September eingeladen an einer zweitägigen Ausstellung teilzunehmen. Mit dabei war auch das Gesundheitsministerium und der Lok Kawi Wildlife Park.

Während dercAusstellung warb der Chapter Leader Wallcon für die Trash Hero Mission, ermutigte die alle, sich an Cleanups zu beteiligen und nutzte unsere „Educate Yourself Zero Waste“ Plakate, um wichtige Diskussionen mit Kindern und Lehrpersonen zu initiieren. Über 350 Schülerinnen und Schüler nahmen teil und wir hoffen, sie bei zukünftigen Cleanups zu sehen oder dass sie an unserem Trash Hero Kids Programm teilnehmen.

Trash Hero Pattani, Thailand

Trash Hero Pattani hat eine Reihe von Veranstaltungen durchgeführt, darunter ein „Repair Cafe“ im August 2024. Fachkundige Freiwillige boten ihre Fähigkeiten an, um Gegenstände kostenlos zu reparieren; die Teilnehmenden mussten lediglich die Kosten für die benötigten neuen Teile tragen. Bei der Eröffnungsveranstaltung boten sechs Freiwillige ihre Reparaturfähigkeiten an und hauchten Fahrrädern, Elektrogeräten und Kleidung neues Leben ein. Diese Veranstaltungen, die inzwischen einen festen Platz im Kalender haben, tragen zur Abfallvermeidung bei und regen die Menschen dazu an, anders über ihren Konsum nachzudenken.

Trash Hero Indonesien

Die Abteilung für Klimapolitik des Zentrums für strategische und internationale Studien (CSIS) lud Trash Hero Indonesien zu einer Fokusgruppendiskussion über das öffentliche Bewusstsein und das Verständnis des Klimawandels ein. Die Diskussionen fanden in mehreren grossen Städten Indonesiens statt. Dies diente dazu herauszufinden, welche Massnahmen am besten geeignet sind, um den Klimawandel einzudämmen. Trash Hero nahm im August an der Diskussion in Sanur teil, zusammen mit Dozierenden, anderen NGOs und Studierenden.

Die Einstiegsfrage „Verstehen die Menschen den Klimawandel?“ löste eine lebhafte Diskussion unter den 17 Teilnehmenden aus. Die Vertreter von Trash Hero stellten die Ansicht in Frage, dass alle die Ursachen des Klimawandels verstehen. Sie wiesen darauf hin, dass der gesamte Lebenszyklus von Plastik zum Klimawandel beiträgt und dies (noch) nicht allgemein anerkannt wird. Dies führte zu einer Diskussion über die Notwendigkeit, die Kunststoffproduktion durch Investitionen in Initiativen zur Wiederverwendung und Wiederbefüllung zu reduzieren.

Trash Hero Luzern, Schweiz

An Festivals wird sehr viel Einwegplastik benutzt, am meisten Plastikbecher. Die Felder sind mit Müll übersät, dessen Beseitigung Stunden oder sogar Tage dauert. 2017 half Trash Hero dem Sunset Beatz Festival, das am schönen Baldeggersee stattfindet, eine dringend nötige Veränderung zu realisieren. Gemeinsam führten sie ein Pfandsystem für Getränke ein. Die Festivalbesucher zahlen 2 Schweizer Franken für einen wiederverwendbaren Becher und erhalten dieses Depot zurück, wenn sie den Becher zurückgeben. Das neue System wird seither jedes Jahr angewandt, wodurch die Verwendung von über 100’000 Einweg-Plastikbechern vermieden wird und die Organisatoren und Freiwilligen stundenlanges Aufräumen erspart bleibt!

