MÄRZ 2026 : DIE WICHTIGSTEN NEWS DES MONATS

by Seema on 25. Februar 2026 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats:

Grosser Erfolg: Kanada erlaubt die gesetzliche Einstufung von Plastik als giftig

Die Initiative, alle hergestellten Kunststoffartikel als giftig einzustufen, begann 2021, als die liberale Regierung diese Erklärung in das kanadische Umweltschutzgesetz aufnahm. Nach lautstarken Protesten der Kunststoffindustrie wurde die Formulierung 2023 von einem Bundesrichter gestrichen.

Nun hat aber ein einstimmiges Urteil des Bundesberufungsgerichts diese Entscheidung aufgehoben und damit den Weg für Verbote von Einwegplastik in Ottawa und darüber hinaus geebnet.

 

Neue Erkenntnis: wissenschaftlich fundierte Methode, um Mikroplastik aus dem Körper zu entfernen

Erste Forschungen an Ratten in Japan deuten darauf hin, dass ein gewöhnlicher Bestandteil der Ernährung – Ballaststoffe – dazu beitragen könnte, dass aufgenommene Mikroplastikpartikel nicht in den Blutkreislauf gelangen und vollständig aus dem Darm entfernt werden.

Wissenschaftler*innen arbeiten derzeit daran, die genaue Art der Ballaststoffe zu identifizieren, welche diese Auswirkung hat. Für den Moment ist es trotzdem immer noch das beste, Mikroplastik möglichst zu meiden.

 

Durchbruch bei den Verhandlungen über das UN-Plastikabkommen: neuer Vorsitzender gewählt

Am 7. Februar wählten die Länder in Genf Julio Cordano, Chiles Chefunterhändler für Klimaverhandlungen, um die seit August 2025 ins Stocken geratenen Gespräche wiederzubeleben. Obwohl sich die Diskussionen bei diesem Meeting auf Verfahrensfragen beschränkten, zeigt das Ergebnis, dass Fortschritte möglich sind, wenn die beteiligten Staaten über das Konsensprinzip hinausgehen und alle verfügbaren Entscheidungsinstrumente nutzen.

 

In allen getesteten Kopfhörern wurden hormonell wirksame Chemikalien gefunden

Das Projekt Tox Free Life For All (giftfreies Leben für alle) stellte fest, dass alle 81 Modelle (In-Ear aber auch Over-Ear-Kopfhörer), darunter auch grosse Marken wie Bose, Samsung und Panasonic, giftige Zusatzstoffe enthielten. Ausserdem wurde festgestellt, dass die Migration von Plastik auf die Haut durch Hitze, Schweiss und täglichen Gebrauch zunimmt. 

Der Cocktail aus Chemikalien in Kunststoffen wird mit dem weltweiten Anstieg der Krebs-, Adipositas und Unfruchtbarkeitsraten in Verbindung gebracht.

 

Was wäre, wenn jede*r Zehnte die Ess-, Fahr-, Heiz- und Einkaufsgewohnheiten ändern würde?

Ein neuer AP-Bericht konzentriert sich auf amerikanische Verbraucher, der zeigt, dass 90 Millionen Tonnen weniger Treibhausgasemissionen in den USA ausgestossen würden, wenn nur 10 % der Bevölkerung ihren Lebensstil ändern. Eine wirklich bemerkenswerte Reduzierung.

Nun stellen wir uns vor, welche Auswirkung es hätte, wenn 1 von 10 umweltverschmutzende Unternehmen ihre Vorgehensweise ändern würde! Das hätte wahrscheinlich noch grössere Auswirkungen.

 

Es ist an der Zeit, die politische Macht der Umweltverschmutzer ins Visier zu nehmen


 

Ein Ansatz zum Nachdenken: um den Klimawandel und die Umweltverschmutzung wirksam zu bekämpfen, sollten wir weniger Zeit damit verbringen, uns um die Emissionen zu sorgen, sondern viel mehr darauf zu konzentrieren, das Machtgefälle zwischen den Eigentümern grüner und fossiler Vermögenswerte zu beseitigen. Hier geht es zur vollständigen Analyse.

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

Um dich bei unserem Newsletter anzumelden, klicke hier.

read more
SeemaMÄRZ 2026 : DIE WICHTIGSTEN NEWS DES MONATS

Februar 2026 : Die wichtigsten News des Monats

by Seema on 4. Februar 2026 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats

Plastikemissionen könnten die Gesundheitsschäden bis 2040 verdoppeln

Eine grosse neue Studie im Fachjournal The Lancet prognostiziert zunehmende Schäden, welche uns immer mehr Lebensjahre kosten werden, durch die Neuproduktion von Plastik – verursacht durch Treibhausgasemissionen, Luftverschmutzung und die Freisetzung giftiger Chemikalien.

Die Forschenden identifizierten Risiken in jeder Phase des Lebenszyklus von Plastik und kommen zum Schluss, dass nur ein grundlegender Systemwandel, einschliesslich Begrenzungen der Produktion, die erwarteten gesundheitlichen Belastungen verringern kann.

 

Mülldeponie in Cebu City, Philippinen, stürzt ein und begräbt dutzende Menschen

Eine als vermeidbar bezeichnete Tragödie kostete beim Einsturz einer Deponie 36 Abfallarbeiter*innen das Leben, weitere 18 Menschen wurden verletzt. Das Unglück hat Forderungen nach einer unabhängigen Untersuchung und einem grundlegenden Systemwandel ausgelöst.

