Sicheres, trinkbares Leitungswasser ist ein Privileg, das vielen Menschen auf der Welt nicht zur Verfügung steht. Für Haushalte und Unternehmen gibt es Lösungen wie nachfüllbare Tanks mit aufbereitetem Wasser oder schlicht das Abkochen von Wasser. Wer jedoch unterwegs Wasser trinken möchte, greift meist zu Einwegplastik. Nachdem wir an Stränden Tausende dieser Flaschen aufgesammelt hatten, beschlossen wir 2014, das Trash Hero Wassernachfüllnetzwerk ins Leben zu rufen: eine einfache Möglichkeit, Plastikflaschenabfall zu vermeiden, indem wir Unternehmen zusammenbringen, die bereit sind, ihrer Kundschaft kostenloses Wasser zum Nachfüllen anzubieten.
Wir ermutigen Unternehmen, sich dem Netzwerk anzuschliessen, indem wir ihnen einen kostenlosen Eintrag auf unserer Online-Karte mit den Refill-Stationen anbieten und ihre Aktivitäten über lokale Social Media-Kanäle bekannt machen. Um den Umstieg auf das Nachfüllen sowohl für Unternehmen als auch für ihre Kundschaft zu unterstützen, bietet Trash Hero optional hochwertige Wasserflaschen aus Edelstahl zum Selbstkostenpreis an. Indem die Unternehmen die Flaschen mit einem kleinen Gewinn weiterverkaufen, können die Kosten für die Bereitstellung des Wassers gedeckt werden. Die Konsument*innen profitiert von einer praktischen, wiederverwendbaren Flasche und lebenslang kostenlosen Nachfüllungen im gesamten Netzwerk.
Welche Unternehmen haben sich bereit erklärt, dieses Programm zu unterstützen? Und was hat sie dazu motiviert, sich anzuschliessen?
Lern unsere Refill-Partner*innen kennen

Vier Geschäftsleute in Indonesien – und vier unterschiedliche Wege, wie alles begann. Für Tiwi von Toko Organis in Bandung, Westjava, begann alles damit, dass sie als durstige Kundin frustriert war. „Warum bieten wir eine Nachfüllstation an? Weil wir selbst davon profitiert haben, als in Bandung nach und nach Nachfüllstationen auftauchten“, sagt sie.
Sie hat diese Lücke selbst erlebt.
Für Berdhi war das Anbieten einer Nachfüllstation ein Bekenntnis zu seinen Prinzipien. Als er das Massida Café in Ende auf Flores eröffnete, führte er vom ersten Tag an ein Verbot von Wasser in Plastikflaschen ein. Für ihn stand das nie zur Debatte. „Das zeigt tatsächlich, dass auch unserem Unternehmen Umweltfragen am Herzen liegen, insbesondere das Problem des Plastikmülls“, sagt er..
Lidya kam ganz selbstverständlich mit Trash Hero in Kontakt – über die Umweltgemeinschaft auf Bali. Die Verbindung passte sofort. „Wir haben zufällig Leute aus der Aktivistenszene auf Bali kennengelernt, und so wurden wir mit dem Konzept der Nachfüllstationen vertraut gemacht, das genau zu unserer Vision passte – der Vision von Bali Refill Station, Plastikabfall vor allem in der Region Bali zu reduzieren.“
Und für Ilham in Bandung war Wiederverwenden schon lange eine Gewohnheit, bevor sein Unternehmen überhaupt existierte. Durch jahrelanges Wandern und andere Outdoor-Aktivitäten war es für ihn selbstverständlich geworden, seine Ausrüstung selbst zu waschen. Als er dann das Restaurant Dapur CPH eröffnete, ergab Einwegplastik für ihn einfach keinen Sinn. „Erstens bin ich selbst nicht wirklich jemand, der Take-away nutzt. Zweitens war ich durch Sport und Outdoor-Aktivitäten fast jeden Tag – besonders früher, als ich noch in den Bergen wandern ging – schon daran gewöhnt, Dinge selbst zu waschen. Und was die Produktkosten betrifft, wollten wir keine zusätzlichen Kosten durch die Verwendung von Plastik haben. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, alles abzuwaschen und wiederzuverwenden. Ich würde mich schuldig fühlen, wenn dabei viel Abfall entstehen würde.“
Alle vier sind überzeugt, dass ihre Entscheidung etwas bewirkt.