Trash Hero Nagekeo – Indonesien

Freiwillige Helfer von Trash Hero Nagekeo arbeiteten auf einer Konferenz im Juni mit Soverdia Nagekeo zusammen, um Einwegplastik zu reduzieren: „Laudato si‘ wajah bumi yang terluka“. Normalerweise wird bei solchen Veranstaltungen viel Einwegplastik verwendet: Wasser wird in Einwegflaschen oder -bechern verteilt, das Mittagessen wird in Plastikboxen serviert und die meisten Lebensmittel sind in Plastik verpackt.

Um den Plastikverbrauch zu reduzieren, wandten sich die Freiwilligen an örtliche Unternehmen und baten um wiederverwendbare Becher, Gläser, Teller und Besteck für die 400 Teilnehmenden an den drei Tagen. Einige Unternehmen spendeten die Artikel, andere erklärten sich bereit, sie auszuleihen. Die Teller und Gläser mögen zwar alle unterschiedliche Farben und Grössen haben, aber es ist ein schönes Beispiel dafür, wie eine Gemeinschaft mit der Hilfe leidenschaftlicher und engagierter Freiwilliger zusammenkommen kann, um Plastik zu reduzieren.

Diese Beispiele zeigen, auf welch vielfältige Weise die Trash Hero Communities einen langfristigen Wandel einleiten können. Indem wir über Cleanups hinausgehen und nachhaltige Praktiken fördern, können wir eine sauberere und gesündere Zukunft für alle schaffen.

Um mehr über unser Trash Hero Communities Programm zu erfahren, klick hier. Für die Suche nach einem lokalen Chapter in deiner Nähe, die bei der Organisation einer abfallfreien Veranstaltung behilflich sein kann, klick hier.

read more
LydiaMehr als nur Cleanups: Trash Hero Communities

Oktober 2024 : die wichtigsten News des Monats

by Lydia on 10. Oktober 2024 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats

Kalifornien verklagt ExxonMobil wegen falscher Angaben zum Recycling

ExxonMobil wird verklagt wegen Irreführung der Öffentlichkeit über die Wirksamkeit des Recyclings. Der Staat Kalifornien ist der Ansicht, die falschen Behauptungen des Ölgiganten hätten direkt zu einer Zunahme der Plastikverschmutzung geführt. Umweltgruppen lobten die Klage und betonen, dass die Industrie dadurch endlich zur Verantwortung gezogen werde.

 

Unser Körper enthält über 3’600 Chemikalien aus Lebensmittelverpackungen

In einer Schweizer Studie wurden mehr als 3’600 Chemikalien wie zum Beispiel BPA und PFAS, die in Lebensmittelverpackungen verwendet werden, im menschlichen Körper nachgewiesen. Diese Chemikalien können aus Verpackungen in Lebensmittel übergehen und langfristige gesundheitliche Auswirkungen haben. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Forschung zu ihrer Migration und ihren gesundheitlichen Auswirkungen.

Ist Plastik die grösste Bedrohung für das Klima?

Auf der New Yorker „Climate Week“ forderten Forscher, dass man sich weltweit auf die Rolle von Kunststoffen bei der globalen Erwärmung konzentriert. In diesem Leitartikel geht es darum, dass das Weglassen der Kunststoffproduktion im Ausstieg der fossiler Brennstoffe ein gefährliches Schlupfloch darstellt. Dieses könnte im neuen globalen Kunststoffabkommen geschlossen werden.

 

Fans protestieren gegen K-Pops verschwenderische Albumprodutkion

Die K-Pop-Aktivistengruppe K4P protestierte vor dem Hauptsitz von Hybe, einem südkoreanischen Musiclabel. Sie forderten vom Unternehmen, die Kampagnen einzustellen, mit denen Fans zum Kauf mehrerer physischer Kopien von Alben und anderen Plastikartikeln animiert werden. Eine Umfrage ergab, dass 42,8 % der K-Pop-Fans die Marketingtaktiken von Hybe als „schlimmste Geschäftspraktiken“ betrachten.