Der Englische Artikel „living and dying on the edge of the dump“ gibt einen Einblick hinter die Kulissen des Lebens am Rand der Deponie.

 

Ölindustrie verkauft fossiles Plastik als „grün“

Eine umfangreiche neue Untersuchung zeigt, dass die weltweit grössten Kunststoffhersteller überwiegend neuen Plastik fälschlicherweise als „recycelt“ kennzeichnen und an Marken verkaufen, die ihn nutzen, um ihre Nachhaltigkeitsbilanz gegenüber der Kundschaft zu präsentieren.

Doch damit nicht genug: Die EU scheint dem Druck nachzugeben, diese irreführende Praxis sowohl zu legalisieren als auch zu subventionieren.

 

Warum Plastikverbote nicht funktionieren und was sich ändern muss

Die EU hat 2021 mehrere Einwegplastikprodukte verboten. Warum sind sie trotzdem noch im Umlauf?

Globale Märkte, schwache Kontrollen und rechtliche Schlupflöcher sind laut einem neuen Bericht der Deutschen Welle dafür verantwortlich.

 

Plastikabfall als Brennstoff im Haushalt gefährdet Millionen von Menschen

Laut neuer Forschung führen die weltweiten Trends von übermässiger Plastikproduktion, Abfallexporten (Müllverschiffung ins Ausland) und städtischer Armut dazu, dass Familien mit giftigem Müll Essen kochen und heizen müssen.

Die Studie untersuchte einkommensschwache Haushalte in 26 Ländern des Globalen Südens und stellte überall dieselben besorgniserregenden Muster fest. Die Forschenden fordern daher mehr Aufmerksamkeit für dieses versteckte Problem.

 

Über Cleanups hinaus: Ein Sonntag mit Trash Hero Jakarta

Die Jakarta Post berichtet über die Arbeit unserer indonesischen Freiwilligen und darüber, wie sie dazu beiträgt, die ursprünglichen Probleme an der Quelle anzugehen.

„Wissen aus der Praxis, verwurzelt in gelebter Erfahrung, hat die Kraft, politische Entscheidungen zu beeinflussen,“ schliesst die Reporterin.

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

Um dich bei unserem Newsletter anzumelden, klicke hier.

read more
SeemaFebruar 2026 : Die wichtigsten News des Monats

Das erreicht man mit Menschen, die da sind

by Seema on 3. Februar 2026 No comments

Veränderung passiert, wenn Menschen handeln – und wir sind da, um genau das zu tun!

Jede Woche packen Trash Hero Freiwillige in ihren Gemeinschaften an. Wir sind da, um aufzuräumen, aufzuklären und Abfall zu verhindern. Dieses Jahr waren wir in 95 Orten in 14 Ländern aktiv (Kambodscha, Tschechien, Deutschland, Indonesien, Japan, Kuwait, Malaysia, Myanmar, Serbien, Südkorea, Schweiz, Thailand, USA und Vietnam).

Mit den weltweit erfassten Daten aus 2025 zeigen wir in diesem kurzen Video, was wir zusammen geschafft haben:

Im Folgenden zeigen wir die Wirkung unserer Kernprogramme im Detail.

Handeln und Bewusstsein (wöchentliche Cleanups)

Alleine im Jahr 2025 haben die Freiwilligen von Trash Hero 2’071 Aufräumaktionen organisiert und 37’089 Freiwillige mobilisiert, davon waren 10’992 unter 16 Jahre alt! Zusammen haben sie über 115,1 Tonnen Abfall gesammelt!

Damit kommen wir von Dezember 2013 bis Dezember 2025 auf:

  • 25’378 Aufräumaktionen organisiert
  • 599’248 Freiwillige, darunter 165’842 Kinder mobilisiert
  • 2’716’807 kg gesammelter Abfall

Trash Hero Communities

Dank ihres konsequenten und zuverlässigen Engagements erhalten unsere Freiwilligen oft die Möglichkeit, ihr Wissen und ihre Sichtweisen zum Thema Abfall weiterzugeben. Dazu gehören Bildungsvorträge, die Unterstützung von Zero Waste-Veranstaltungen oder die Teilnahme an politischen Diskussionen. Im Jahr 2025 organisierten die Freiwilligen von Trash Hero 237 Community-Veranstaltungen oder nahmen daran teil und brachten 14’425 Menschen die Problematik der Plastikverschmutzung und die erforderlichen Massnahmen zur Lösung des Problems näher.

Seit 2022 haben die Freiwilligen von Trash Hero 40’110 Menschen an 700 solchen Veranstaltungen erreicht und motiviert.

Unser Trash Hero Communities Programm umfasst unser kostenloses Wassernachfüllnetzwerk, das derzeit aus 584 Partnerunternehmen besteht. Allein im Jahr 2025 haben diese Unternehmen dazu beigetragen, die Verwendung von 1,8 Millionen Einweg-Plastikflaschen zu verhindern und 98 Tonnen CO2-Emissionen zu vermeiden! Seit Projektbeginn haben wir:

Trash Hero Kids Programm

Unser Trash Hero Kids Programm bezieht Grundschulkinder in den Schutz ihrer Umwelt ein und nutzt dabei ein Geschichten- und Aktivitätsbuch, um langfristige Verhaltensänderungen zu fördern. Im Jahr 2025 nahmen 629 neue Kinder an dem Programm teil. Ausserdem haben wir 59 Veranstaltungen für Kinder durchgeführt und 6’856 Kinder unter 16 Jahren für die kritischen Themen der Plastikverschmutzung sensibilisiert. Wir haben 2022 begonnen, diese Veranstaltungen zu protokollieren. Seitdem haben wir insgesamt 298 Kinderveranstaltungen mit 21’366 Kindern durchgeführt.

