Frauen gestalten unsere Zero Waste Zukunft

by Seema on 11. März 2026 No comments

Zum Internationalen Frauentag stellen wir fünf Freiwillige in den Mittelpunkt, die die Art und Weise verändern, wie ihre Gemeinschaften über Abfall denken.

Vom Klassenzimmer in Indonesien über Restaurants in Thailand und Insel-Cleanups in Malaysia bis zur Buchhandlung in der Schweiz – diese Frauen warten nicht auf Erlaubnis oder den perfekten Moment, um zu handeln. Sie kompostieren, richten Nachfüllsysteme ein, hinterfragen Verpackungsnormen, verwandeln Küchenabfälle in neue Produkte und setzen Mülltrennung dort um, wo es sie zuvor nicht gab. Gleichzeitig inspirieren sie andere, das scheinbar „Normale“ neu zu überdenken.

Ihre Geschichten beweisen, dass Zero Waste kein abstraktes Ideal ist, sondern etwas, das bereits durch alltägliche, praktische Entscheidungen umgesetzt wird.

Ining, Trash Hero Yogyakarta, Indonesien

Als Ining ein Kind war, konnte sie den Plastikmüll, den sie am Strassenrand sah, nicht ignorieren. Auf dem Heimweg von der Schule hob sie ihn auf und trug ihn nach Hause, um ihn da wegzuwerfen. Niemand hatte sie darum gebeten, aber für sie fühlte es sich falsch an, daran vorbeizugehen.

Dieser Instinkt blieb ihr erhalten. Als sie älter wurde, entwickelte sie ein stärkeres Bewusstsein für ihren eigenen Konsum. Sie begann, nur noch das zu kaufen, was sie wirklich brauchte, verzichtete auf Einwegplastik und ignorierte Modetrends. 2017 nahm ihre Schule gemeinsam mit Trash Hero am Clean Up Jakarta Day teil. Dort lerne sie unsere Freiwillige Amelia kennen und beschloss, sich zu engagieren.

Heute unterrichtet Ining Naturwissenschaften an einer Montessori-Mittelschule in Yogyakarta und sie integriert Umweltaktivitäten bei jeder Gelegenheit in den Schulalltag. Sie hat dazu beigetragen, ein Wasserauffüllsystem einzuführen, die Schüler*innen dazu ermutigt, wiederverwendbare Flaschen und Brotdosen mitzubringen, Ausflüge zum Pflanzen von Bäumen und Mangroven organisiert und die Einrichtung einer Zero Waste Kantine unterstützt. Ausserhalb der Schule nimmt sie regelmässig an Cleanups teil, hält Vorträge bei Veranstaltungen in der Gemeinschaft und Hochschulen und leitet Workshops, in denen organische Abfälle wie Speiseöl, Kaffeesatz und Öko-Enzyme zu nützlichen Produkten wie Seife und Kerzen verarbeitet werden. Zu Hause kompostiert sie und nutzt die Erde für ihren Garten.

Der Weg dorthin war nicht einfach. Als die Schule erstmals ihre Zero Waste Richtlinien einführte, protestierten einige Eltern und Mitarbeiter, dass dies viel zu kompliziert sei. Zu Hause teilen nicht alle das gleiche Bewusstsein. Nachbarn empfinden ihr Kompostieren und die Zucht von Maden als „schmutzig“, obwohl die üblichen lokalen Abfallpraktiken darin bestehen, Abfall zu verbrennen oder in den Fluss zu werfen.

Für Ining ist diese Arbeit jedoch keine Belastung. „Freiwilligenarbeit ist keine Verpflichtung. Es ist meine Identität. Und vor allem macht es mich glücklich.”

Aleks, Trash Hero Liestal, Schweiz

Für Aleks begann alles mit einem Foto. Als sie 2011 in Montenegro Urlaub machte, wollte sie ein Foto an einem wunderschönen Strand machen, aber der Sand war mit angespültem Abfall übersät. Also räumte sie ihn weg. Das Überraschende daran war, dass ihr das Aufräumen des Strandes mehr Freude bereitete als das Fotografieren.

Von diesem Moment an entwickelte sie die einfache Gewohnheit, überall, wo sie hinging, den Abfall aufzuheben, egal ob am Strand, in den Bergen oder in der Stadt. Aber diese Gewohnheit führte zu grösseren Fragen. Warum gibt es so viel Verpackungsmüll? Warum sind unverpackte Produkte selten und teuer? Warum sind Bio-Lebensmittel teuer, während mit Pestiziden belastete Lebensmittel billig sind? Wer profitiert von diesem System?

Diese Fragen veranlassten sie schliesslich dazu, 2024 ein Trash Hero Chapter in Liestal zu gründen. Ihr Ziel war es nicht nur aufzuräumen, sondern auch andere zu inspirieren und das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Veränderungen zu schärfen. Seitdem haben sich viele Menschen angeschlossen und lokale Unternehmen haben angeboten, Hilfsmittel, Materialien und sogar Schaufensterflächen zur Verfügung zu stellen, um die Botschaft zu verbreiten.

Sie hat etwas Bemerkenswertes festgestellt: eine auffallend grosse Zahl von Frauen engagiert sich sowohl als aktive Teilnehmerinnen als auch als Unterstützerinnen. Ihr Engagement spiegelt ein starkes Verantwortungsbewusstsein für die Gesundheit ihrer Gesellschaft und Umwelt wider.

„Jeder noch so kleine Beitrag macht einen Unterschied“ ist das Motto von Aleks. Veränderung kann mit einem einzigen Stück Müll beginnen und sich zu einer Infragestellung der Systeme ausweiten, die ihn verursacht haben.

Zurainee, Trash Hero Kota Kinabalu, Malaysia

Zurainee wuchs an der Küste von Kota Kinabalu, Sabah, Malaysia auf. Als Kind war der Strand ihr Spielplatz. Im Laufe der Jahre beobachtete sie, wie er sich veränderte. Was einst sauber und unberührt war, wurde langsam mit Müll übersät.