 

Eine Gruppe von Freiwilligen hilft Tempeln, ihren Abfall zu reduzieren

Freiwillige im indischen Bengaluru unterstützen ihre örtlichen Tempeln dabei, Abfall zu reduzieren. Die Initiative fördert Mülltrennung, Kompostierung und die Reduzierung von Einwegplastik in den Opfergaben und bezieht sowohl TempelmitarbeiterInnen als auch BesucherInnen mit ein.

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

Um dich bei unserem Newsletter anzumelden, klicke hier.

read more
LydiaOktober 2024 : die wichtigsten News des Monats

Abfallhandel – was ist das? Die Antworten findest du hier

by Seema on 19. September 2024 No comments

Wenn du deinen Müll in die Tonne wirfst, weisst du dann wirklich, wo er hinkommt?

In diesem Beitrag befassen wir uns mit dem Abfallhandel, einer weit verbreiteten, aber wenig bekannten Praxis, bei der Unmengen von Müll rund um den Globus transportiert werden.

Worum geht es beim globalen Abfallhandel?

Beim Abfallhandel tauschen Länder Abfallstoffe aus. Es werden verschiedene Müllsorten exportiert und importiert, darunter Sondermüll, ungefährliche Stoffe, wiederverwertbare und nicht recyclebare Abfälle.

Welche Länder beteiligen sich am Abfallhandel?

Viele Länder sind darin involviert, aber der Handel findet hauptsächlich in eine Richtung statt. Abfall aus den reichen Industrieländern wird in einkommensschwächere Länder exportiert. Die wichtigsten Bestimmungsländer für Abfallexporte liegen in Südostasien, Afrika und Lateinamerika. Zentralasien und Osteuropa sind auch häufige Ziele. Abfälle werden sowohl von staatlichen Stellen als auch von privaten Unternehmen exportiert und importiert

Warum wird Abfall international gehandelt?

Die meisten Länder im Globalen Norden produzieren mehr Abfall als sie bewältigen können. Überverpackung und Überkonsum sind die Norm. Die USA etwa stellen 4% der Weltbevölkerung, produzieren aber 12% der globalen Siedlungsabfälle. Und dann gibt es auch noch die Industrieabfälle, von denen um ein Vielfaches mehr anfällt. Die Umweltvorschriften in diesen Ländern sind in der Regel streng und die Kosten für Recycling oder die richtige Entsorgung sind hoch. Mit der Ausfuhr von Abfällen werden diese Unannehmlichkeiten vermieden, da man die Vorteile niedriger Arbeitskosten und der viel laxeren Vorschriften in Übersee nutzen kann. Dadurch wird die Abfallentsorgung faktisch in das Empfängerland verlagert.

Wie viel Abfall wird gehandelt?

Exakte Zahlen zum jährlichen Umfang der weltweit gehandelten Abfallmengen sind schwierig zu erfassen. Man schätzt jedoch, dass es sich um mehrere 100 Millionen Tonnen handelt, wobei erhebliche Mengen an Sondermüll, Elektronik- und Kunststoffabfällen über die Grenzen hinweg transportiert werden.

Warum stimmen Länder der Einfuhr von Abfällen zu?

Einige korrekt sortierte Materialien – Altmetalle zum Beispiel – haben noch einen gewissen Wert. Doch hauptsächlich akzeptieren Länder Abfallimporte deshalb, weil sie kaum eine andere Wahl haben. Aufgrund globaler Ungleichheiten haben Entwicklungsländer selten genug wirtschaftliche Macht oder Einfluss, um solche Container abzulehnen, insbesondere, wenn sie von den Exportnationen hinsichtlich Handel, Krediten oder Investitionen abhängig sind. Angesichts dieser Situation wird der Abfallhandel als eine Form des Kolonialismus angesehen, da er bekannte historische Muster der Ausbeutung, Umweltverschmutzung und Verletzung von Menschenrechten widerspiegelt.
Es wird geschätzt, dass 15–30% der Abfalltransporte illegal sind. Container werden oft falsch ausgewiesen (z.B. als rezyklierbare „Wertstoffe“, „Papier“ oder „Waren“, obwohl sie nichts davon beinhalten), oder an nicht genehmigte Einrichtungen geschickt. Amtliche Kontrollen werden mithilfe von Bestechung umgangen. Interpol klagt über die Zunahme organisierter krimineller Banden im Plastikmüllhandel – und über den Mangel an Ressourcen, um gegen sie anzukämpfen.