Vielen Dank an alle, die sich im Laufe der Jahre beteiligt, organisiert, gespendetund an u ns geglaubt haben. Ihr seid ein wichtiger Teil unserer Bewegung!

Wir hoffen, dass ihr 2026 wieder dabei seid.

 

read more
SeemaDas erreicht man mit Menschen, die da sind

Januar 2026 : Die wichtigsten News des Monats

by Seema on 16. Januar 2026 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats

Wiederverwendungssysteme könnten einen Grossteil der Plastikverschmutzung stoppen

97 % der Verschmutzung durch Verpackungen könnten bis 2040 verhindert werden. Durch Investitionen in Wiederverwendungs­infrastruktur und den Ersatz von Plastik durch sicherere alternative Materialien wäre dies möglich, so die Pew Foundation. Ihr Bericht Breaking the Plastic Wave 2025 prognostiziert ausserdem, dass sich die Plastikverschmutzung im gleichen Zeitraum verdoppeln wird, wenn nichts unternommen wird.

 

Werbung von Nike, Lacoste und Superdry wegen Greenwashing verboten

Im Rahmen des Vorgehenes gegen Greenwashing hat die britische Werbeaufsichtsbehörde Advertising Standards Agency festgestellt, dass die grossen Marken Nike, Superdry und Lacoste in diesem Jahr in Google-Anzeigen übertriebene und nicht belegte Aussagen zu den angeblichen Umweltvorteilen ihrer Kleidung gemacht haben.

 

„Upgecycelte“ Kleidung verschärft das Mikroplastikproblem

Recyceltes Polyester, das von grossen Marken wie Patagonia, Zara und H&M als „upgecyceltes“ und nachhaltiges Material beworben wird, hat in Labortests der Changing Markets Foundation 55 % mehr Mikroplastikfasern freigesetzt als herkömmliches Polyester. Sein zunehmender Einsatz verschärft damit die Verschmutzung, die es eigentlich reduzieren sollte.

 

Erfahrene Aktivistin nimmt weiteren Chemieriesen ins Visier

Die renommierte Goldman-Preisträgerin Diane Wilson hat die Absicht erklärt, den Petrochemie-Giganten Dow zu verklagen, weil ihre Organisation unzählige Mengen an Nurdles (Plastikpellets) und andere Schadstoffe festgestellt hat, die aus dem Werk in Seadrift, Texas, in die umliegenden Gewässer und Gebiete gelangen.

 

Dörfer rund um Hanoi recyceln den Müll der Welt – und bezahlen mit ihrer Gesundheit

Übermässige Einfuhr und Lagerung von Abfällen sowie nur geringe Regulierung haben die Bevölkerung der Vororte von Hanoi gefährlichen Giftstoffen ausgesetzt, was laut einer Untersuchung von AFP zu einer um ein ganzes Jahrzehnt geringeren Lebenserwartung im Vergleich zum nationalen Durchschnitt in Vietnam führt.

 

Warum globale Umweltverhandlungen immer wieder scheitern – und was wir dagegen können

„Wir müssen ein System modernisieren, das für eine andere Zeit und andere Probleme geschaffen wurde als die komplexen, vernetzten Herausforderungen, denen wir heute gegenüberstehen“, sagt Professorin Catalina Turcu von der UCL in einem interessanten Beitrag über globale Umweltpolitik-Verhandlungen.

 

Lissabon erweitert Pfandbechersystem

Der 2025 in Lissabon getestete Pfandbecher-Service CopoMais wird im ersten Quartal dieses Jahres im gesamten Stadtzentrum eingeführt. Damit gehört Lissabon zu den ersten europäischen Städten, die grossflächig Mehrweg ermöglichen. So werden Millionen Einwegbecher für To-go-Getränke eingespart. Die Initiative ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung, einem Unternehmen für Kreislaufwirtschaft und dem Verband der portugiesischen Hotel- und Gastronomiebranche.

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

Um dich bei unserem Newsletter anzumelden, klicke hier.

read more
SeemaJanuar 2026 : Die wichtigsten News des Monats

Dezember 2025 : Die wichtigsten News des Monats

by Seema on 12. Dezember 2025 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats

Sechs winzige Stücke eines Luftballons töten einen Papageitaucher

Forschende von Ocean Conservancy haben Daten aus Tausenden von Tierautopsien ausgewertet und bestätigt, welche Menge verschluckten Plastiks bei verschiedenen Meereslebewesen fast sicher zum Tod führt – und diese Menge ist überraschend gering!
Ein ernüchternder Gedanke, den man bei Cleanups im Hinterkopf behalten sollte.

 

ExxonMobil wehrt sich gegen Regeln zum chemischen Recycling

Der US-Petrochemieriese ExxonMobil lobbyiert für schwächere Vorschriften, die ihm die Ausweitung seiner umweltschädlichen Technologien ermöglichen – und verklagt Kritiker*innen wegen Verleumdung, berichtet die Financial Times. Dazu zählen Massnahmen wie die Umklassifizierung des chemischen Recyclings von „Verbrennung“ zu „Herstellung“ sowie die Erhöhung der für seine Produkte vergebenen regulatorischen Gutschriften.