Im Massida Café kam der Beweis von einigen Gästen aus Korea. „Als sie das Trash Hero Konzept sahen, haben sie sich sehr gefreut, weil es sie an das Restaurant-System zu Hause erinnert hat, wo kostenloses Trinkwasser fast überall verfügbar ist“, erzählt Berdhi.
Auch bei Dapur CPH beobachtet Ilham Veränderungen: „Einige aus unserer Kundschaft haben angefangen, ihre eigenen Behälter für Essen mitzubringen. Und ich glaube, durch den Trend zu ästhetischen Trinkflaschen oder was auch immer haben sich die Menschen auch zunehmend daran gewöhnt, Wasser nachzufüllen.“ Dabei hört er nicht an der Küchentür auf. „In letzter Zeit habe ich sogar darüber nachgedacht, eine Bewegung für nachfüllbares Waschmittel zu starten, denn auch das verursacht unglaublich viel Abfall.“
Berdhi bringt den Grund für einen Beitritt auf den Punkt: „An alle da draussen, die ein Geschäft führen: Ich glaube nicht, dass man etwas zu verlieren hat, wenn man ausprobiert, Partner einer Trash Hero Refill-Station zu werden. Manchmal entsteht eine grosse Veränderung durch viele kleine Veränderungen, die von vielen Menschen umgesetzt werden.“
Ilham stimmt ihm zu: „Für das Gemeinwohl müssen wir das tun, denn es gibt wirklich keinen Nachteil. Ich meine, die Wirkung wird nur immer grösser. Auch die Abfallkrise in Indonesien wird immer schlimmer. Und aus geschäftlicher Sicht steigen die Preise für Plastik und Verpackungen ständig. Es spricht also nichts dagegen, Geschirr für den Verzehr vor Ort und wiederverwendbare Behälter ernster zu nehmen. An alle, die ein Geschäft führen: Lasst uns auf Zero Waste umstellen, damit die Erde sauberer und frei von Plastikabfall wird. Und schliesst euch dem Trash Hero Refill Network an, damit noch mehr Menschen ihre Flaschen nachfüllen können.“
Über das Wassernachfüllnetzwerk haben wir seit Ende 2014 insgesamt 113’328 Flaschen über unsere Refill-Partnerorganisationen verkauft. Wir gehen davon aus, dass eine verkaufte Flasche durchschnittlich 365 Plastikflaschen für Wasser einspart (eine pro Tag während eines Jahres). Seit 2023 gehen wir zudem davon aus, dass jede Nachfüllstation fünf Nachfüllungen pro Tag ermöglicht. Das bedeutet, dass wir durch dieses Projekt bisher schätzungsweise 44,9 Millionen Einweg-Plastikflaschen vermieden haben. Derzeit gibt es 605 Nachfüllstationen im Netzwerk. Und wir freuen uns über jedes Unternehmen, das sich uns anschliessen möchte – ganz gleich, ob gross oder klein. Der Beitritt ist kostenlos; die einzigen Kosten entstehen durch das Wasser, das zur Verfügung gestellt wird.

Wenn du also das nächste Mal mit deiner Trinkflasche in der Hand aus dem Haus gehst, schau auf die Karte und finde eine Nachfüllstation in deiner Nähe. Wenn du selbst ein Unternehmen führst oder Veranstaltungen organisierst, weisst du bereits, was zu tun ist. 💛
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