Was passiert mit dem Abfall?

Ob der Import nun legal oder illegal erfolgt, und unabhängig von den Absichten der Ausführenden: Die meisten importierten Abfälle werden nicht ordnungsgemäss entsorgt. Einige häufige Szenarien sind:

  • Illegale Müllentsorgung: Der Abfall wird an unerlaubten Orten entsorgt, wie z. B. in Flüssen, Wäldern oder sogar mitten in Siedlungen. Abfälle von britischen Supermärkten wurden in Gemeinden in Myanmar und Malaysia illegal entsorgt. Tonnenweise giftige Müllverbrennungsschlacke aus Amerika wurde von mehreren Ländern zurückgewiesen. Ein Teil der Schlacke wurde nach Haiti geschmuggelt und dort widerrechtlich entsorgt; der Rest wurde in den Ozean gekippt.
  • Unsicheres Recycling: Der wiederverwertbare Abfall wird in technisch schlecht ausgestatteten, oft illegalen Recyclinganlagen von Arbeiter*innen mit wenigen Rechten und unter unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen verarbeitet. In Malaysia wurden illegale Recyclingzentren entdeckt, die deutsche Abfälle verarbeiten.
  • Verbrennung: Abfälle werden unter freiem Himmel verbrannt – oft in Siedlungsnähe –, in Zementöfen entsorgt oder als Brennstoff verkauft.

Wie wirkt sich der Abfallhandel auf die Empfängerländer aus?

Umweltschäden

Wirtschaftliche Schäden

  • Der Zustrom ausländischer Abfälle überlastet lokale Abfallwirtschaftssysteme. Länder, die kaum in der Lage sind, ihr eigenes Recycling zu bewältigen, müssen jetzt mit Tausenden von Tonnen zusätzlichem Müll fertig werden.
  • Durch den Zustrom von Abfällen sinken auch die Marktpreise für wiederverwertbare Materialien. Die lokalen Müllsammler*innen, von denen die meisten ohnehin schon unter prekären Bedingungen arbeiten, verarmen dadurch noch mehr.
  • Die Beseitigung illegal entsorgter Abfälle und die Bewältigung langfristiger Gesundheits- und Umweltschäden nimmt beträchtliche öffentliche Mittel in Anspruch.

Soziale und gesundheitliche Folgen

  • Ganze Gemeinden leben neben dem Müll anderer Menschen und sind unwissentlich giftigen Chemikalien ausgesetzt.
  • Marginalisierte Gruppen, darunter auch Kinder, werden oft dazu gezwungen, importierten Abfall zu sortieren. Sie sind rechtlich nicht geschützt und ernsthaften Gesundheitsrisiken ausgesetzt.
  • Falsch entsorgter Plastikmüll kann Umweltkatastrophen wie Überschwemmungen verschlimmern und das Risiko von Krankheitsausbrüchen erhöhen.

Beispiele:

Wie wirkt sich der Abfallhandel auf Exportländer aus?