 

COP30: Schon wieder ein Ausweichen beim Klimaschutz?

 

Neue Studie beweist: Bioplastik verschwindet nicht

PBAT, ein gängiges „kompostierbares“ Plastik, das in der Landwirtschaft, bei medizinischen Produkten, Einkaufstüten und Geschirr verwendet wird, hinterlässt im Boden lang anhaltende Mikroplastikpartikel und chemische Rückstände. Die von den Forschenden entwickelte Methodik ist die erste, die den Biodegradationsprozess nachverfolgen und quantifizieren kann und könnte ein nützliches Werkzeug sein, um auch andere „Pflanzenplastik“-Sorten zu bewerten.

 

Mikroplastik in der Luft in 18 indonesischen Städten nachgewiesen

Die indonesische NGO Ecoton hat 2025 über drei Monate hinweg die Luft in Atemhöhe von 1–1,5 m untersucht und in allen getesteten Städten erhöhte Mengen an Reifenstaub, Verpackungsfragmenten und Mikrofasern verschiedener Plastikarten festgestellt.

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

Um dich bei unserem Newsletter anzumelden, klicke hier.

read more
SeemaDezember 2025 : Die wichtigsten News des Monats

November 2025 : Die wichtigsten News des Monats

by Lydia on 5. November 2025 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats

Die meisten Länder verpassen Klimazusagen vor COP30

Nur 65 von 195 Staaten haben laut UN neue Pläne zur Reduzierung von CO₂-Emissionen vorgelegt, obwohl alle dazu verpflichtet sind. Die Aufgabe, auf der Konferenz in Belém die Erderwärmung wieder unter 1,5 °C zu bringen, scheint gewaltig. Zwar machen viele Länder Fortschritte bei Klimaschutzmassnahmen wie Emissionssenkung, Anpassung und Finanzierung, doch das Tempo bleibt deutlich zu langsam.

 

ASEAN erkennt das Recht auf eine sichere, saubere und gesunde Umwelt an

Am 26. Oktober 2025 hat die Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) offiziell das Recht auf eine sichere, saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt als Menschenrecht anerkannt. Die Erklärung betont die Notwendigkeit, Klimawandel, Umweltverschmutzung und Biodiversitätsverlust in der Region zu bekämpfen. Sie schützt zudem Umweltaktivist*innen und stärkt die Beteiligung von Frauen, Jugendlichen und indigenen Gemeinschaften. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte bezeichnete diesen Schritt als wesentlich für die Verknüpfung von Umwelt- und Menschenrechten in Südostasien.

 

Paris-Marathon 2026 verbietet Einwegbecher und -flaschen

Erstmals bei einem der weltweit grössten Strassenläufe müssen die Teilnehmenden ihre eigenen Mehrwegbehälter für Getränke mitbringen. Unterwegs werden Schnellauffüllstationen bereitgestellt. Die Massnahme ist Teil der umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie des Veranstalters, die Rennen auf der ganzen Welt inspirieren könnte.

 

Hersteller zahlen den Preis für falsche Recyclingversprechen bei Plastiktüten

Vier Verpackungsunternehmen in Kalifornien haben den Verkauf von Einkaufstüten gestoppt und 1,75 Mio. US-Dollar Strafe gezahlt, nachdem das kalifornische Justizministerium festgestellt hatte, dass ihre Kennzeichnung irreführend ist. Ihre Produkte waren fälschlicherweise als „recycelbar“ gekennzeichnet. Die Massnahme zeigt, dass Hersteller künftig transparent über Recyclingfähigkeit informieren müssen.

 

EU drängt auf ein Verbot von Plastik-Zigarettenfiltern

Ihr Vorschlag, der bei der kommenden WHO-Konferenz der Rahmenkonvention über Tabakkontrolle vorgestellt werden soll, sieht ein Verkaufsverbot für alle Tabakprodukte mit Einwegplastik vor, einschliesslich „biologisch abbaubarer“ Filter. Der Entwurf betont, dass Zigarettenfilter eine bedeutende Abfallquelle darstellen und über ein „Single‑Use‑Plastics“‑Problem hinausgehen: Sie enthalten Kunststoffe wie Zelluloseacetat und tragen zur Mikroplastikbelastung in Böden und Gewässern bei.

 

Chemikalien-Tracker-Armbänder schockieren Journalist*innen

IPEN und CNN liessen drei Reporter*innen in New York, London und Hong Kong jeweils fünf Tage ein spezielles Armband tragen, das über 70 chemische Substanzen auf Basis von Plastik‑Additiven nachweist.
Die Ergebnisse sind beunruhigend: Sie waren im Schnitt etwa 28 verschiedenen Chemikalien ausgesetzt, darunter Phthalate und Bisphenole – Stoffe, die mit hormonellen Störungen und anderen Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht werden.

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

Um dich bei unserem Newsletter anzumelden, klicke hier.

read more
LydiaNovember 2025 : Die wichtigsten News des Monats

Oktober 2025 : Die wichtigsten News des Monats

by Lydia on 17. Oktober 2025 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats

Plastikabfall verschlimmert tödliche Überschwemmung auf Bali

Extreme Regenfälle, unkontrollierte Bebauung und tonnenweise Plastikmüll führten auf Bali zu verheerenden Überschwemmungen. Mindestens 18 Menschen starben, viele weitere wurden verletzt. Verstopfte Abflüsse und blockierte Flüsse verschärften die Lage, während Strassen, Häuser und Infrastruktur schwer beschädigt wurden. Die Katastrophe zeigt, wie menschliche Einflüsse wie Müll und unkontrollierte Bebauung die Folgen extremer Wetterereignisse massiv verstärken.