„Es ist herzzerreissend, zu sehen, wie sich die Umweltverschmutzung in unsere Umwelt eingeschlichen hat.“

Ein viraler Beitrag in den sozialen Medien inspirierte sie zum Handeln. Es handelte sich dabei nicht um eine Kampagne oder eine Rede, sondern um ein Video eines Mannes, der beim Aufsammeln von Müll gefilmt worden war, ohne zu wissen, dass er aufgenommen wurde. Seine stille Aufrichtigkeit bewegte sie zutiefst. Wenn er versucht, Dinge zu verändern, ohne Anerkennung zu erwarten, dann kann sie das auch.

Sie trat einem lokalen Trash Hero Chapter bei und leitet dieses nun. Ihre Beachcleanups spiegeln einfache Werte wider und sind naturverbunden. Die Freiwilligen verwenden Stoffhandschuhe und wiederverwendbare Jutesäcke anstelle von Einwegmaterialien, um keine neuen Abfälle zu verursachen. Erfrischungen werden im Zero Waste-Stil serviert – Wasser zum Nachfüllen, Essen auf Bananenblättern. Sie hat diesen Ansatz mit anderen lokalen Organisationen geteilt, damit diese ihn bei ihren eigenen Veranstaltungen anwenden können.

Zu Hause trennt Zurainee organische Abfälle und kompostiert sie. Gebrauchtes Speiseöl und Aluminiumdosen werden zum Recycling gebracht. Ihre Familie verwendet wiederverwendbare Flaschen und vermeidet Einwegplastik. Sie kaufen lieber gebrauchte Kleidung als neue.

Im Laufe der Jahre hat sie beobachtet, wie das Bewusstsein gewachsen ist und Freund*innen und Nachbar*innen umweltfreundlichere Gewohnheiten angenommen haben. Ihre Botschaft an Frauen ist klar: Perfektion ist nicht das Ziel. „Bei Zero Waste geht es um kleine, bewusste Entscheidung im Alltag. Was wir praktizieren, sehen unsere Kinder und was wir wertschätzen, übernehmen unsere Familien.“

Resa, Trash Hero Ende, Indonesien

Die Umweltkarriere von Resa begann während ihres Studiums bei einem Praktikum in einer Stiftung für ökologischen Landbau in Bogor, Indonesien. Dort lernte sie, was es bedeutet, wenn Menschen im Einklang mit der Natur leben – nicht indem sie sie beherrschen, sondern indem sie mit ihr zusammenarbeiten.

Als sie Jahre später den Raja City Beach besuchte, war sie überrascht, wie sauber er war. Sie erfuhr, dass Trash Hero Ende dort kürzlich einen Cleanup organisiert hatte. Das bewegte sie, denn sie spürte den Schweiss, die Anstrengung und das Engagement, das dahintersteckt. Im September 2019 nahm sie an ihrem ersten Cleanup teil und ist seitdem als aktive Freiwillige dabei.

In ihrem Alltag arbeitet Resa im Bereich Monitoring und Evaluation für eine humanitäre NGO. Ausserhalb ihrer Arbeit konzentriert sie sich darauf, Einwegplastik zu Hause und in ihrer Gemeinschaft zu reduzieren. Derzeit gründet sie ein Unternehmen für nachfüllbare Wasch- und Spülmittel, um das Problem der Verpackungsabfälle anzugehen – eine der hartnäckigsten Formen der Plastikverschmutzung in Indonesien.

Das Konzept des Nachfüllens an sich ist nicht neu. Beispielweise kaufen Menschen traditionell fossile Brennstoffe, indem sie ihre eigenen Behälter zum Befüllen mitbringen. Nachfüllbare Reinigungsprodukte sind jedoch nicht weit verbreitet und Resa hat festgestellt, dass Gewohnheiten und Denkweisen nur schwer zu ändern sind. Selbst auf dem Markt bestehen einige Verkäufer*innen immer noch darauf, ihr Plastikverpackungen zu geben, weil sie glauben, dass dies höflicher ist, anstatt sie ihre eigenen Taschen und Behälter verwenden zu lassen.

Aber sie gibt nicht auf. Sie weiss, dass Veränderungen Geduld erfordern. „Auch wenn ich mit meinem Beitrag nicht den gesamten Plastikabfall weltweit kontrollieren kann, so möchte ich alles tun, was ich kann, egal wie klein es auch sein mag.“

Roj, Trash Hero Koh Mak, Thailand

Rojs Bewusstsein für Abfall begann weit weg von der Heimat. Während eines Praktikums in einem Restaurant in Deutschland sah sie, wie Abfall sorgfältig in verschiedene Kategorien sortiert wurde – etwas, das in dieser Zeit in Thailand nicht üblich war. Diese Erfahrung hinterliess einen bleibenden Eindruck.

Später, als sie ihr eigenes Restaurant auf der Insel Koh Mak eröffnete, beschloss sie, von Anfang an eine ordnungsgemässe Mülltrennung einzuführen. Das Ergebnis war beeindruckend: nach der Trennung blieb nur noch sehr wenig für die öffentliche Müllabfuhr übrig.

Heute hat ihr Restaurant auch den Verbrauch von Einwegplastik deutlich reduziert. Plastikstrohhalme wurden durch Glasstrohhalme ersetzt. Anstelle von Wasserflaschen werden wiederbefüllbare Glasflaschen angeboten. Gebrauchtes Speiseöl wird zur Reinigungsseife verarbeitet. Limettenschalen und Küchenabfälle werden zu natürlichem Spülmittel.

Sie sind nicht ganz Zero Waste, beispielsweise stellen Takeaway-Verpackungen nach wie vor eine Herausforderung dar, aber Perfektion steht dem Fortschritt nicht im Weg. Das Leben auf einer kleinen Insel und in unmittelbarer Nähe zur Natur macht jede Entscheidung sichtbar. So hat Roj gelernt, das zu tun, was sie kann, jeden Gegenstand zu überdenken und ihn bewusster zu nutzen.