Der Handel mit Abfall ist das schmutzige Geheimnis der reichen Länder.
Die meisten Bürger*innen ahnen nicht, dass die Abfälle, die sie pflichtbewusst in die mit „Recycling“ beschriftete Tonne werfen, anschliessend nach Übersee verschickt und dort oft illegal deponiert oder verbrannt werden. Länder wie Deutschland, das Vereinigte Königreich und Japan werden immer wieder für ihr „gutes Abfallmanagement“ gelobt, gehörten jedoch 2023 zu den grössten Plastikmüll-Exporteuren.
Dieses mangelnde öffentliche Bewusstsein hat ernste Folgen. Erstens erweckt es bei der Bevölkerung den falschen Eindruck, dass Abfälle effizient entsorgt werden und sich nichts ändern muss. Wenn alles „recycelt“ wird, warum sollte man sich dann die Mühe machen, seine Konsumgewohnheiten zu ändern? Unternehmen werden somit nicht unter Druck gesetzt, weniger Abfall zu produzieren oder in die lokale Abfallwirtschaft zu investieren.
Zweitens wird dadurch ein weiterer gefährlicher Mythos aufrechterhalten – nämlich, dass der globale Süden seinen Abfall nicht bewältigen kann und überwiegend für die Plastikverschmutzung verantwortlich ist. Dabei wird übersehen, dass ein Grossteil des „falsch entsorgten Abfalls“ von Produzenten im globalen Norden stammt.
Die Exportländer müssen ihre Mülltransporte ins Ausland transparent machen und dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Welche Vorschriften gibt es für den Abfallhandel?

Die Basler Konvention dient der Kontrolle der grenzüberschreitenden Beförderung von explosiven, brennbaren, giftigen oder ätzenden Abfällen und deren Entsorgung.

  • Die Unterzeichner haben sich verpflichtet, vor der Ausfuhr ihrer gefährlichen Abfälle die ausdrückliche Genehmigung des Empfängerlandes einzuholen (vorherige Zustimmung nach Inkenntnissetzung oder PIC).
  • Reduzierung von gefährlichen Abfällen.
  • Beschränkung der Beförderung von gefährlichen Abfällen.
  • Verfahren und Standards für die sichere Handhabung und Entsorgung von gefährlichen Abfällen einzuführen.

Diese Massnahmen haben die Situation zwar verbessert, aber viele Entwicklungsländer sind der Meinung, dass sie nicht weit genug gehen.
Sie würden ein vollständiges Verbot des Exports gefährlicher Abfälle einschliesslich schwer recycelbarer Kunststoffe vorziehen. Die EU hat dem zugestimmt und vor Kurzem die Ausfuhr von Abfällen in Nicht-OECD-Länder ab Ende 2026 verboten.

Können die Empfängerländer etwas gegen den Abfallhandel tun?

Die Empfängerländer wehren sich zunehmend gegen die Entsorgung ausländischer Abfälle innerhalb ihrer Grenzen:

Es bedarf jedoch noch mehr regionaler Zusammenarbeit, z. B. innerhalb der ASEAN-Länder, um ihre Position zu stärken, und es werden mehr Mittel benötigt, um den illegalen Müllhandel aufzudecken und zu unterbinden.

Wie können wir den Abfallhandel stoppen?

Kein Land will ein Müllkippe für den Abfall anderer sein. Um den Abfallhandel endgültig zu stoppen, müssen Länder die Verantwortung für ihren eigenen Abfall übernehmen. Was nicht lokal entsorgt werden kann, sollte weder produziert noch auf dem Markt zugelassen werden. Die Ausfuhr von Kunststoffen und anderen gefährlichen Abfällen aus Hocheinkommensländern in einkommensschwächere Länder sollte, dem Vorbild der EU folgend, vollständig verboten werden.

  • Reduzierung der Plastikproduktion
  • robuste, gesellschaftsumfassende Wiederverwertungssysteme und
  • ● effizientere Sortierung, Handhabung und Überwachung der Abfallproduktion.

