Die meisten Menschen die an Trash Hero denken, stellen sie sich Freiwillige am Strand vor, die mit Müllsäcken in der Hand das einsammeln, was die Flut und die Strassen zurückgelassen haben. Und ja, genau dort hat alles angefangen und dort findet es auch heute noch jede Woche weltweit statt.
Doch der wöchentliche Cleanup war schon immer mehr als nur eine Aufräumaktion; sie ist ein Treffpunkt und ein Ausgangspunkt und für viele Trash Hero Chapter ist es der Ort, an dem die Frage gestellt wird: Was können wir noch tun?
Die folgenden Geschichten stammen aus Chapters aus verschiedenen Regionen; sie unterscheiden sich in Umfang, Vorgehensweise und Kontext, doch eines haben sie gemeinsam: Echte Veränderungen entstehen in den Gemeinschaften, sie werden langsam aufgebaut, von Menschen, die sich engagieren.
Dein Lieblingssupermarkt wurde geprüft, das Ergbis war nicht gerade berauschend
Trash Hero Chapters aus mehreren Ländern nahmen an einem einzigartigen Pilotprojekt teil, bei dem die Verpackungspraktiken von Supermärkten weltweit überprüft wurden. Das Projekt von „Break Free From Plastic“ knüpft an die erfolgreiche sechsjährige Markenaudit-Kampagne der Organisation an. Diesmal stehen Supermarktketten und ihre bedeutende Rolle bei der Plastikverschmutzung im Fokus. Freiwillige von Trash Hero in Thailand, Malaysia, der Schweiz und Grossbritannien lieferten 35 Auditberichte für den Bericht, aus dem hervorgeht, dass die meisten Geschäfte einfache Massnahmen zur Abfallreduzierung ignorieren. Auch 2026 werden wieder Daten erhoben.

Landwirt*innen steigern mit Abfall das Einkommen
Trash Hero Bayan auf Lombok, Indonesien, hat lokale Cashew-Landwirt*innen in ein gemeinschaftliches Kompostierungsprojekt eingebunden. Über mehrere Monate hinweg brachte das Team ihnen bei, wie sie ihre Lebensmittelabfälle mit einfachen Methoden trennen und kompostieren können. Die Landwirt*innen konnten so die Bodenqualität verbessern, gesündere Cashewbäume züchten und den Wert ihrer Ernte fast verdoppeln. Bis heute haben sich 30 Haushalte und 40 Landwirt*innen dem Projekt angeschlossen und die Dorfvorstehenden haben Interesse daran bekundet, diese Art der Lebensmittelabfallbewirtschaftung im Bezirk verbindlich vorzuschreiben.

„The Big Plastic Count“, Schweizer Ausgabe
Trash Hero Switzerland hat 2025 am ersten «Big Plastic Count» des Landes teilgenommen. Die 2022 in Grossbritannien gestartete Citizen Science-Kampagne fordert die Menschen auf, die Anzahl der Plastikgegenstände zu erfassen, die sie im Laufe einer Woche wegwerfen. In der Schweiz nahmen 11’586 Personen teil und erfassten 215’463 Plastikteile. Der daraus resultierende Bericht hob hervor, dass 95 % dieses Abfalls verbrannt oder exportiert wurden und forderte mehr Investitionen in wiederverwendbare Verpackungen und Nachfüllinfrastruktur.

Wiederverwendung, die eines Königs würdig ist
Trash Hero Chumphon brachte sein wiederverwendbares Geschirr zu einem Street-Art-Festival in der Stadt mit. Damit wurden mehr als 1’000 Arbeiter*innen und Besucher*innen bewirtet, die gekommen waren, um das neue Wandgemälde zu sehen, das dem verstorbenen König Bhumibol gewidmet ist – ganz ohne Einwegplastik. Die „Gemeinschaftsgeschirrbank“ des Teams verleiht seit viereinhalb Jahren kostenlos wiederverwendbare Becher, Besteck und Geschirr an Veranstalter. Im Jahr 2025 wurde es bei insgesamt sieben Veranstaltungen eingesetzt, wodurch schätzungsweise 23’350 Einwegplastikartikel vermieden wurden und das Argument für abfallfreie Veranstaltungen aller Art gestärkt wurde.

Alle an Bord zu einer Lektion zum Thema Abfall
Trash Hero Lübeck veranstaltete einen zweistündigen Workshop zum Thema Zigarettenkippen an einem ungewöhnlichen Ort, an Bord der historischen „Fehmarnbelt“, einem schwimmenden Leuchtturm auf der Untertrave. Die Teilnehmenden erfuhren etwas über die Giftigkeit von Kunststofffiltern und deren Auswirkungen auf Boden und Wasser, wenn sie weggeworfen werden. Zum Abschluss wurden sie von Kapitän Holger mit einer besonderen Führung über das Schiff überrascht! 
Global denken, lokal handeln
Trash Hero Ende wurde von der Kommunalverwaltung eingeladen, bei deren „100-Tage-Strategiesitzung“ einen Beitrag zu leisten. Die Freiwilligen teilten dem Regenten und dem Vizeregenten ihre Erkenntnisse über die Ursachen der Abfallproblematik mit, betonten die Notwendigkeit der Mülltrennung und drängten auf strenge Vorschriften gegen illegale Müllablagerungen, Verbrennung und Einwegplastik. Die Durchsetzung der Vorschriften war ein zentrales Thema, und Trash Hero unterstützte die Forderung des Regenten nach einer besseren Umsetzung der bestehenden Vorschriften der Umweltbehörde durch Aufklärung und Einbindung der Bevölkerung.

Solch grosse Veränderungen beginnen selten mit einem gross angelegten Plan. Meistens geht es los mit einer kleinen Gruppe engagierter Menschen, einem Problem, das sie direkt vor Augen haben und der Entscheidung, etwas dagegen zu unternehmen. Das ist es, was Trash Hero im Kern schon immer ausgemacht hat. Keine Kampagne oder Bewegung mit einem grossartigen Manifest, sondern Gemeinschaften, die Woche für Woche füreinander da sind, im Grossen wie im Kleinen.
Dies ist nur ein kleiner Einblick in die Aktivitäten unserer Chapters. In unserem aktuellen Jahresbericht finden sich noch viele weitere Geschichten dieser Art aus der ganzen Welt.
Falls dir etwas in diesen Geschichten bekannt vorkam oder du dir gewünscht hast, es gäbe so etwas auch bei dir in der Nähe, dann komm doch bei uns oder bei deinem nächstgelegenen Chapter vorbei. Und falls es in deiner Nähe noch kein Chapter gibt – nun, genau so hat jede einzelne dieser Geschichten angefangen.
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Meistens A – Netzwerker*in
Meistens B – Organisator*in
Meistens C – Motivator*in
Meistens D – Teamgestalter*in