Es habe zwar einige Kosteneinsparungen gegeben, aber wichtiger sei das Gefühl des Stolzes. „Wir sind stolz darauf, ein Restaurant zu sein, das sich um die Umwelt kümmert. Unsere Mitarbeitenden und die Menschen um uns herum unterstützen uns dabei und das motiviert uns, uns weiter zu verbessern.“

Roj schloss sich 2018 Trash Hero Koh Mak an, nachdem sie erkannt hatte, wie wichtig es ist, die Insel sauber zu halten. Zunächst backte sie jede Woche Brownies für die Freiwilligen – heute leitet sie das Chapter.

Ihren Rat an andere, die ebenfalls Abfall reduzieren möchten, ist praxisnah: Fange klein an, eine Veränderung nach der anderen.

read more
SeemaFrauen gestalten unsere Zero Waste Zukunft

MÄRZ 2026 : DIE WICHTIGSTEN NEWS DES MONATS

by Seema on 25. Februar 2026 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats:

Grosser Erfolg: Kanada erlaubt die gesetzliche Einstufung von Plastik als giftig

Die Initiative, alle hergestellten Kunststoffartikel als giftig einzustufen, begann 2021, als die liberale Regierung diese Erklärung in das kanadische Umweltschutzgesetz aufnahm. Nach lautstarken Protesten der Kunststoffindustrie wurde die Formulierung 2023 von einem Bundesrichter gestrichen.

Nun hat aber ein einstimmiges Urteil des Bundesberufungsgerichts diese Entscheidung aufgehoben und damit den Weg für Verbote von Einwegplastik in Ottawa und darüber hinaus geebnet.

 

Neue Erkenntnis: wissenschaftlich fundierte Methode, um Mikroplastik aus dem Körper zu entfernen

Erste Forschungen an Ratten in Japan deuten darauf hin, dass ein gewöhnlicher Bestandteil der Ernährung – Ballaststoffe – dazu beitragen könnte, dass aufgenommene Mikroplastikpartikel nicht in den Blutkreislauf gelangen und vollständig aus dem Darm entfernt werden.

Wissenschaftler*innen arbeiten derzeit daran, die genaue Art der Ballaststoffe zu identifizieren, welche diese Auswirkung hat. Für den Moment ist es trotzdem immer noch das beste, Mikroplastik möglichst zu meiden.

 

Durchbruch bei den Verhandlungen über das UN-Plastikabkommen: neuer Vorsitzender gewählt

Am 7. Februar wählten die Länder in Genf Julio Cordano, Chiles Chefunterhändler für Klimaverhandlungen, um die seit August 2025 ins Stocken geratenen Gespräche wiederzubeleben. Obwohl sich die Diskussionen bei diesem Meeting auf Verfahrensfragen beschränkten, zeigt das Ergebnis, dass Fortschritte möglich sind, wenn die beteiligten Staaten über das Konsensprinzip hinausgehen und alle verfügbaren Entscheidungsinstrumente nutzen.

 

In allen getesteten Kopfhörern wurden hormonell wirksame Chemikalien gefunden

Das Projekt Tox Free Life For All (giftfreies Leben für alle) stellte fest, dass alle 81 Modelle (In-Ear aber auch Over-Ear-Kopfhörer), darunter auch grosse Marken wie Bose, Samsung und Panasonic, giftige Zusatzstoffe enthielten. Ausserdem wurde festgestellt, dass die Migration von Plastik auf die Haut durch Hitze, Schweiss und täglichen Gebrauch zunimmt. 

Der Cocktail aus Chemikalien in Kunststoffen wird mit dem weltweiten Anstieg der Krebs-, Adipositas und Unfruchtbarkeitsraten in Verbindung gebracht.

 

Was wäre, wenn jede*r Zehnte die Ess-, Fahr-, Heiz- und Einkaufsgewohnheiten ändern würde?

Ein neuer AP-Bericht konzentriert sich auf amerikanische Verbraucher, der zeigt, dass 90 Millionen Tonnen weniger Treibhausgasemissionen in den USA ausgestossen würden, wenn nur 10 % der Bevölkerung ihren Lebensstil ändern. Eine wirklich bemerkenswerte Reduzierung.

Nun stellen wir uns vor, welche Auswirkung es hätte, wenn 1 von 10 umweltverschmutzende Unternehmen ihre Vorgehensweise ändern würde! Das hätte wahrscheinlich noch grössere Auswirkungen.

 

Es ist an der Zeit, die politische Macht der Umweltverschmutzer ins Visier zu nehmen


 

Ein Ansatz zum Nachdenken: um den Klimawandel und die Umweltverschmutzung wirksam zu bekämpfen, sollten wir weniger Zeit damit verbringen, uns um die Emissionen zu sorgen, sondern viel mehr darauf zu konzentrieren, das Machtgefälle zwischen den Eigentümern grüner und fossiler Vermögenswerte zu beseitigen. Hier geht es zur vollständigen Analyse.

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

Um dich bei unserem Newsletter anzumelden, klicke hier.

read more
SeemaMÄRZ 2026 : DIE WICHTIGSTEN NEWS DES MONATS

Februar 2026 : Die wichtigsten News des Monats

by Seema on 4. Februar 2026 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats

Plastikemissionen könnten die Gesundheitsschäden bis 2040 verdoppeln

Eine grosse neue Studie im Fachjournal The Lancet prognostiziert zunehmende Schäden, welche uns immer mehr Lebensjahre kosten werden, durch die Neuproduktion von Plastik – verursacht durch Treibhausgasemissionen, Luftverschmutzung und die Freisetzung giftiger Chemikalien.

Die Forschenden identifizierten Risiken in jeder Phase des Lebenszyklus von Plastik und kommen zum Schluss, dass nur ein grundlegender Systemwandel, einschliesslich Begrenzungen der Produktion, die erwarteten gesundheitlichen Belastungen verringern kann.