 

Plastikrecycling in Europa steht vor akutem Zusammenbruch

Das europäische Plastikrecycling befindet sich in einer ernsten Krise. Ein Branchenverband warnt, dass billige Neu- und Recyclingkunststoffe, zunehmende Importe, komplizierte Bürokratie und steigende Energiekosten seit 2023 zahlreiche Recyclinganlagen zur Schliessung gezwungen haben – insgesamt mit einer Kapazität von etwa einer Million Tonnen Plastik. Expert*innen sehen den Sektor dadurch an der Schwelle zu einem nahezu vollständigen Zusammenbruch.

 

Blauhaie tragen Plastik über weite Ozeanstrecken

Blauhaie wirken als ungewollte Transportmittel für Plastikmüll in den Weltmeeren. Indem sie Mikroplastik über ihre Nahrung aufnehmen, tragen sie die Partikel über tausende Kilometer hinweg und scheiden sie an weit entfernten Orten wieder aus. Es wird dadurch zunehmend schwieriger, die Verbreitung von Plastik im Ozean genau zu erfassen.

 

Menschen atmen täglich 68’000 Mikroplastikartikel

Neue Studien zeigen: Jeden Tag nehmen Menschen rund 68’000 Mikroplastikpartikel über die Atemluft auf. Forschende haben herausgefunden, dass diese Partikel – kleiner als alle bisher untersuchten – in der Luft schweben und sich tief in unseren Lungen ablagern können. Besonders problematisch ist die Luft in Innenräumen und Autos, da sie dort die höchste Konzentration dieser winzigen Schadstoffe aufweist.

 

Preis der Bequemlichkeit: Die Opfer der Chemieindustrie

Menschen, die in der Nähe von Kunststoff- und Petrochemieanlagen leben, tragen die gesundheitlichen Lasten unserer Bequemlichkeit. Weltweit dokumentieren Studien und Berichte, wie diese Menschen unter Atemwegserkrankungen, Krebs und anderen schweren Gesundheitsproblemen leiden. In diesem Beitrag kommen Betroffene zu Wort und erzählen ihre oft erschütternden Geschichten.

 

Lateinamerika: ein Leben ohne Einwegartikel war schon immer möglich

Lateinamerika beweist, dass ein Leben ohne Einwegprodukte machbar ist. Rückgabesysteme für Flaschen, Mehrweggeschirr und andere traditionelle Wiederverwendungspraktiken ermöglichen sozial inklusive, lokal verankerte und wirtschaftlich tragfähige Lösungen, die Plastikabfall reduzieren und gleichzeitig lokale Arbeitsplätze schaffen. Die Region liefert damit ein funktionierendes Modell für eine nachhaltige Zukunft.

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

Um dich bei unserem Newsletter anzumelden, klicke hier.

 

read more
LydiaOktober 2025 : Die wichtigsten News des Monats

Wir haben 7 von 9 planetaren Grenzen überschritten

by Seema on 15. Oktober 2025 No comments

Während des Holozäns, das sich über die letzten 10’000 Jahre erstreckt, waren die Bedingungen auf der Erde bemerkenswert stabil. Diese Stabilität ermöglichte es den menschlichen Gesellschaften, zu florieren: Nahrungsmittel anzubauen, Handel zu treiben und Städte zu bauen. Aber da der ungebremste Kapitalismus den Planeten über seine sicheren Grenzen hinaus treibt, riskieren wir, ihn in die Instabilität zu stürzen, mit Folgen für jedes Lebewesen.

Im vergangenen Monat bestätigten Wissenschaftler*innen, dass die Menschheit inzwischen
sieben der neun planetarischen Grenzen überschritten hat – Schwellenwerte, jenseits derer sich die Umwelt der Erde nicht mehr selbst regulieren kann und unbewohnbar werden könnte.

Aber was genau sind diese Grenzen, und warum ist es von Bedeutung, wenn sie überschritten werden?

Das Konzept der planetarischen Grenzen wurde erstmals 2009 von einer Gruppe international renommierter Umwelt- und Erdsystemwissenschaftler*innen vorgestellt. Das Rahmenwerk identifiziert neun kritische Prozesse, die zusammen das Lebenserhaltungssystem des Planeten bilden und dessen Stabilität und Widerstandsfähigkeit regulieren. Jeder Prozess hat einen „sicheren Betriebsraum”, also Bedingungen, die ein reibungsloses Funktionieren des Systems gewährleisten.

Das Verlassen dieses Raums bedeutet nicht sofort eine Katastrophe, erhöht jedoch das Risiko abrupter, nicht linearer und möglicherweise irreversibler Umweltveränderungen. Mit anderen Worten: Je weiter wir diese Grenzen überschreiten, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir Kipppunkte auslösen, die genau die Systeme untergraben könnten, von denen unser Überleben abhängt.

Die neun planetarischen Grenzen und wo sie im Jahr 2025 stehen


1. Klimawandel ➡︎ Grenze überschritten

Unser Klimasystem reguliert Temperatur, Niederschläge, Meeresspiegel und die Funktionsweise von Ökosystemen. Durch den Menschen verursachte Treibhausgasemissionen (insbesondere Kohlendioxid und Methan) sowie Luftschadstoffe halten Wärme in der Atmosphäre zurück, die sonst ins Weltall entweichen würde, wodurch die globalen Temperaturen weit über den stabilen Bereich des Holozäns hinaus steigen.
Wie sich dies zeigt: Extreme Wetterereignisse, Überschwemmungen, Waldbrände, steigender Meeresspiegel, Wüstenbildung. Die Erwärmung der Ozeane hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt.