Ohne solche Massnahmen wird der illegale Abfallhandel nur noch weiter zunehmen.
Wir als Einzelpersonen können andere auf die Praxis der Verschiffung von Abfällen nach Übersee aufmerksam machen und die „Aus den Augen, aus dem Sinn“-Mentalität bekämpfen. Wir können auch einen abfallfreien Lebensstil und „Zero-Waste“-Systeme fördern, um die Menge an Müll zu reduzieren, die überhaupt erst entsorgt werden muss. Die Verhandlungsführer*innen des neuen globalen Kunststoffvertrags versuchen ebenfalls, all diese Fragen anzusprechen. Trash Hero setzt sich für strenge und wirksame Massnahmen ein, um den Müllhandel zu stoppen und andere durch die Plastikproduktion verursachte Probleme zu lösen. Machen Sie mit und unterzeichnen Sie diese Petition.

Abfallhandel – Watch list

Links zu grossartigen, kurzen Dokumentarfilmen, die den Abfallhandel aufzeigen: ➤ Your plastic waste might be traded by criminals – DW [12:30]
➤ Tracking devices reveal where recycling really goes – Bloomberg [13:01]
➤ Trashed: The secret life of plastic exports – ABC News [27:51]
➤ Thailand is tired of recycling your trash – Bloomberg [10:31]
➤ The environmental disaster fuelled by used clothes and fast fashion – ABC News [30:02]
➤ Ghana children work in toxic haze of e-waste – Al Jazeera [2:13]

read more
SeemaAbfallhandel – was ist das? Die Antworten findest du hier

Was ist das Problem mit Plastik?

by Seema on 13. September 2024 No comments

Das Problem begann ironischerweise mit einer Lösung. Kunststoff ist ein leichtes, haltbares, luftdichtes, verrottungsfestes und preiswertes Material, das zu einer Vielzahl von Produkten geformt werden kann. Dies sind hervorragende, praktische Eigenschaften – solange das Produkt in Gebrauch ist. Doch fast 70 % aller Kunststoffe (schätzungsweise 5,7 Mrd. Tonnen[1]) sind zu Abfall geworden: 10 % werden verbrannt[2], wobei giftige Schwermetalle, Dioxine und gefährliche Nanopartikel in die Luft, ins Wasser und Boden gelangen und 60 % werden weggeworfen und landen auf Mülldeponien oder in der Natur.

„Mehr als 1,2 Milliarden Kilogramm Plastik – hauptsächlich Einwegverpackungen – werden weltweit jeden Tag produziert [3].“