 

Mülldeponie in Cebu City, Philippinen, stürzt ein und begräbt dutzende Menschen

Eine als vermeidbar bezeichnete Tragödie kostete beim Einsturz einer Deponie 36 Abfallarbeiter*innen das Leben, weitere 18 Menschen wurden verletzt. Das Unglück hat Forderungen nach einer unabhängigen Untersuchung und einem grundlegenden Systemwandel ausgelöst.

Der Englische Artikel „living and dying on the edge of the dump“ gibt einen Einblick hinter die Kulissen des Lebens am Rand der Deponie.

 

Ölindustrie verkauft fossiles Plastik als „grün“

Eine umfangreiche neue Untersuchung zeigt, dass die weltweit grössten Kunststoffhersteller überwiegend neuen Plastik fälschlicherweise als „recycelt“ kennzeichnen und an Marken verkaufen, die ihn nutzen, um ihre Nachhaltigkeitsbilanz gegenüber der Kundschaft zu präsentieren.

Doch damit nicht genug: Die EU scheint dem Druck nachzugeben, diese irreführende Praxis sowohl zu legalisieren als auch zu subventionieren.

 

Warum Plastikverbote nicht funktionieren und was sich ändern muss

Die EU hat 2021 mehrere Einwegplastikprodukte verboten. Warum sind sie trotzdem noch im Umlauf?

Globale Märkte, schwache Kontrollen und rechtliche Schlupflöcher sind laut einem neuen Bericht der Deutschen Welle dafür verantwortlich.

 

Plastikabfall als Brennstoff im Haushalt gefährdet Millionen von Menschen

Laut neuer Forschung führen die weltweiten Trends von übermässiger Plastikproduktion, Abfallexporten (Müllverschiffung ins Ausland) und städtischer Armut dazu, dass Familien mit giftigem Müll Essen kochen und heizen müssen.

Die Studie untersuchte einkommensschwache Haushalte in 26 Ländern des Globalen Südens und stellte überall dieselben besorgniserregenden Muster fest. Die Forschenden fordern daher mehr Aufmerksamkeit für dieses versteckte Problem.

 

Über Cleanups hinaus: Ein Sonntag mit Trash Hero Jakarta

Die Jakarta Post berichtet über die Arbeit unserer indonesischen Freiwilligen und darüber, wie sie dazu beiträgt, die ursprünglichen Probleme an der Quelle anzugehen.

„Wissen aus der Praxis, verwurzelt in gelebter Erfahrung, hat die Kraft, politische Entscheidungen zu beeinflussen,“ schliesst die Reporterin.

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

Um dich bei unserem Newsletter anzumelden, klicke hier.

read more
SeemaFebruar 2026 : Die wichtigsten News des Monats

Das erreicht man mit Menschen, die da sind

by Seema on 3. Februar 2026 No comments

Veränderung passiert, wenn Menschen handeln – und wir sind da, um genau das zu tun!

Jede Woche packen Trash Hero Freiwillige in ihren Gemeinschaften an. Wir sind da, um aufzuräumen, aufzuklären und Abfall zu verhindern. Dieses Jahr waren wir in 95 Orten in 14 Ländern aktiv (Kambodscha, Tschechien, Deutschland, Indonesien, Japan, Kuwait, Malaysia, Myanmar, Serbien, Südkorea, Schweiz, Thailand, USA und Vietnam).

Mit den weltweit erfassten Daten aus 2025 zeigen wir in diesem kurzen Video, was wir zusammen geschafft haben:

Im Folgenden zeigen wir die Wirkung unserer Kernprogramme im Detail.

Handeln und Bewusstsein (wöchentliche Cleanups)

Alleine im Jahr 2025 haben die Freiwilligen von Trash Hero 2’071 Aufräumaktionen organisiert und 37’089 Freiwillige mobilisiert, davon waren 10’992 unter 16 Jahre alt! Zusammen haben sie über 115,1 Tonnen Abfall gesammelt!

Damit kommen wir von Dezember 2013 bis Dezember 2025 auf:

  • 25’378 Aufräumaktionen organisiert
  • 599’248 Freiwillige, darunter 165’842 Kinder mobilisiert
  • 2’716’807 kg gesammelter Abfall

Trash Hero Communities

Dank ihres konsequenten und zuverlässigen Engagements erhalten unsere Freiwilligen oft die Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Sichtweisen zum Thema Abfall weiterzugeben. Dazu gehören Bildungsvorträge, die Unterstützung von Zero Waste-Veranstaltungen oder die Teilnahme an politischen Diskussionen. Im Jahr 2025 organisierten die Freiwilligen von Trash Hero 237 Community-Veranstaltungen oder nahmen daran teil und brachten 14’425 Menschen die Problematik der Plastikverschmutzung und die erforderlichen Massnahmen zur Lösung des Problems näher.

Seit 2022 haben die Freiwilligen von Trash Hero 40’110 Menschen an 700 solchen Veranstaltungen erreicht und motiviert.

Unser Trash Hero Communities Programm umfasst unser kostenloses Wassernachfüllnetzwerk, das derzeit aus 584 Partnerunternehmen besteht. Allein im Jahr 2025 haben diese Unternehmen dazu beigetragen, die Verwendung von 1,8 Millionen Einweg-Plastikflaschen zu verhindern und 98 Tonnen CO2-Emissionen zu vermeiden! Seit Projektbeginn haben wir:

Trash Hero Kids Programm

Unser Trash Hero Kids Programm bezieht Grundschulkinder in den Schutz ihrer Umwelt ein und nutzt dabei ein Geschichten- und Aktivitätsbuch, um langfristige Verhaltensänderungen zu fördern. Im Jahr 2025 nahmen 629 neue Kinder an dem Programm teil. Ausserdem haben wir 59 Veranstaltungen für Kinder durchgeführt und 6’856 Kinder unter 16 Jahren für die kritischen Themen der Plastikverschmutzung sensibilisiert. Wir haben 2022 begonnen, diese Veranstaltungen zu protokollieren. Seitdem haben wir insgesamt 298 Kinderveranstaltungen mit 21’366 Kindern durchgeführt.