2. Überladung mit neuartigen Stoffen (Chemikalien und Plastik) ➡︎ Grenze überschritten

Diese Kategorie umfasst Petrochemikalien, alle Arten von Kunststoffen, genetisch veränderte Organismen und andere synthetische Substanzen, die nicht biokompatibel und oft sehr schädlich für Lebewesen sind. Viele davon verbleiben in der Umwelt, bilden giftige Cocktails und kontaminieren ganze Ökosysteme.
Wie sich dies zeigt: Weit verbreitete Verschmutzung durch Mikro- und Nanoplastik und PFAS („ewige Chemikalien“) in Wasser, Luft und Boden.


3. Ozonabbau in der Stratosphäre ➡︎ Innerhalb der Grenze

Die Ozonschicht schützt das Leben auf der Erde vor schädlicher ultravioletter Strahlung der Sonne. Internationale Massnahmen zur Reduzierung der Produktion von ozonschädigenden Chemikalien seit Ende der 1980er Jahre und durch das Montrealer Protokoll haben erfolgreich dazu beigetragen, dass sich die Ozonschicht wieder auf ein sicheres Niveau erholt hat.


4. Aerosolbelastung der Atmosphäre (Luftverschmutzung) ➡︎ global innerhalb der Sicherheitszone; in einigen Regionen überschritten

Aerosole sind winzige Partikel in der Luft, wie Staub, Russ, Sulfate und Rauch. Sie beeinflussen die Luftqualität, die menschliche Gesundheit und regionale Klimamuster. Dieser Grenzwert wird derzeit in vielen dicht besiedelten Gebieten überschritten, insbesondere in Gebieten mit hohen Emissionen aus der Industrie und der Verbrennung fossiler Energieträger, gilt jedoch weltweit als innerhalb sicherer Grenzen liegend.
Wie sich dies zeigt: Zunahme von Atemwegserkrankungen und anderen Krankheiten, Verschärfung des Klimawandels, Veränderungen der Monsunsysteme. Jeder fünfte vorzeitige Todesfall ist auf die Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe zurückzuführen.


5. Ozeanversauerung ➡︎ Grenze überschritten

Die Ozeane absorbieren Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Dadurch wird das Meerwasser saurer, was Korallen, Schalentiere und einige Planktonarten daran hindert, Schalen und Skelette aufzubauen und zu erhalten, was verheerende Auswirkungen auf die weiter oben in der Nahrungskette stehenden Lebewesen hat – einschliesslich der Küstengemeinden. Im Planetary Health Check 2025 wurde festgestellt, dass der Säuregehalt der Ozeane seit Beginn des Industriezeitalters um 30 bis 40 % gestiegen ist, wodurch sie nun als siebte Grenze gelten, die sich in der Gefahrenzone befindet.
Wie sich dies zeigt: Korallenbleiche und Absterben tropischer Riffe, Bedrohung der arktischen Meeresfauna, Ernährungsunsicherheit.


6. Veränderung biogeochemischer Kreisläufe ➡︎ Grenze überschritten

Dieser Prozess beschreibt, wie wichtige Elemente und Verbindungen durch die Systeme der Erde zirkulieren. Stickstoff und Phosphor sind wichtige Nährstoffe für Nutzpflanzen, aber ihr übermässiger Einsatz in industriellen Düngemitteln hat zu Umweltverschmutzung, Bodendegradation und sogenannten toten Zonen in Ozeanen und Seen geführt.
Wie sich dies zeigt: Durch Düngemittelabfluss verursachte Algenblüten verbrauchen Sauerstoff und töten Wasserlebewesen, erhöhte Versauerung der Ozeane, unfruchtbare Böden. Derzeit gibt es mehr als 500 identifizierte tote Zonen im Ozean, die sich über eine Fläche von 95’000 Quadratmeilen erstrecken.


7. Veränderung der Süsswassersysteme ➡︎ Grenze überschritten

Die Verfügbarkeit und der Fluss von Süßwasser – sowohl oberirdisch als auch unterirdisch – sind für die Landwirtschaft, den menschlichen Verbrauch und die ökologische Stabilität von entscheidender Bedeutung. Verschmutzung, Dämme, Landnutzungsänderungen, übermäßige Entnahme und Klimawandel haben dazu geführt, dass die Süsswasserökosysteme in der Hälfte aller Länder der Welt geschädigt sind.
Wie sich dies zeigt: Dürren, Überschwemmungen, Verschlechterung der Wasserqualität, Verlust von Feuchtgebieten und Mangroven. 25 % der Süsswasserarten sind vom Aussterben bedroht.


8. Veränderung der Landnutzung ➡︎ Grenze überschritten

Rund drei Viertel der natürlichen Landschaften auf unserem Planeten wurden im Laufe des letzten Jahrtausends für menschliche Zwecke „verändert“. Dazu gehören dauerhafte Veränderungen wie die Urbanisierung und potenziell reversible Veränderungen wie die Rodung tropischer Regenwälder für die Landwirtschaft, beispielsweise für den Anbau von Soja und Palmöl.
Wie sich dies zeigt: Bodenerosion und -degradation, Zerstörung von Lebensräumen, Wüstenbildung, Zwangsmigration, verstärkte globale Erwärmung. Die globale Waldbedeckung liegt heute weit unter der 75-prozentigen Sicherheitszone.