Im Meer, wie auch an Land, bleiben Kunststoffe bestehen. Aufgrund ihres geringen Gewichts und ihrer unzerstörbaren Beschaffenheit können sie sich leicht verteilen und in immer kleinere, hochgiftige Teile zerbrechen, die den Tod oder die Verletzung von Wildtieren[4] und den Verlust der Artenvielfalt [5] verursachen und eine grosse Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen, da sie in die Nahrungskette gelangen und diese verunreinigen. Nur 1 %[6] der 12,2 Millionen Tonnen Kunststoff, die jedes Jahr ins Meer gelangen, bleiben an der Oberfläche und der Rest kann daher kaum wiedergewonnen werden. Das Recycling kann mit der Menge und Vielfalt der im Umlauf befindlichen Kunststoffe nicht Schritt halten. Nach wie vor lassen sich nur zwei Arten von Kunststoffen in grossem Umfang recyceln [6]: PET und HDPE, wobei in der Regel nur ein „Kreislauf“ möglich ist, bevor das Material zu stark abgebaut ist, um es erneut zu recyceln. Selbst dies ist kostspielig, oft teurer als die Herstellung von neuem Kunststoff[7]. Dies hat dazu geführt, dass viele Länder – die über eine entsprechende Infrastruktur verfügen – es vorziehen, ihr Plastik in den globalen Süden zu verschiffen, was als „Abfallkolonialismus“ bezeichnet wird[8]. Chemische Zusätze in Kunststoffen erschweren auch das Recycling[9] und führen zu unerwünschten Emissionen, Kreuzkontaminationen und Konzentrationen gefährlicher Stoffe in dem entstehenden Material. Mehr als 16’000 Chemikalien wurden in Kunststoffen identifiziert,[10]viele von ihnen in Lebensmittelverpackungen[11].
7,000 of these chemicals have to date been researched – and 4,200 found to be hazardous, leading the World Health Organisation (WHO) to draft a resolution [12] und dies fordert die Staaten “[scale] die Arbeiten über Kunststoffe und Gesundheit zu intensivieren, um bessere Informationen über die möglichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu erhalten.“. Zu diesen Auswirkungen gehören Störungen des Hormonsystems [13], Krebs[14] und Unfruchtbarkeit.[15]Die Forschung des Zentrums für Internationales Umweltrecht[16] deutet auserdem darauf hin, dass die Exposition gegenüber Kunststoffen in allen Phasen seines Lebenszyklus – von der Gewinnung bis zur Entsorgung – zu einer drohenden Gesundheitskrise führen könnte. Der Mensch ist durch Einatmen, Verschlucken und Hautkontakt gefährdet. Jüngste Erkenntnisse zeigen, dass Mikro- und Nanokunststoffe bereits in unserem Blut vorhanden sind, [17]in den Lungen,[18]Fortpflanzungsorgane,[19] und sie sind in der Lage Zellen zu schädigen.[20]. Plastik ist auch ein Klimaproblem. 99 % der Kunststoffe werden aus fossilen Brennstoffen hergestellt. In jeder Phase seines Lebenszyklus werden Emissionen erzeugt: [21]von der Verarbeitung des Rohmaterials bis hin zu seiner Verwendung und Entsorgung. Kunststoff ist die am schnellsten wachsende industrielle Quelle für weltweite Treibhausgasemissionen, mit einem geschätzten Beitrag, der mehr als viermal so hoch ist wie der der gesamten Luftfahrtindustrie. [22].
This figure will only increase as Big Oil banks on plastic to make up for decreasing demand and revenue [23].
Waste management infrastructure, ecosystems, the climate, even our own bodies are already overwhelmed by the impacts of plastic.
It is a problem that is impossible to ignore and will be devastating if we do [24].
We need to act and the time is now.
———————————- Sources

[1] Produktion, Verwendung und das Schicksal aller hergestellten Kunststoffe, Roland Geyer, Jenna R. Jambeck, Kara Lavender Law, Sci Adv. Juli 2017 [2] Ibid, basiert auf der Grundlage der angegebenen Zahlen von 407 Millionen Tonnen produzierten Kunststoff weltweit im 2015 [3] OECD, Global Plastics Outlook, 2022 [4] Plastic Health: The Hidden Costs of a Plastic Planet, CIEL, Feb 2019 [5] Plastic and the environment online series, Geneva Environmental Network, Juli 2023 [6] ‘Viable’ includes both financial and technical criteria [7] The Plastic Pandemic, Reuters investigative report, Okt 2020 [8] The Guardian, 31. Dez 2021 (und vielen weiteren Quellen) [9] Forever Toxic: The science on health threats from plastic recycling, Greenpeace, Mai 2023 [10] CNN Bericht über PlastChem Report, März 2024 [11] Lebensmittelverpackung und Gesundheit Merkblatt, Food Packaging Forum, Dezember 2018 [12] 76. Weltgesundheitsversammlung, Tagesordnungspunkt 16.3, 24 Mai 2023 [13] Plastic, EDCs Health: Authoritative Guide, Endocrine Society, Dezember 2020 [14] The Guardian, 28. März 2023 (und weitere Quellen) [15] Mikroplastik kann eine signifikante Ursache für männliche Unfruchtbarkeit sein, Chenming Zhang, Jianshe Chen, Sicheng Ma, Zixue Sun, Zulong Wang, AmJ Mens Health, 2022 Mai-Juni [16] Plastic Health: The Hidden Costs of a Plastic Planet, CIEL, Februar 2019 [17] Blood-type: Plastic, Common Seas, Januar 2020 [18] The Guardian, 6. April 2022 (und weitere Quellen) [19] Ibid, 20. Mai 2024 [20] Ibid, 8. Dezember 2021 [21] Plastik Klima: Die versteckten Kosten eines Plastikplaneten, CIEL, Mai 2019 [22] The Hill, 18. April 2024 [23] ClientEarth, 16. Februar 2021 [24] Breaking the Plastic Wave, Pew Trust 2020 zeigt, dass 5 Jahre Untätigkeit zu zusätzlichen 80 Millionen Tonnen Plastik im Ozean führen.