Vielen Dank an alle, die sich im Laufe der Jahre beteiligt, organisiert, gespendetund an u ns geglaubt haben. Ihr seid ein wichtiger Teil unserer Bewegung!

Wir hoffen, dass ihr 2026 wieder dabei seid.

 

read more
SeemaDas erreicht man mit Menschen, die da sind

Januar 2026 : Die wichtigsten News des Monats

by Seema on 16. Januar 2026 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats

Wiederverwendungssysteme könnten einen Grossteil der Plastikverschmutzung stoppen

97 % der Verschmutzung durch Verpackungen könnten bis 2040 verhindert werden. Durch Investitionen in Wiederverwendungs­infrastruktur und den Ersatz von Plastik durch sicherere alternative Materialien wäre dies möglich, so die Pew Foundation. Ihr Bericht Breaking the Plastic Wave 2025 prognostiziert ausserdem, dass sich die Plastikverschmutzung im gleichen Zeitraum verdoppeln wird, wenn nichts unternommen wird.

 

Werbung von Nike, Lacoste und Superdry wegen Greenwashing verboten

Im Rahmen des Vorgehenes gegen Greenwashing hat die britische Werbeaufsichtsbehörde Advertising Standards Agency festgestellt, dass die grossen Marken Nike, Superdry und Lacoste in diesem Jahr in Google-Anzeigen übertriebene und nicht belegte Aussagen zu den angeblichen Umweltvorteilen ihrer Kleidung gemacht haben.

 

„Upgecycelte“ Kleidung verschärft das Mikroplastikproblem

Recyceltes Polyester, das von grossen Marken wie Patagonia, Zara und H&M als „upgecyceltes“ und nachhaltiges Material beworben wird, hat in Labortests der Changing Markets Foundation 55 % mehr Mikroplastikfasern freigesetzt als herkömmliches Polyester. Sein zunehmender Einsatz verschärft damit die Verschmutzung, die es eigentlich reduzieren sollte.

 

Erfahrene Aktivistin nimmt weiteren Chemieriesen ins Visier

Die renommierte Goldman-Preisträgerin Diane Wilson hat die Absicht erklärt, den Petrochemie-Giganten Dow zu verklagen, weil ihre Organisation unzählige Mengen an Nurdles (Plastikpellets) und andere Schadstoffe festgestellt hat, die aus dem Werk in Seadrift, Texas, in die umliegenden Gewässer und Gebiete gelangen.

 

Dörfer rund um Hanoi recyceln den Müll der Welt – und bezahlen mit ihrer Gesundheit

Übermässige Einfuhr und Lagerung von Abfällen sowie nur geringe Regulierung haben die Bevölkerung der Vororte von Hanoi gefährlichen Giftstoffen ausgesetzt, was laut einer Untersuchung von AFP zu einer um ein ganzes Jahrzehnt geringeren Lebenserwartung im Vergleich zum nationalen Durchschnitt in Vietnam führt.

 

Warum globale Umweltverhandlungen immer wieder scheitern – und was wir dagegen können

„Wir müssen ein System modernisieren, das für eine andere Zeit und andere Probleme geschaffen wurde als die komplexen, vernetzten Herausforderungen, denen wir heute gegenüberstehen“, sagt Professorin Catalina Turcu von der UCL in einem interessanten Beitrag über globale Umweltpolitik-Verhandlungen.

 

Lissabon erweitert Pfandbechersystem

Der 2025 in Lissabon getestete Pfandbecher-Service CopoMais wird im ersten Quartal dieses Jahres im gesamten Stadtzentrum eingeführt. Damit gehört Lissabon zu den ersten europäischen Städten, die grossflächig Mehrweg ermöglichen. So werden Millionen Einwegbecher für To-go-Getränke eingespart. Die Initiative ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung, einem Unternehmen für Kreislaufwirtschaft und dem Verband der portugiesischen Hotel- und Gastronomiebranche.

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

Um dich bei unserem Newsletter anzumelden, klicke hier.

read more
SeemaJanuar 2026 : Die wichtigsten News des Monats

Welcher Volunteer-Leader-Typ bist du?

by Seema on 14. Januar 2026 No comments

Zu Beginn des Jahres 2026 blicken viele von uns nach vorn – auf der Suche nach Vorsätzen, die wirklich zählen: solche, die etwas in der Welt bewirken, die Gemeinschaft stärken und langfristig Bestand haben. Wenn du schon einmal den Wunsch hattest, etwas Positives in deiner Nachbarschaft zu starten, aber nicht genau wusstest, wie, bist du damit nicht allein.

Trash Hero Chapters (ehrenamtliche Gruppen) entstehen nach einer einfachen Formel: engagierte Menschen aus der Region treffen sich regelmässig, um gemeinsam aufzuräumen, sich zu vernetzen und dabei ihre Gemeinschaft wachsen zu lassen. Hintergrundwissen, Planung und Kampagnenfähigkeiten kann man sich unterwegs aneignen. Was sich nicht lernen lässt, ist deine eigene Beziehung zu dem Ort, an dem du lebst.

Bevor du dich zu etwas verpflichtest, ist ein wichtiger erster Schritt, deine eigenen Fähigkeiten zu erkennen und wertzuschätzen. Führung im Ehrenamt hat viele Gesichter, und die stärksten Teams entstehen, wenn unterschiedliche Stärken zusammenpassen. Unser kurzer Quiz unten kann dir helfen, deinen natürlichen Führungsstil zu erkennen – und die Art von Gründungsteam, das du eines Tages um dich herum aufbauen könntest.

Meistens A – Netzwerker*in
Du kennst Menschen aus unterschiedlichen Bereichen – Eltern, Vereine, lokale Cafés, Wochenmärkte, Facebook-Gruppen – und stellst von Natur aus Verbindungen her. Du baust Vertrauen auf, weil du genau weisst, wen du ansprechen und wem du jemanden vorstellen solltest.