9. Veränderung der Integrität der Biosphäre (lVerlust der Natur und Biodiversität) ➡︎ Grenze überschritten

Die Biosphäre ist die lebende Schicht der Erde und benötigt eine grosse, breite und vielfältige Palette gesunder Organismen, um die Nahrungsmittelproduktion, die Bestäubung, die Regulierung von Krankheiten und unzählige Ökosystemleistungen zu unterstützen. Der Verlust der biologischen Vielfalt bedeutet, dass das System weniger in der Lage ist, sich selbst zu regulieren und sich von Schocks zu erholen.
Wie sich dies zeigt: Geringe Ernteerträge (und Ernährungsunsicherheit), beschleunigtes Artensterben, Zusammenbruch von Ökosystemen.

Ein Weckruf, nicht das Ende

Diese Prozesse sind alle miteinander verbunden. Druck auf einen Prozess führt unweigerlich zu Druck auf die anderen.
Das Überschreiten der siebten planetarischen Grenze bedeutet, dass die Menschheit die Verschlechterung der Ökosysteme der Erde beschleunigt und sich weiter von den stabilen Bedingungen entfernt, die die Zivilisation erst möglich gemacht haben.

Es überrascht nicht, dass mehr als drei Viertel der Warnleuchten auf dem Armaturenbrett rot blinken und damit das Risiko für das gesamte System steigt: Wir müssen mit häufigeren extremen Wetterereignissen, einer geringeren Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme, einer grösseren Wasser- und Nahrungsmittelunsicherheit und der Möglichkeit rechnen, dass Kipppunkte wie der Zusammenbruch von Eisschilden oder das Absterben von Regenwäldern ausgelöst werden.

Das Konzept der planetarischen Grenzen ist jedoch keine Vorhersage einer unvermeidlichen Katastrophe, sondern ein Instrument zum Risikomanagement. Wir können es nutzen, um Impulse zu setzen, damit die Systeme wieder in den sicheren Bereich zurückkehren. Die beiden intakten Grenzen sind ein Beweis dafür. Der Abbau der Ozonschicht in der Stratosphäre, der einst kurz vor seiner Grenze stand, wurde dank jahrzehntelanger internationaler Zusammenarbeit im Rahmen des Montrealer Protokolls wieder in einen sicheren Bereich zurückgeführt. Kollektive Massnahmen in Bezug auf die anderen Prozesse, die eine tiefgreifende und rasche Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe (sowohl für Energie als auch für Kunststoffe) erfordern, können die Systeme der Erde wieder in sichere Grenzen zurückbringen – aber die Zeit läuft davon.

Johan Rockström, Professor für Erdsystemwissenschaften, der die Entwicklung des Konzepts der planetarischen Grenzen geleitet hat, sagt dazu: „Auch wenn die Diagnose düster ist, gibt es noch immer eine Chance auf Heilung. Scheitern ist nicht unvermeidlich, Scheitern ist eine Entscheidung. Eine Entscheidung, die vermieden werden muss und kann.“

Der ganze Bericht unter: Planetary Health Check 2025

read more
SeemaWir haben 7 von 9 planetaren Grenzen überschritten

September 2025 : Die wichtigsten News des Monats

by Lydia on 23. September 2025 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats

Verhandlungen zum globalen Plastikabkommen enden ohne Einigung: Wie geht es jetzt weiter?

 

Plastik lässt die Spermienzahl – und die Penisgrösse – schrumpfen


Weltweit sinkt die Spermienzahl seit Jahrzehnten dramatisch. Expert*innen sehen hormonaktive Chemikalien in Kunststoffen wie Phthalate und Bisphenole als zentrale Ursache, die schon im Mutterleib die Entwicklung beeinflussen können. Studien zeigen dabei nicht nur sinkende Fruchtbarkeit, sondern auch Fehlbildungen und sogar schrumpfende Penisse.

 

„Krankheit, Behinderung und Tod – von der Geburt bis ins hohe Alter.“


Ein neuer Bericht in The Lancet zeigt, dass Plastik und seine Chemikalien weltweit massive Gesundheitsschäden verursachen. Die Folgekosten sind enorm – rund 1,5 Billionen US-Dollar pro Jahr. Forschende fordern politische Entscheidungsträger*innen auf, endlich wirksame Massnahmen gegen Plastikverschmutzung und toxische Zusatzstoffe zu ergreifen.

 

Thailändische Dorfgemeinschaft gewinnt historischen Prozess gegen Umweltverschmutzer


Ein thailändisches Gericht sprach der Dorfgemeinschaft von Ratchaburi 22 Millionen Baht Entschädigung zu, nachdem die Wax Garbage Recycle Centre Company giftige Abfälle illegal entsorgt hatte. Diese Praxis führte zu schwerwiegenden Gesundheits- und Umweltschäden in der Region. Das Urteil markiert einen Meilenstein im Umweltrecht Thailands und ist der erste erfolgreiche Kollektivprozess gegen ein Unternehmen wegen Umweltverschmutzung.

 

Plastik als Todesfalle: Jungvögel sterben, bevor sie das Nest verlassen


Neue Forschung zeigt: Plastikabfälle in Nestern gefährden auch Landvögel. Eine Studie an Weissstörchen in Portugal fand heraus, dass in 91 % der untersuchten 568 Nester menschliche Materialien wie Plastik und Seile vorkamen. 12 % der Küken wurden durch Verheddern in diesen Materialien verletzt oder starben, oft durch Nekrosen oder Amputationen.