read more
SeemaWas ist das Problem mit Plastik?

29. August 2024 : die wichtigsten Storys des Monats

by Lydia on 30. August 2024 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats

USA überraschen viele mit der Unterstützung von Grenzwerten für die Plastikproduktion

In einem Briefing hinter verschlossenen Türen signalisierte das Weisse Haus Unterstützung für eine Begrenzung der Kunststoffproduktion. Es wurde keine offizielle Ankündigung gemacht, aber Industriegruppen haben deutlich gemacht, dass sie die Änderung ablehnen. Die Verschiebung gibt Anlass zu Optimismus für ein proaktiveres Vorgehen gegen die Plastikverschmutzung.

 

Mikroplastik macht 0,5 % des menschlichen Hirngewebes aus

Neue Studien zeigen, dass Mikroplastik in das menschliche Gehirn eingedrungen ist, was ernste gesundheitliche Bedenken auslöst. Forscher fordern globale Massnahmen zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung, da sich die Beweise für die schädlichen Auswirkungen auf verschiedene Organe häufen. Auch wenn das volle Ausmass der Gesundheitsrisiken unklar ist, bringen Studien Mikroplastik mit Entzündungen, Herz-Kreislauf-Problemen und Fruchtbarkeitsstörungen in Verbindung.

Plastikverpackungen stehen in Verbindung mit vermehrtem Autismus bei Jungen

In einer kürzlich durchgeführten Studie wurde ein Zusammenhang zwischen der Aufnahme von BPA, einer häufig in Kunststoffverpackungen verwendeten Chemikalie und einem erhöhten Autismusrisiko bei Jungen festgestellt. Die Studie untersuchte die BPA-Konzentration bei schwangeren Müttern und verfolgte die Entwicklung ihrer Kinder. Die Forscher fanden heraus, dass eine höhere BPA-Belastung mit einer Unterdrückung eines für die Gehirnentwicklung wichtigen Enzyms verbunden war. Dies führte zu einer höheren Wahrscheinlichkeit einer Autismus-Diagnose.

 

Evian wegen falschen und irreführenden Marketings verklagt

Das in Flaschen abgefüllte Evian-Wasser enthält Mikroplastik und BPA, was im Widerspruch zu den Behauptungen über Nachhaltigkeit und gesundheitliche Vorteile steht. Mit der Klage soll die Muttergesellschaft Danone daran gehindert werden, die Verbraucher in die Irre zu führen und das Bewusstsein für die ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen der Plastikverschmutzung zu schärfen.

 

Ist Ihre Wasserflasche wirklich aus recyceltem Kunststoff hergestellt?

In diesem Artikel wird die mangelnde Transparenz bei der „Massenbilanz“ für recycelten Kunststoff hervorgehoben. Unternehmen können zwar behaupten, dass ihre Produkte recycelten Kunststoff enthalten, aber das System garantiert keine bestimmte Menge, so dass es für die Verbraucher schwierig ist, den tatsächlichen Gehalt der von ihnen gekauften Produkte zu erkennen.

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung und über die Arbeit sie zu stoppen. Von Meeresverschmutzung bis hin zu Zero-Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

Um dich anzumelden, klicke hier.

read more
Lydia29. August 2024 : die wichtigsten Storys des Monats