Bewegungen beginnen mit Verbindung – und genau das bringst du bereits mit. Ein Chapter, das von dir gestartet wird, wird sich von Tag eins wie ein Gemeinschaftsprojekt anfühlen, nicht wie eine Einzelmission.

Meistens B – Organisator*in
Du setzt Ideen in die Tat um, indem du den Ablauf planst, den Ort prüfst, die Ausrüstung sortierst und die Rollen klar verteilst, sodass andere leicht mitmachen können. Deine Führung ist nicht laut, aber effektiv – alle wissen immer, wo sie sein müssen und was als Nächstes zu tun ist.

Zuverlässigkeit und die Fähigkeit, Komplexes einfach zu machen, geben den Freiwilligen Sicherheit. Ein Chapter, das du startest, wird eine klare Struktur haben, sodass andere unkompliziert einsteigen können.

Meistens C – Motivator*in
Du inspirierst andere zum Mitmachen, indem du es persönlich und machbar wirken lässt. Du kannst Menschen motivieren, ohne Druck auszuüben, und ein zögerliches „Vielleicht“ mit wenigen Worten in ein begeistertes „Warum nicht?“ verwandeln. Das ist mehr als blosses Anfeuern – du hilfst den Menschen zu glauben, dass sie gemeinsam wirklich etwas bewirken können.

Besonders gut bist du darin, kleine Erfolge zu feiern, was die Motivation langfristig aufrechterhält. Ein Chapter, das du gründest, wird sinnvoll, hoffnungsvoll und energiegeladen wirken – selbst an regnerischen Tagen.

Meistens D – Teamgestalter*in
Du verwandelst einmalige Aktionen in etwas Beständiges. Du hörst gut zu, merkst dir, was Menschen brauchen, und sorgst dafür, dass alle Freiwilligen sich wertgeschätzt und unterstützt fühlen. Du hilfst Teams, zusammenzuhalten, nachhaltig zu wachsen und Überlastung zu vermeiden.

Ausserdem bist du die Person, die ruhigere oder neue Mitglieder bemerkt und sanft einbindet, ohne dass es auffällt. Ein Chapter, das du startest, wird beständig, freundlich und mit echter Nachhaltigkeit wachsen.

Erkennst du dich wieder?
Wenn dich einer dieser Führungsstile angesprochen hat, ist das grossartig. Wichtig ist jedoch, daran zu denken, dass kein Stil von Natur aus „besser“ ist als ein anderer. Starke Volunteer-Gruppen entstehen nur selten um eine einzige perfekte Führungspersönlichkeit. Sie werden von Teams aufgebaut, deren Mitglieder sich mit unterschiedlichen, sich ergänzenden Fähigkeiten einbringen, die sich für dieselben Themen interessieren und gemeinsam die Motivation teilen, etwas zu bewegen.

Und genau so entstehen Trash Hero Chapters. Ob du nun Netzwerker*in, Organisator*in, Motivator*in oder Teamgestalter*in bist – du bringst bereits eine der wichtigsten Zutaten mit, und dein Gründungsteam ist vielleicht näher, als du denkst (hol einfach deine Freund*innen dazu, dieses Quiz zu machen!). Und egal, welche Mischung ihr am Ende habt – wir unterstützen euch dabei.

Wenn 2026 für dich das Jahr ist, in dem aus dem Gedanken „Jemand sollte etwas gegen Plastikverschmutzung tun“ ein gemeinsames „Lasst uns zusammen etwas tun“ wird, dann musst du nur deine Leute zusammentrommeln und auf unsere Seite „neue Gruppe gründen“ gehen oder uns direkt kontaktieren. Wenn du dich entscheidest, loszulegen, begleiten wir dich beim Start deiner ersten Cleanup-Aktion – und darüber hinaus.

So haben wir unsere globale Bewegung aufgebaut – mit Freiwilligen, die unterwegs lernen und wachsen. Es ist keine Perfektion nötig, keine einsamen Held*innen, einfach Menschen, die sich für ihren Ort einsetzen und aktiv werden. Könnte das auf dich zutreffen?

read more
SeemaWelcher Volunteer-Leader-Typ bist du?

Dezember 2025 : Die wichtigsten News des Monats

by Seema on 12. Dezember 2025 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats

Sechs winzige Stücke eines Luftballons töten einen Papageitaucher

Forschende von Ocean Conservancy haben Daten aus Tausenden von Tierautopsien ausgewertet und bestätigt, welche Menge verschluckten Plastiks bei verschiedenen Meereslebewesen fast sicher zum Tod führt – und diese Menge ist überraschend gering!
Ein ernüchternder Gedanke, den man bei Cleanups im Hinterkopf behalten sollte.

 

ExxonMobil wehrt sich gegen Regeln zum chemischen Recycling

Der US-Petrochemieriese ExxonMobil lobbyiert für schwächere Vorschriften, die ihm die Ausweitung seiner umweltschädlichen Technologien ermöglichen – und verklagt Kritiker*innen wegen Verleumdung, berichtet die Financial Times. Dazu zählen Massnahmen wie die Umklassifizierung des chemischen Recyclings von „Verbrennung“ zu „Herstellung“ sowie die Erhöhung der für seine Produkte vergebenen regulatorischen Gutschriften.

 

COP30: Schon wieder ein Ausweichen beim Klimaschutz?

 

Neue Studie beweist: Bioplastik verschwindet nicht

PBAT, ein gängiges „kompostierbares“ Plastik, das in der Landwirtschaft, bei medizinischen Produkten, Einkaufstüten und Geschirr verwendet wird, hinterlässt im Boden lang anhaltende Mikroplastikpartikel und chemische Rückstände. Die von den Forschenden entwickelte Methodik ist die erste, die den Biodegradationsprozess nachverfolgen und quantifizieren kann und könnte ein nützliches Werkzeug sein, um auch andere „Pflanzenplastik“-Sorten zu bewerten.