 

Trash Hero – Freiwillige unterstützen die lokale Gestaltung der Zero-Waste-Strategie


Zero Waste Sabah lud Trash Hero-Freiwillige zur ersten Veranstaltung einer Reihe von Bürgerversammlungen ein, die darauf abzielen, in Tuaran eine Politik zur Reduzierung von Plastik zu entwickeln – gemeinsam mit wichtigen Akteur*innen aus dem Gemeinderat, der Zivilgesellschaft und Zero-Waste-Expert*innen von den Philippinen.

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

Um dich bei unserem Newsletter anzumelden, klicke hier.

 

read more
LydiaSeptember 2025 : Die wichtigsten News des Monats

August 2025 : Die wichtigsten News des Monats

by Lydia on 31. Juli 2025 No comments

Unser Überblick über die wichtigsten Meldungen des Monats

„Belästigt und eingeschüchtert“: Wie die Plastikindustrie die globalen Vertragsverhandlungen entgleisen lässt.

Eine investigative Recherche des Guardian zeigt, wie die Plastik- und Petrochemieindustrie die UN-Verhandlungen zum globalen Plastikabkommen massiv beeinflusst haben. Bei den Verhandlungen im Dezember 2024 waren 220 Lobbyist*innen anwesend – mehr als doppelt so viele wie unabhängige Wissenschaftler*innen. In Genf waren mindestens 234 Lobbyist*innen aus der Öl-, Petrochemie- und Kunststoffindustrie registriert. Damit stellten sie die grösste Einzelgruppe bei den Verhandlungen dar und übertrafen sogar die kombinierte Delegation aller 27 EU-Mitgliedstaaten.

 

 

Millionen Tonnen Nanoplastik befinden sich im Ozean – weit mehr als bisher angenommen!

Eine Studie des Royal Netherlands Institute for Sea Research (NIOZ) und der Universität Utrecht zeigt, dass rund 27 Millionen Tonnen Nanoplastik den Nordatlantik zwischen den Azoren und dem europäischen Kontinent überschwemmen. Diese kaum sichtbaren Partikel entstehen durch den Zerfall grösserer Plastikabfälle und gelangen über den marinen Lebensmittelkreislauf auch in den menschlichen Körper. Weil Nanoplastik derart klein ist, kann man es nicht effizient aus dem Meer entfernen – Prävention ist daher die einzige wirksame Lösung.

 

Plastik als Brennstoff: Gefahr für Gesundheit und Umwelt

Reiche Länder exportieren Plastikmüll als Refuse-Derived Fuel (RDF) in ärmere Regionen, oft ohne Kennzeichnung als gefährlicher Abfall. RDF besteht zu 50 % aus Plastik und wird in Zementwerken verbrannt, dabei entstehen giftige Schadstoffe, die nachweislich Krebs und andere Gesundheitsprobleme verursachen können. Umweltgruppen warnen vor den gravierenden Risiken für Mensch und Umwelt, während die Politik bislang nur zögerlich reagiert und das Problem weiter diskutiert.

 

Malaysia verbietet die Einfuhr von Plastikabfall aus den USA

Malaysia hat den Import von Plastikabfall aus den USA gestoppt, da die Vereinigten Staaten das Basler Übereinkommen über den internationalen Abfallverkehr nicht ratifiziert haben. Die neue Regelung verlangt eine Vorabinspektion der Abfälle im Ursprungsland. Allein Kalifornien verschiffte im Jahr 2024 7’260 Tonnen Plastikabfälle in das südostasiatische Land.

 

Billige Regenbekleidung für Kinder enthält das 400‑fache der sicheren Phthalatgrenzwerte

Die Stadtverwaltung von Seoul hat Massnahmen ergriffen, um den Online-Verkauf von Kinderartikeln einzuschränken, die auf chinesischen E-Commerce-Plattformen angeboten werden. Diese Produkte, darunter Regenschirme, Regenmäntel und Gummistiefel, enthalten toxische Substanzen wie Phthalate, Blei und Formaldehyd in Konzentrationen, die die Sicherheitsgrenzwerte um ein Vielfaches überschreiten. Die Behörden haben bereits Dutzende solcher Artikel beschlagnahmt und warnen vor den Gesundheitsrisiken, insbesondere für Kinder.

 

Nicht unser Abfall: Indonesien kämpft mit dem Plastikabfall der Welt.

Indonesien kämpft mit dem importieren Plastikabfall. Diese Abfälle gelangen in Dörfer in Ost-Java, wo sie sortiert, verbrannt oder sogar zum Kochen verwendet werden. Die giftigen Rückstände, darunter Dioxine, gelangen über Flüsse in die Nahrungskette und stellen eine erhebliche Gesundheitsgefahr dar.

 

Was hältst du von diesen Storys? Haben wir etwas übersehen? Schreib es uns in die Kommentare!

Jeden Monat berichten wir über die wichtigsten Themen aus der Welt der Plastikverschmutzung – und über die Arbeit, die getan wird, um sie zu stoppen. Von Abfall bis hin zu Zero Waste – wir sind immer auf dem neuesten Stand der Forschung, Trends und Greenwashing-Taktiken.

Um dich bei unserem Newsletter anzumelden, klicke hier.

read more
LydiaAugust 2025 : Die wichtigsten News des Monats