 

Mikroplastik in der Luft in 18 indonesischen Städten nachgewiesen

Die indonesische NGO Ecoton hat 2025 über drei Monate hinweg die Luft in Atemhöhe von 1–1,5 m untersucht und in allen getesteten Städten erhöhte Mengen an Reifenstaub, Verpackungsfragmenten und Mikrofasern verschiedener Plastikarten festgestellt.

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

Um dich bei unserem Newsletter anzumelden, klicke hier.

read more
SeemaDezember 2025 : Die wichtigsten News des Monats

Was wir 2025 von unseren Freiwilligen gelernt haben

by Seema on 11. Dezember 2025 No comments

Einblicke aus der weltweiten Freiwilligenumfrage von Trash Hero

Wie ist es, ein Trash Hero zu sein? Dieses Jahr haben wir unsere Freiwilligen gebeten, uns ihre Erfahrungen in einer anonymen Umfrage mitzuteilen. 156 Freiwillige aus Ortsgruppen auf der ganzen Welt haben daran teilgenommen. Das entspricht etwa der Hälfte unserer regelmässigen Freiwilligen, die sich gleichmässig auf Chapterleaders, Kernteammitglieder und häufige Teilnehmende (ohne besondere Aufgaben) verteilen.

Die Antworten, die sie gegeben haben, werden uns bei unserer Arbeit in Zukunft als Leitfaden dienen. Sie zeigen, was funktioniert, was Aufmerksamkeit erfordert und wie diese Bewegung weiter wächst – nicht nur in Bezug auf die Zahlen, sondern auch in Bezug auf Selbstvertrauen, Wohlbefinden und Gemeinschaftskraft. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse:

1. Freiwilligenarbeit tut gut – und ist sinnvoll

In allen Regionen war die Botschaft klar: Die Menschen machen gerne mit.

  • 94 % haben Freude an ehrenamtlicher Arbeit
  • 92 % fühlen sich wertgeschätzt
  • 88 % sind der Meinung, dass sie etwas bewirken

Auch wenn die Arbeit manchmal endlos erscheint (wir hinterlassen einen Ort sauber, aber beim nächsten Mal ist der Abfall wieder da) fühlten sich die meisten mit dem grossen Ganzen verbunden und in der Lage, einen wichtigen Beitrag zu leisten.

„Während meiner Zeit als Trash Hero-Freiwilliger fühle ich mich für die Gemeinschaft unglaublich nützlich. Selbst kleine Aktivitäten wie diese haben sehr positive Auswirkungen auf die Gemeinschaft und auch auf die Umwelt.“ – Regelmässiger Freiwilliger, Indonesien

„Die Leute werden aufmerksamer durch das Bilderteilen in Social Media. Das Feedback ist oft, dass die Leute selbst Müll aufheben oder selbst achtsamer sind bezüglich Müllvermeidung.“ – Mitglied des Kernteams, Trash Hero Lübeck, Deutschland

2. Ein starkes Gefühl von Sinnhaftigkeit und Zugehörigkeit

Viele Freiwillige sprachen über das Gefühl, Teil einer globalen Bewegung zu sein.

  • 85 % empfinden ein Gefühl der Sinnhaftigkeit
  • 86 % fühlen sich als Teil von etwas Grösserem

Dieses Zugehörigkeitsgefühl ist eines der stärksten Anzeichen für Resilienz – und ein Grund dafür, dass unsere Chapters seit Jahren mit stabiler Beteiligung bestehen.

„Ich habe das Gefühl, dass ich verbundener, weiser und nützlicher geworden bin, seit ich bei Trash Hero bin.
Ich kann hier wirklich einen positiven Beitrag leisten.“ – Mitglied des Kernteams, Trash Hero Larantuka, Indonesien

3. Persönliche Entwicklung: Selbstvertrauen, Fähigkeiten und Wohlbefinden

Die Freiwilligenarbeit bei Trash Hero dient nicht nur dem Umweltschutz. Sie verändert auch die Menschen.

  • 81 % geben an, dass sie neue Fähigkeiten und Kenntnisse erworben haben
  • 73 % berichten von einer Verbesserung ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens
  • 66 % fühlen sich selbstbewusster seit sie bei Trash Hero sind

Asiatische Freiwillige bemerkten diese Veränderungen eher als ihre europäischen Kolleg*innen. Die Menschen lernen in der Regel, wie man Cleanups durchführt, Teams koordiniert, mit lokalen Unternehmen spricht, Scheinlösungen entlarvt und sich für Veränderungen einsetzt. Kleine wöchentliche Aktionen bauen Führungsqualitäten von Grund auf auf.

„Durch meine ehrenamtliche Tätigkeit habe ich viel Wissen über die Plastikverschmutzung und Möglichkeiten zu deren Bekämpfung gewonnen..“ – Mitglied des Kernteams, Trash Hero Gaw Yan Gyi, Myanmar

„Es hat mir mehr Selbstvertrauen gegeben, mich zu äussern und mich nicht zu schämen, Gutes zu tun, auch wenn das, was wir tun, schmutzige Arbeit ist.“ – Co-Chapterleiter, Trash Hero Patong, Thailand

„Ich habe mein Netzwerk erweitert und mein Wissen über Abfallmanagement sowie die Gefahren und Risiken von Plastikmüll ausgebaut.“ – Mitglied des Kernteams, Trash Hero Belu, Indonesien

4. Der Dominoeffekt: Gewohnheiten und Gemeinschaften verändern sich

Die Auswirkungen beschränken sich nicht nur auf den Strand, den Fluss oder die Strasse.

  • 83 % geben an, dass sie ihren eigenen Abfall reduziert haben
  • 63 % bemerkten positive Veränderungen in ihrem Umfeld

Freiwillige werden oft zu Katalysatoren für grössere Veränderungen – sie fördern Gewohnheiten zur Wiederverwendung, initiieren Diskussionen in der Gemeinschaft oder liefern Daten für Forschungs- und Politikarbeit.

„Meine Familie hat sich verändert (die Kinder nehmen jetzt ihre eigenen Trinkbecher mit zur Schule, mein Mann nimmt seinen eigenen Trinkbecher mit ins Büro, wir gehen mit einem Korb zum Markt, mit einer Tragetasche zum Minimarkt, zu Hochzeiten usw. mit unseren eigenen Wasserflaschen). In der Nachbarschaft und bei Gemeindegruppen gibt es bei jedem Treffen oder jeder Veranstaltung kein Wasser in Flaschen mehr; das Komitee stellt Wasser zum auffüllen zur Verfügung, und die Teilnehmenden bringen ihre eigenen Trinkbecher mit.“ – Mitglied des Kernteams, Trash Hero Ende, Indonesien

„Über das Thema [Abfallvermeidung] wird gesprochen und wurde durch meinen Einsatz sichtbar im Freundeskreis“ – Chapterleiter, Trash Hero Bern, Schweiz

„Als wir anfingen, Müll zu sammeln, haben wir ihn einfach eingesammelt und Berichte online gestellt. Das war so, als würden wir darauf hinweisen, dass die Gegend schmutzig ist – was der Gemeinde vielleicht nicht gefallen hat. Aber wir haben konsequent weitergemacht und nach und nach Verständnis geschaffen. Am Ende hat die Gemeinde angefangen, uns zu helfen, indem sie den Müll, den wir jede Woche gesammelt haben, entsorgt hat.“ – Co-Chapterleiterin, Trash Hero Pattani, Thailand

5. Eine sichere, unterstützende Umgebung

Die grosse Mehrheit der Befragten (83 %) gab an, während ihrer Freiwilligentätigkeit keine negativen Erfahrungen gemacht zu haben. Zu den genannten Schwierigkeiten gehörten:

  • 2 % sind der Meinung, dass ehrenamtliche Tätigkeiten zu viel ihrer Zeit in Anspruch nimmt
  • 4 % fühlen sich nicht ausreichend gewürdigt
  • 7 % berichteten, schon einmal einen Konflikt erlebt oder bewältigen müssen

Wir gehen diese Probleme mit individueller Hilfe und verbesserten Unterstützungssystemen an. Die positiven Erfahrungen, von denen die meisten Freiwilligen berichten – von denen viele seit fast einem Jahrzehnt oder länger tätig sind –, sprechen für eine starke lokale Führung und Organisationskultur in 95 Chapters an verschiedenen Standorten.

„Für mich geht es bei Trash Hero nicht nur darum, in der Umwelt aufzuräumen. Es ist auch eine Möglichkeit, neue Energie zu tanken. Eine Stunde bei Trash Hero lässt mich jeden Moment geniessen, wieder auftanken, innerlich zur Ruhe kommen und von meinen Freund*innen in der Community willkommen geheissen werden“ – Regelmässige Freiwillige, Indonesien

„Es ist eine gute Erfahrung. Die Mitwirkenden sind sehr hilfsbereit. Es ist eine Aktivität, bei der immer viel gelacht wird.“ – Regelmässige Freiwillige, Trash Hero Ao Nang, Thailand

6. Was dies für unsere Mission bedeutet

Trash Hero war schon immer eine Brücke: Basisarbeit vor Ort, verbunden mit systemischen Veränderungen auf lokaler und globaler Ebene. Diese Ergebnisse zeigen, dass unsere Bewegung nicht nur aufgrund ihrer Grösse stark ist, sondern auch aufgrund der Beziehungen: Die Menschen fühlen sich wertgeschätzt, sie lernen und wachsen, sie erleben Gesundheit, Gemeinschaft und Sinnhaftigkeit, und sie sehen, wie sich das System um sie herum zu verändern beginnt. So geschieht Transformation – von innen heraus und von der Gemeinschaft ausgehend.

Eine Einladung: Wenn du bereits Teil dieser Bewegung bist: Danke. Deine Handlungen tragen jede Woche dazu bei, eine Zukunft ohne Abfall zu gestalten.
Wenn du neu dabei bist, neugierig bist oder nach einem Einstieg suchst: Mach mit. Finde ein Chapter in deiner Nähe. Sei Teil der echten Lösung!

read more
SeemaWas wir 2025 von unseren Freiwilligen gelernt haben

Quiz | Was ist Systemwandel?

by Seema on 9. Dezember 2025 No comments

Was ist Systemwandel?

Ein kurzes Quiz, um dein Wissen zu testen, das du in Educate Yourself | Zero Waste - Teil 8 gelernt hast.

Welcher der folgenden Punkte ist ein Beispiel für eine Systemänderung?(erforderlich)
Warum ist ein Systemwandel notwendig, um die Plastikverschmutzung zu bekämpfen?(erforderlich)
Wie können wir unsere derzeitige lineare Wirtschaft beschreiben?(erforderlich)
Was ist eine Kreislaufwirtschaft?(erforderlich)
Was ist die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR)?(erforderlich)

read more
SeemaQuiz | Was ist Systemwandel?

Quiz | Was sind Scheinlösungen und Greenwashing?

by Seema on 9. Dezember 2025 No comments


Was sind Scheinlösungen und Greenwashing?

Ein kurzes Quiz, um dein Wissen zu testen, das du in Educate Yourself | Zero Waste - Teil 7 gelernt hast.

Warum gelten wiederverwendbare Produkte als umweltfreundlicher als Einwegprodukte?(erforderlich)
Warum gilt der Ersatz von Plastik durch Bioplastik als Scheinlösung für die Plastikverschmutzung?(erforderlich)
Welche der folgenden Aussagen über Technologien zur Energiegewinnung aus Abfall ist RICHTIG?(erforderlich)
Was ist Greenwashing?(erforderlich)
Welches der folgenden Beispiele ist KEIN Beispiel für Greenwashing?(erforderlich)

read more
SeemaQuiz | Was sind Scheinlösungen und Greenwashing?